Abgebrochene Spiele neu angesetzt
Gruppenliga Frankfurt West: Nach heftigen Regenfällen am Sonntag
Wie im Hessenliga-Spiel in Eddersheim geschehen, sorgte das Wetter auch auf den Gruppenliga-Plätzen für Kapriolen. Foto: Pedro Acebes
Im Hochtaunus-Kreis stand der Rasenplatz nach sintflutartigen Regenfällen zu Beginn der zweiten Halbzeit komplett unter Wasser. Das Nachbarschaftsderby zwischen TuS Merzhausen und dem FC Neu-Anspach wurde beim Stande von 1:0 für die Gastgeber abgebrochen und für den kommenden Mittwoch um 20 Uhr neu angesetzt. Das Unwetter tobte gegen 16.30 Uhr besonders heftig über dem Frankfurter Stadtgebiet. Im Gallusviertel an der Ackermannwiese führte zu diesem Zeitpunkt der FC Kalbach beim Tabellenzweiten SV BKC Bosnien mit 2:0 und es lief die 81. Spielminute, als der Schiedsrichter angesichts des Wolkenbruchs die Partie vorzeitig für beendet erklärte.
Darüber zeigte sich FCK-Trainer Karol Drynda erbost, denn sein Team hatte bis dahin eine hervorragende Auswärtsleistung geboten und schickte sich an, durch die Tore von Sadullah Erkmen und Joshua Mensah drei ganz wichtige Punkte in den Frankfurter Norden zu entführen. "Ich bin der Meinung, dass sich am Ergebnis nichts mehr geändert hätte. Eher hätten wir das dritte Tor gemacht, weil der Gegner komplett aufgemacht hatte", sagte der entrüstete Drynda.
Obwohl 81 der 90 regulären Minuten absolviert waren und damit 90 Prozent der Partie, wird das Spiel nun am Mittwoch unter völlig anderen Voraussetzungen beim Stande von 0:0 neu angesetzt. Flutlicht und Hartplatz statt Tageslicht und Rasen lauten dann die neuen Bedingungen. "Ich bin enttäuscht, weil schon so lange gespielt war. Am Ende müssen wir es akzeptieren, dennoch ist es komisch, dass ein fast zu Ende gespieltes Spiel wiederholt werden muss", ärgert sich Drynda.
Zumal der Schiedsrichter auf dem Platz bereits verkündet habe, dass nicht mehr weitergespielt werde. Den Platz habe der Unparteiische danach nicht mehr begutachtet, obwohl es nach zehn Minuten bereits aufgehört habe zu regnen. "Wer das Spiel gesehen hat, wäre zur Erkenntnis gekommen, dass nichts mehr passiert wäre. Wir hatten den Gegner komplett im Griff", unterstrich Drynda. "Das ist nicht fair und sehr ärgerlich", zeigte der Übungsleiter kein Verständnis für die Neuansetzung.
Di Falco: "Schiedsrichter hat nicht alle Mittel ausgeschöpft"
Bosniens Sportlicher Leiter Admir Malohodzic zeigte durchaus Verständnis für die Sichtweise des Kalbacher Trainers: "Wir dachten erst, dass das Spiel für den Gegner gewertet wird. Den Ärger können wir nachvollziehen. Wir können aber nichts dafür und realistisch gesehen hätten wir das Spiel in den verbleibenden Minuten nicht mehr gedreht." Ähnlich war es auch am anderen Ende der Mainmetropole in Fechenheim, also im Frankfurter Osten. An der Birsteiner Straße führte die Spvgg. 05 Oberrad durch ein Tor von Todi Vasilev mit 1:0 bei Aufsteiger Spvgg. 03 Fechenheim, als der Abbruch in der 75. Minute erfolgte. "Das war ein echter Wolkenbruch. Der Schiedsrichter hat erst unterbrochen und ging dann noch einmal raus auf den Platz. Das Wasser stand knöcheltief und der Ball ist nicht mehr gerollt, sondern in den Pfützen versunken", berichtete Fechenheims Sportdirektor Asghar Ali-Jaali.
Oberrads Trainer Baldo Di Gregorio meinte dagegen, dass man "eventuell die letzten 15 Minuten hätte zu Ende spielen können." Groß ärgern wollte sich der Ex-Profi über die Neuansetzung am Donnerstag um 20 Uhr indes nicht: "Wir müssen uns nun neu fokussieren und an die gute Leistung anknüpfen. Das gestrige Spiel interessiert mich nicht mehr. Klar sind wir nicht glücklich, aber es bringt nichts sich zu ärgern, weil wir es nicht mehr ändern können."
Das für kommenden Freitag angesetzte Heimspiel gegen den FSV Friedrichsdorf verschiebt sich dadurch auf kommenden Sonntag. "Mir fallen dadurch womöglich einige Spieler aus, da sich einige Leute für das Wochenende etwas vorgenommen haben, da sie vom Spieltermin am Freitag ausgegangen sind", so Di Gregorio. Der Sportliche Leiter Mario Di Falco war der Meinung, dass "der Platz durchaus bespielbar war. Klar kam es ordentlich runter, aber das hat sich nach zehn Minuten relativiert."
Der Schiedsrichter habe nicht alle Mittel ausgeschöpft, um das Spiel fortzusetzen. "Darüber bin ich enttäuscht. Er hat die 30 Minuten Wartezeit nicht ausgereizt. Das habe ich so in meiner Laufbahn noch nicht erlebt", bekannte Di Falco. "Im Endeffekt haben wir 75 Minuten in den Knochen, führten 1:0 mit einem Mann mehr, müssen unter der Woche nochmal dahin fahren und nochmal 90 Minuten gehen", ärgerte sich Di Falco.


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