Bad Vilbel wird im Halbfinale nicht gefordert

Kreispokal Friedberg: VfB Petterweil kein Maßstab für den Verbandsligisten

26. Oktober 2016, 22:15 Uhr

Der FV Bad Vilbel steht im Friedberger Kreispokal-Finale. Foto: Pedro Acebes

Dank eines 4:0-Sieges über den Kreisoberligisten VfB Petterweil zog Verbandsligist FV Bad Vilbel ohne gefordert zu werden in das Endspiel des Kreispokals Friedberg ein. Dabei war die Messe für die zwei Klassen höher spielenden Gastgeber schnell gelesen. Die Mannschaft von Trainer Amir Mustafic brauchte im Prinzip nicht mehr zu tun, als unbedingt nötig, um die biederen Gäste in Schach zu halten. Im Finale treffen die Vilbeler erst im nächsten Jahr im Mai auf den SV Staden.

FV Bad Vilbel - VfB Petterweil 4:0 (2:0)

Eigentlich hätte der unterklassige Verein nach den Pokalregularien Heimrecht genossen, weil es aber am Montag ununterbrochen geregnet hatte, sperrte die Stadt Karben den Rasenplatz in Petterweil. Da deswegen am ursprünglich angedachten Termin am Dienstag nicht gespielt werden konnte, wurde die Paarung kurzerhand gedreht und das Heimrecht getauscht. Entgegen der Ankündigung in der lokalen Presse wurde am Mittwoch jedoch nicht auf dem kleinen Kunstrasenplatz gespielt, sondern auf dem großen Rasenplatz im Leichtathletikstadion.

Christian Balzer fühlt sich in Petterweil wohl

Auf Seiten des Teams von VfB-Trainer Rainer Pausch war mit Christian Balzer ein alter Bekannter mit von der Partie. Der frühere Oberliga-Spieler, einst auch in Diensten der Eintracht Amateure, spielt seit dieser Saison neben seinem Engagement bei der SOMA-Mannschaft der SG Höchst Classique in der Punktrunde beim VfB Petterweil mit. Zuvor hatte Balzer den Frankfurter Kreisoberligisten TSG 51 als Spielertrainer erfolgreich betreut. "Ich fühle mich in Petterweil wohl", sagte der Routinier, der auch eine Fußballschule betreibt, kurz vor dem Anpfiff der Pokalpartie.

In dieser legte der Favorit einen Blitzstart hin und führte nach nur vier Minuten schon mit 2:0. Fatih Uslu hatte einen Abpraller zum 1:0 verwandelt (2.) und kurz darauf versenkte Torben Knauer einen Heber zum 2:0 (4.). Das befürchtete Debakel blieb für die Gäste allerdings aus, die sich fortan am Riemen rissen und den Ball im Rahmen ihrer Möglichkeiten vom eigenen Tor fernzuhalten versuchten. Zeitweise kam Petterweil kaum über die Mittellinie des großen Platzes, auch Balzer hatte wenige Ballkontakte in der Sturmspitze und konnte das Spiel des VfB nicht lenken. Bad Vilbel ruhte sich auf der frühen Führung aus und tat in einem langweiligen Spiel vor nur 40 Zuschauern - viele hatten von der kurzfristigen Verlegung gar nichts mitbekommen - nur das Nötigste. Für den VfB ging es nur darum, sich ohne weiteren Rückschlag in die Halbzeit zu retten.

Fatih Uslu setzt den Schlusspunkt unter einen langweiligen Pokalabend

Auch das Geschehen im zweiten Durchgang war überschaubar. Die Hausherren waren darum bemüht, die Zeit herunterzuspielen, investierten weiter nur das Nötigste. Die Gäste kamen unmittelbar nach der Halbzeit auch zu ihrer einzigen Torchance. Dann traf der eingewechselte Zoran Djordjevic zum 3:0 (50.) und Fatih Uslu mit einem Kopfball setzte den Schlusspunkt zum 4:0-Endstand (73.). Mehr gab es nicht zu sehen in einem ungleichen Pokalduell, in dem Bad Vilbel mühelos in das Endspiel einzog.

"Wir haben und erwartungsgemäß durchgesetzt. Wir hätten aber noch mehr Torgelegenheiten nutzen müssen. Wir haben viel rotiert und die Hälfte des Kaders spielen lassen, die andere nicht. Wir wurden heute realistisch gesehen nicht gefordert", konstatierte Bad Vilbels Coach Amir Mustafic. Für Petterweils Trainer Rainer Pausch war das Spiel "eine gute Lernphase. Wir haben gut mitgearbeitet und das gut gemeistert. Bad Vilbel ist eine andere Hausnummer".

Stenogramm:

FV Bad Vilbel: Milicia; Arefe, Döring, Schlatter, N.Uslu, Knauer, Maksumic (70. Orband), Emmel, F.Uslu (46. Barkok), Jeagal (46. Djordjevic), Gökalp - Trainer: Amir Mustafic
VfB Petterweil: Boniek; Jung, Akdogdu, Roth, Okumus, Balzer (46. Streicher), Kromm, Campagna (35. Obrazhda), Guibega, O.Genc, Ö.Genc - Trainer: Rainer Pausch
Schiedsrichter: Adil Challlioui (Offenbach). Zuschauer: 40
Tore: 1:0 Fatih Uslu (2.), 2:0 Thorben Knauer (4.), 3:0 Zoran Djordjevic (50.), 4:0 Fatih Uslu (73.)

Autor: Pedro Acebes

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