Verbandsliga: Soden verliert
Aus 2:0 mach 2:3
Kevin Paulowitsch (rechts) erzielte für Bad Soden das 2:0, doch am Ende setzte es gar noch eine Niederlage. Foto: Kevin Kremer
„Riesenkompliment an meine Experten, dass sie dieses Spiel noch gedreht haben. Nach einem 0:2-Rückstand so zurückzukommen, hat Respekt verdient“, sagte das Kasseler Trainer-Urgestein Lothar Alexi und schob die Erklärung, wie seiner Mannschaft dieses Kunststück gelungen war, hinterher: „Die erste Halbzeit haben wir noch verschlafen. Aber es war klar, wenn wir den Druck erhöhen würden, würden wir Bad Soden zu Fehlern zwingen. Und wenn ich sehe, dass wir noch zweimal Pfosten und Latte getroffen haben und der Sodener Torhüter noch einige Großchancen zunichte gemacht hat, dann ist der Sieg in jedem Fall hochverdient.“
Bad Soden musste aus der Vierer-Abwehrkette die verletzten Kevin Pezzoni und Jaroslav Kymlicka sowie den gesperrten Alexander Okyere ersetzen; ferner fehlten der verletzte Mittelfeldspieler Jaron Krapf, der privat verhinderte Angreifer Lukas Ehlert und der verletzte Mittelstürmer Daniele Fiorentino.
Dass er ohne ein halbes Dutzend Stammspieler auskommen musste, mochte Trainer Anton Römmich nicht als Entschuldigung gelten lassen. „Natürlich hat man gesehen, dass manchmal die Sicherheit gefehlt hat, aber die Niederlage ist in erster Linie auf eigene Fehler und einen Spannungsabfall nach 50 Minuten, spätestens aber nach dem 2:0 zurückzuführen. Das war absolut unnötig, ein Punkt war das Mindeste, was man aus diesem Spiel mitnehmen muss.“
Eine Halbzeit lang spielte die Sodener Not-Elf hochkonzentriert. Das Abwehrverhalten war exzellent, Kassel erzeugte kaum Torgefahr. Den Unterschied nach 45 Minuten machte Sodens Spielmacher Christian Pospischil aus, der nach 36 Minuten seine ganze Klasse ausspielte, sich am rechten Strafraumeck freimachte und überlegt zum 1:0 ins lange Eck traf.
Mit dem 2:0 nach gut einer Stunde, eingeleitet von Pospischil, vorbereitet von Betim Mezini und erzielt von Kevin Paulowitsch, wähnte sich Bad Soden anscheinend in Sicherheit. Ein Trugschluss: Fehler schlichen sich ein, klare, einfache Aktionen, die Abhilfe hätten schaffen können, blieben immer häufiger aus.
Bei allen drei Kasseler Treffern halfen die „Sprudelkicker“ mit: Vor dem 1:2 durch den eingewechselten Del Colle spielte der sonst so sichere Innenverteidiger Jan Rintelmann einen freien Ball zum Gegner, vor dem 2:2 durch Salkovic ließen sich auf engstem Raum drei Sodener von Simoneit narren, und beim 2:3 von Simoneit, der nach einer Ecke aus kürzester Distanz per Kopf traf, hatten Simon Huhn und Torwart Abdul Ersöz nicht aufgepasst.
Die Statistik:
SGBad Soden: Ersöz; Demuth, Rintelmann, Neiter, T. Paulowitsch – Mezini, Huhn – Adem (46. Memeti), Pospischil, K. Paulowitsch – Stoilas (88. Sulejmanovic).
CSC 03 Kassel: Rudolph; Kessebohm, Wolf, Iksal, Bode – Lecke, Reuter, Susilovic, Beyer (59. Del Colle) – Simoneit, Salkovic (90.+2 Käthner).
Schiedsrichter: Tobias Vogel (VfB Unterliederbach).
Zuschauer: 150.
Tore: 1:0 Christian Pospischil (36.), 2:0 Kevin Paulowitsch (63.), 2:1 Luca Del Colle (64.), 2:2 Enis Salkovic (70.), 2:3 David Simoneit (88.).

