Alexander Bär ist "negativ überrascht"

Verbandsliga: Neuhof will noch nachlegen

18. August 2016, 21:00 Uhr

Andreas Drews (links) riss gegen Kevin Krieger und seinen Hünfelder SV eine unfassbar Laufleistung ab. Foto: Charlie Rolff

Vier Spieltage sind in der Verbandsliga bereits Geschichte und die Tabelle bekommt schon eine erste kleine Aussagekraft: Wie erwartet mischen Bad Soden und Hünfeld oben mit, wie erwartet steht Petersberg eine schwere Saison ins Haus. Nicht zufrieden können bislang vor allem Neuhof und Flieden sein.

FC Bosporus Kassel - SV Buchonia Flieden (Samstag, 15 Uhr).

Irgendwann plagten ihn am Dienstag Krämpfe, nicht weil er nicht fit, sondern weil er eine schier unmenschliche Laufleistung ablieferte. Von Fliedens Spielern wurde eine Reaktion erwartet und Kapitän Andreas Drews ging voran, spielte nach Imal Schersadehs Platzverweis für 40 Minuten die Sechs, Acht und Zehn parallel. Er stand sinnbildlich für das Team, das klare Signale gesendet hat: "Er hat seine Vorbildfunktion unter Beweis gestellt", erntet Drews Lob von seinem Trainer Meik Voll, der überzeugt ist: "Wenn wir das abrufen, was wir gegen Hünfeld gezeigt haben, dann können wir auch etwas in Kassel holen." Auf Kunstrasen erwartet der Flieden-Coach eine "technisch gute Mannschaft, die sich auf zwei, drei Positionen gut verstärkt hat". Fehlen wird neben den Langzeitverletzten Imal Schersadeh, der gesperrt ist.

Hünfelder SV - CSC 03 Kassel (Sonntag, 15 Uhr).

"Das ist eine Mannschaft, die wir überhaupt nicht kennen. Ich konnte sie am Mittwoch leider auch nicht beobachten, weil wir selbst gespielt haben", erklärt HSV-Coach Dominik Weber, der sich bewusst ist, dass CSC jede Menge Qualität hat. Dennoch schaue man diesmal nur auf sich. Und da gelte es noch mehr die Balance zu finden: "Die Abwehrleistung mit erst einem Gegentor passt auf jeden Fall, aber wir auch schon vorne zweimal zu Null. Wir wollen durchschlagskräftiger werden, ohne jedoch die Abwehrarbeit zu vernachlässigen." Weber kann am Sonntag aus dem Vollen schöpfen, selbst Kapitän Niclas Rehm machte in Burghaun bereits wieder die ersten Schritte.

SV Neuhof - KSV Hessen Kassel II (Sonntag, 15 Uhr).

Bei CSC Kassel und in Bad Soden musste sich Neuhof zuletzt jeweils mit vier Toren Unterschied geschlagen geben, was Alexander Bär so nicht erwartet hätte: "Ich bin wirklich negativ überrascht, ich dachte, dass die Spieler schon weiter sind", sagt der Sportliche Leiter, der froh ist, dass Torgranate das Spiel in Bad Soden aufgenommen hat: "Dann kann sich jeder Spieler noch einmal selbst seine Fehler anschauen, ich hoffe sie machen das auch." Das Defensivverhalten sei völlig inakzeptabel gewesen und genau darin gelte es ab nächster Woche im Training zu arbeiten, da die Möglichkeiten - trotz gestriger Zusatzeinheit - während einer Englischen Woche begrenzt seien. Klar sei zudem, dass bis Ende August noch mal nachgelegt werden müsse, gerade eine Führungsfigur wie Marko Kartelo sei wichtig: "Und dann können wir uns über Saisonziele Gedanken machen."

SG Bad Soden - 1. FC Schwalmstadt (Sonntag, 15 Uhr).

Schwalmstadt ist nach den verpatzten Aufstiegsspielen zur Hessenliga nur ganz schwer in die Saison gekommen. Lediglich in Neuhof gelang ein Sieg, die Heimpleiten gegen Willingen (0:4) und Hünfeld (1:4) zeigten hingegen das derzeit größte Problem auf. Die Defensive funktioniert noch nicht, auch weil Kapitän Steven Preuß nach verpasster Vorbereitung noch nicht richtig fit ist und somit der Balancespieler fehlt. Bad Sodens Trainer Sead Mehic will die Chance beim Schopfe greifen und die Tabellenführung festigen: "Wir haben uns aktuell eine gute Ausgangsposition verschafft und wollen das Maximale herausholen. Auch am Sonntag wollen wir den Leuten zeigen, dass wir in dieser Saison einiges vorhaben." Mehr als nur Mut macht der 5:1-Sieg gegen Neuhof: "Wir sind noch in der Findungsphase, aber am Mittwoch war das egal ob vom Zweikampfverhalten, vom Umschaltspiel oder auch vom Spielerischen her eine rundherum gelungene Vorstellung." Ob Lars Jordan wieder mitwirken kann, ist noch offen, der Youngster nimmt noch Antibiotika.

SSV Sand - RSV Petersberg (Sonntag, 15 Uhr).

"Wir müssen Ende August einfach gucken, wie groß der Abstand zwischen uns und den anderen Teams ist", sagt RSV-Coach Goran Gajic mit Blick auf das knüppelharte Auftaktprogramm. Der vorläufige Höhepunkt für das punktlose Schlusslicht: Die Reise nach Bad Emstal am Sonntag. "Das wird noch härter. Das ist eine unheimlich starke Mannschaft, die bis zum Ende ganz oben mitspielen wird. In Flieden schießt man nicht einfach so fünf Tore." Petersberg muss neben Boris Aschenbrücker auch auf Alexander Kilian verzichten, der sich nun auch im Urlaub befindet. Auf die Mannschaft ist Gajic trotz des letzten Tabellenrangs stolz: "Wir haben immer das Optimum gegeben. Wir haben Spaß an der Liga. Das einzig Negative ist, dass wir noch null Punkte haben."

Melsunger FV - TSV Lehnerz II (Sonntag, 15 Uhr).

Die Premiere bei Aufsteiger Eintracht Baunatal ging für Sedat Gören schief: Mit 1:2 unterlag die Hessenliga-Reserve und muss nun auf die Freundschaftsinsel: "Das wird ein ganz schweres Auswärtsspiel. Melsungen ist ein sehr heimstarker und kampfstarker Gegner", weiß Gören, der nicht so offen wie in Baunatal stehen möchte und vom Team mehr Kampf verlangt: "So wollen wir zum Erfolg kommen."

Autor: Johannes Götze