Sportfreunde schlagen im Gallus-Derby spät zu
Kreisoberliga Frankfurt: Westend geht in der Nachspielzeit K.O.
SG Westend - FFV Sportfreunde 1:2 (1:0)
Wie schon in der Vorwoche gegen den FC Posavina (1:1), kassierte der Aufsteiger erneut in einem Heimspiel den entscheidenden Gegentreffer in der Nachspielzeit. Rechnet man das hoch, hat das Team von der Sondershausenstraße durch zwei Last-Minute-Treffer in zwei Heimspielen drei Punkte in den Wind geschossen. So zeigte sich auch Westends Vereinspatron Esad Golos nach dem emotional geführten Nachbarschaftsduell realistisch: "Für uns ist der Zug nach oben jetzt endgültig abgefahren. Es gilt nun, bis Saisonende Rang fünf zu verteidigen". Dabei gaben die Hausherren vor 120 Zuschauern zunächst den Ton an und führten durch Rückkehrer Alen Tahirovic (vom SV Zeilsheim) mit 1:0.
Gefährlich wurde es auch, wenn Abdelhadi Assim auf dem rechten Flügel seine Läufe startete. Mit einem Steilpass setzte er dann Tahirovic ein, der den Ball über die Querlatte von FFV-Torhüter Admir Osmanbasic bugsierte. "Wir haben dominiert. Die Speuzer kamen nicht ins Spiel. Sie haben nur lange Bälle geschlagen", berichtete Golos. Speuzer-Trainer Mehmet Tunay Somun räumte zwar ein, dass beim Tabellenführer im ersten Durchgang nicht alles rund lief, hatte aber eine andere Sichtweise der Dinge parat: "Die erste Halbzeit war sehr umkämpft und ohne richtigen Spielfluss. Die Platzbedingungen haben Westend in die Karten gespielt. Somit war die 1:0-Führung nicht unverdient".
Ilkiz gleicht aus
Nach dem Seitenwechsel steigerte sich der Klassenprimus auf dem großen Rasenplatz, jedoch wurde die Begegnung zunehmend hektischer geführt. Die Speuzer legten den Schalter um und wurden spielbestimmender. Bosnak und Blazekovic verpassten den Ausgleich, auf der Gegenseite vergab Linksaußen Petar Sabljic den zweiten Treffer der Hausherren. Der eingewechselte Robert Kohns leitete mit einer präzisen Flanke auf Torjäger Okan Ilkiz das 1:1 ein. Der Ex-Oberräder nahm den Ball außerhalb des Sechzehners direkt und traf damit ins Tornetz (70.). Danach folgte eine längere Verletzungsunterbrechung - FFV-Neuzugang Adem Brajanac musste danach ausgewechselt werden- sowie ein Disput zwischen den erhitzten Gemütern auf beiden Seiten. Die verlorene Zeit packte der Referee am Ende konsequent als Nachspielzeit drauf. Bosnak traf noch in der regulären Spielzeit die Latte. Westends Sead Zemanic sah in der 90. Minute Gelb-Rot und hinterließ sein Team für die lange Nachspielzeit in Unterzahl zurück. Über die Berechtigung und die Länge der Extra-Time fanden sich in den Statements beider Vereinsvertreter erhebliche Differenzen. Während Golos von "viel zu langen elf Minuten" sprach, erinnerte sich Somun an sieben Minuten.
"Durch die Spielunterbrechung bei der Verletzung von Brajanac haben wir fünf Minuten verloren. Die Nachspielzeit resultierte auch vom übertriebenen Zeitspiel. Die Abstöße hat immer ein Feldspieler getreten, bei denen hat das jedes Mal 75 Sekunden gedauert. Wir hätten genau genommen auch länger nachspielen lassen können", befand der Gästecoach. On nun nach sieben oder elf Minuten, bitter war der späte K.O.-Schlag für Westend allemal, zumal es ja der zweite dieser Kategorie binnen sieben Tagen gewesen war. Erneut leistet Kohns die Vorarbeit, der junge Bosnak nahm den Ball auf und zirkelte den Ball aus 16 Metern zum vielumjubelten 2:1-Siegtreffer in die Maschen. "Die Speuzer sind ein glücklicher Sieger. Wir haben viel Tempo und viele Seitenwechsel gesehen. Alles was ein Derby ausmacht, nur mit schlechtem Ende für uns", bedauerte Golos. Somuns Bilanz fiel anders aus: "Aufgrund der starken zweiten Halbzeit war das ein verdienter Sieg gegen einen sehr unangenehmen Gegner. Ein Sieg des Willens, die Mannschaft wollte den Sieg unbedingt. Kompliment! Wir freuen uns heute noch über den Sieg und ab morgen denken wir an den nächsten Gegner".
Stenogramm:
SG Westend: Mestrovic, Zemanic, Mehmedovic, Assim, Rovcahin, Sabljic, Tahirovic, Radosic, Isovic (52. Honsic), Mustajbegovic, Kahrovic - Trainer: Ramiz Demir.
FFV Sportfreunde 04: Osmanbasic; Amami (46. Kohns), Osmani, Dursun, Puglisi, Bosnak, Tas, Sancak (75. Blazekovic), Ilkiz, Charkaoui (46. Ianotta), Brajanac - Trainer: Mehmet Tunay Somun.
Schiedsrichter: Holger Freese (Schöneck). Zuschauer: 120.
Gelb-Rote Karte: Sead Zemanic (Westend/90.).
Tore: 1:0 Alen Tahirovic (16.), 1:1 Okan Ilkiz (70.), 1:2 Fatih Sultan Bosnak (90./+7).


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