Andreas Schmier: "Wenn ich als alter, dicker Mann ... "
Hessen Hersfelds zukünftiger Coach im Interview
Du hast deine neue Station als „Herkulesaufgabe“ bezeichnet. Wie konnten dich die Verantwortlichen für diese begeistern?
So ein Traditionsverein darf einfach nicht vor die Hunde gehen und hat schnellstmöglich jemanden gebraucht, der sich dieser Aufgabe stellt. Wir müssen eine komplett neue Mannschaft auf die Beine stellen. Das ist schon eine sehr reizvolle Aufgabe und eine echte Hausnummer. Ein fertiges Team übernehmen kann ja jeder, daher gehe ich auf jeden Fall mit dem nötigen Respekt an die Sache heran.
Du hilfst derzeit den Hessen als Spieler aus. Ist das auch in der kommenden Spielzeit angedacht?
Ich hoffe nicht (lacht). Ich tue mir ja selber keinen Gefallen, wenn ich als alter, dicker Mann in der Gruppenliga noch auf dem Feld stehe. Es ist der Situation geschuldet.
Wie schätzt du die derzeitigen Chancen auf den Klassenerhalt ein? Schließlich ist das Team seit 15 Spielen sieglos.
Gerade die Leistung am Wochenende beim 2:2-Unentschieden gegen Petersberg stimmt mich sehr positiv. Die Einstellung hat gestimmt, gerade auch nach den zwei Nackenschlägen, als wir jeweils in Rückstand geraten sind. Die Reaktion war schon außerordentlich gut und das richtige Zeichen vor dem wichtigen Spiel am kommenden Sonntag gegen Schlusslicht Hosenfeld. Sollten wir dieses Spiel gewinnen, haben wir 33 Punkte, dann sieht es mit dem Ligaverbleib ganz gut aus.
Gehen wir vom Worst-Case-Szenario aus: Die Hessen steigen in die Kreisoberliga ab. Wäre das Ziel dann der direkte Wiederaufstieg?
Wir wollen uns in der kommenden Spielzeit erst einmal wieder stabilisieren und eine ruhige Saison erleben – unabhängig von der Spielklasse. Der Verein war vor allem vom Spielerpersonal in den letzten Jahren sehr gut aufgestellt und hat in der Gruppenliga stets eine gute Rolle gespielt. Das werden wir nicht bestätigen können.
Im Sommer wird es einen Komplettumbruch geben. Wie ist der aktuelle Stand der Kaderplanung?
Wir stecken derzeit noch in den Kinderschuhen und haben nur sehr wenige Zusagen für die kommende Saison. Viele Spieler machen es von der Spielklasse abhängig. Dennoch haben wir ein gutes Netzwerk und sind mit vielen Spielern in Kontakt, unter anderem auch mit verbandsligaerfahrenen, die sich am Neuaufbau beteiligen möchten. Wie sagt man schön: Ich bin vorsichtig optimistisch.


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