Asbach macht sechs Minuten die Tür auf

Verbandsliga: Steinbach höchst effizient

17. April 2016, 17:25 Uhr

Petr Kvaca (Nummer 14) traf doppelt. Foto: Charlie Rolff

„Damit ist der Weg für den SV Steinbach in die Hessenliga frei“, sagte der Platzsprecher des SVA Bad Hersfeld nach dem Spiel. Und natürlich hat er Recht. Aber der 4:0 (1:0)-Derbysieg war keineswegs so deutlich, wie das Ergebnis erahnen lässt.

„Ich erzähle jede Woche dieselbe scheiße. Wir machen einfach die Tore nicht. Und bei Steinbach siehst du dann die Qualität vorm Tor“, musste ein sichtlich enttäuschter SVA-Coach Frank Ullrich zu Protokoll geben. Seinen Mannen gab Ullrich einen klasse Plan mit auf den Weg. Situativ früh attackierend, ließen sie den SVS nicht das gewohnte Ballbesitzspiel aufziehen, zwangen ihn immer wieder zu Fehlern, um sich im Konterspiel selbst prächtige Gelegenheiten zu erarbeiten.

Blieb nur ein Problem: Steinbachs Tor war bei den hochkarätigen Möglichkeiten von Stephan Wiegand (15.), Daniel Hanslik (26., 29., 32.) und Sebastian Schuch (44.) wie vernagelt. Als auch noch eine Dreifachchance durch Schuch, Hanslik und Tim Ullrich kurz nach der Pause kläglich vergeben wurde, war klar in welche Richtung die Partie laufen würde.

„Das Spiel war schwierig für uns, weil Asbach wie eine Mauer stand und wir kaum Räume hatten. Heute waren wir aber extrem effizient, haben aus fünf Chancen vier Tore gemacht, das war der Schlüssel“, sagte Petr Kvaca. Er traf wie aus dem Nichts die Latte (27.) und zeigte, dass der SVS auch da ist. Eine Minute später bereitete er die Führung durch Michael Wiegand vor. Richtig brutal wurde es für Asbach zwischen Minute 57 und 63: Dreimal schlug der Primus zu. Zunächst steckte Sascha Schleinig den Ball gut auf Michael Wiegand durch, der den besser postierten Florian Münkel bediente. Dann flankte Julian Rohde präzise auf Münkel, der Kvaca den Ball mustergültig ablegte und der Tscheche sehenswert per Direktabnahme traf. Zu guter Letzt war es Kvacas unfassbare Ruhe am Ball, die er zum 4:0 nutzte.

Knallen in Hünfeld die Sektkorken?

„In dieser Phase haben wir die Ordnung gar nicht gehalten, deswegen bin ich auch enttäuscht, kann der Mannschaft aber überhaupt keinen Vorwurf machen“, blickte Ullrich auf die verhängnisvollen sechs Minuten zurück. Nach den drei Toren nahm Steinbach den Fuß vom Pedal und verlor durch die Auswechslung Kvacas auch deutlich an Spielfreude.
Vor Spielfreude sprühte auch Asbachs Daniel Hanslik, dessen zukünftiger Verein aller Wahrscheinlichkeit nach Steinbach heißen wird. Die Gästefans bekamen schon einmal einen Vorgeschmack, was der beidfüßiger Allrounder alles draufhat. Nur das Tor wollte er auch er nicht treffen.

Steinbach fehlen nun noch acht Punkte, um die Meisterschaft rein rechnerisch in trockenen Tüchern zu haben:„Wir sind gut beraten, wenn wir von Spiel zu Spiel denken. Nächste Woche haben wir mit Neuhof den nächsten schweren Gegner“, gab Kvaca an. Doch wird Neuhof geschlagen und die Konkurrenz patzt, könnte am 1. Mai ausgerechnet in Hünfeld der Titel klargemacht werden. Gerade die alteingesessenen Steinbacher könnten sich wohl keinen schöneren Ort ausmalen.

Die Statistik:

Asbach: Sabela – Ewald (74. Mafuruse), Schreiber, Ebinger, Pannek – M. Schuch (86. Schmidt-Wecken), C. Wiegand – Hanslik, Ullrich, St. Wiegand – S. Schuch.
Steinbach: Motzkus – F. Wiegand (72. Brehl), Terentew, Trabert, Petrasch – M. Wiegand, Paliatka – Schleinig (68. van Leeuwen), Rohde, Kvaca (74. Müller) – Münkel.
Schiedsrichter: Pierre Leitschuh (Barchfeld).
Zuschauer: 300.
Tore: 0:1 Michael Wiegand (28.), 0:2 Florian Münkel (57.), 0:3 Petr Kvaca (60.), 0:4 Petr Kvaca (63.).

Autor: Johannes Götze

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