2:0-Führung reicht Johannesberg nicht
Verbandsliga: Vier Standardtore bei 2:2 gegen Adler
Alin Cotan (rechts) traf per Elfmeter und zeigte auf holprigem Geläuf einige gute Dribblings. Foto: Charlie Rolff
Zwei Dinge ärgerten Jochen Maikranz nach der hektischen und äußerst umkämpften Partie am meisten: "Zum einen vergeben wir beim Stand von 2:0 und 2:1 gleich drei gute Möglichkeiten, um eine Vorentscheidung herbeizuführen. Zum anderen haben wir zu viele unnötige Freistöße aus dem Halbfeld provoziert, ungeachtet der Tatsache, dass der Referee überstrapaziös alles abgepfiffen hat." Es war in der Tat ein kniffliges Spiel für den Schiedsrichter Daniel Velten aus Mittelhessen, der bei unzähligen Zweikämpfen immerzu Schwierigkeiten hatte, seine Linie beizubehalten.
Zunächst lief für die SGJ alles nach Plan: Obwohl die Hausherren schwer ins Spiel fanden und im Aufbau einige Bälle verloren, führten sie nach 25 Minuten mit 2:0. Erst verlängerte Weidenhausens Simon Ewald eine Freistoßflanke von Cino Schwab ins eigene Tor, kurz darauf gelangte eine Hereingabe über Umwege auf rechts zu Radomir Vlk, der von Jan Gerbig gehalten wurde - es gab Elfmeter, aber keine zwingende Verwarnung. Alin Cotan verwandelte den anschließenden Strafstoß cool. "Klar kam die Führung aus dem Nichts, allerdings hätten wir sogar zur Halbzeit noch höher führen können", dachte Maikranz an die Chance von Aleksej Reksius, der nach einer klasse Cotan-Flanke frei zum Schuss kam, aber am überragenden Adler-Keeper Johannes Klotzsch scheiterte (29.). "In dieser Phase gingen bei uns viel zu schnell die Köpfe runter", haderte Gästecoach Ronald Leonhardt.
SGJ jubelt nur kurz über 3:2
Doch dessen Team berappelte sich nach der Pause und kam durch die von Maikranz angesprochenen unnötigen Standards ins Spiel zurück: Erst segelte eine Freistoßflanke von Gerbig ins lange Eck (49.), zehn Minuten vor Schluss kam Thomas Hammer zum Abschluss, nachdem die Johannesberger das Leder mehrfach nicht hatten klären können - 2:2. Eine unglückliche Figur gab vor dem zweiten Tor vor allem Neuzugang Aleksandar Simic mit seinem plumpen Foul ab. Simic war schon vor der Pause für den muskulär angeschlagenen Cino Schwab gekommen, zeigte - auch bedingt durch Knöchelprobleme - im Defensivverhalten Defizite auf.
Dass sich die Hausherren am Ende mehr über zwei verlorene Punkte ärgern mussten, lag indes nicht nur an der hergeschenkten Führung, sondern auch an drei weiteren dicken Möglichkeiten, die Johannesberg nach der Pause liegen ließ: Cotan traf den Pfosten (69.), der für den Rumänen anschließend eingewechselte Osman Özlük verhedderte sich nach einem Hofacker-Abschlag mit dem Weidenhausener Keeper Johannes Klotzsch (84.) - und schließlich wurde ein Kopfballtor von Radomir Vlk kurz vor Schluss wegen Stürmerfouls abgepfiffen. Eine umstrittene Entscheidung, wurde Keeper Klotzsch doch eher von einem Mitspieler bedrängt.
Wie dem auch sei: Am Montag steht in Sand bereits das nächste Topspiel für die Johannesberger an, die laut Maikranz weiterhin noch nicht gefestigt genug seien: "Gerade im Zentrum mussten wir vor dem heutigen Spiel einiges umstellen. WIr sind im Kollektiv noch nicht gut genug aufeinander abgestimmt, sind noch nicht so flexibel und haben nicht alle Spieler auf einem einheitlichen Fitnessstand." Immerhin: Die kämpferische Komponente passte gegen die Adler und stimmt für die kommenden Aufgaben optimistisch.
Die Statistik:
SG Johannesberg: Hofacker - Vlk, Kaizar, Walt, Wiesner - Kengni-Fotsing - Balz, Schwab (38. Simic), Reksius, Noori (46. Moise) - Cotan (72. Özlük).
SV Adler Weidenhausen: Klotzsch - Ewald (46. Pankow), Hammer, Toro Moreno, Beng - Renke (64. Kim), Göbel, J. Gonnermann (88. Pfliegner), Gerbig - S. Gonnermann, T. Gonnermann.
Schiedserichter: Daniel Velten (Schöffengrund). Zuschauer: 180. Tore: 1:0 Simon Ewald (23., Eigentor), 2:0 Alin Cotan (35., Foulelfmeter), 2:1 Jan Gerbig (49.), 2:2 Thomas Hammer (80.). / hall


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