Dalmeidas Elfmeter öffnen den Sportfreunden das Türchen
Kreispokal Offenbach: Stürmer mit Dreierpack bei Kreisoberligist TSG Neu-Isenburg
Kouami Edem Dalmeida markierte drei der vier Seligenstädter Tore im Pokalspiel in Neu-Isenburg. Foto: Scheiber.
TSG Neu-Isenburg - Sportfreunde Seligenstadt 2:4 (0:0)
Seligenstadts Übungsleiter Lars Schmidt hakte die ungemütliche Pokalaufgabe nach dem Schlusspfiff gleich ab: "Für uns zählte hier nur das Weiterkommen, notfalls auch mit einem 1:0. Das habe ich der Mannschaft in der Halbzeit beim Stande von 0:0 vermittelt. Der Termin für ein solches Pokalspiel ist natürlich unglücklich gewählt, aber da mussten wir durch. Die TSG hat sehr tief gestanden, das haben sie sehr gut gemacht und dann brauchten wir hier erst mal einen Dosenöffner. Insgesamt waren wir dann aber besonders nach dem 4:0 hinten zu nachlässig", lautete das Fazit des ehemaligen Bundesligaspielers. In der Tat starteten die Seligenstädter auch dominant in die Partie, ließen den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren und versuchten, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Die Gastgeber versuchten es dagegen aus einer sicheren Defensive über schnelle Konter.
Auch in der Folge blieben die Gäste das bessere Team: Präzises Passspiel, gute Raumaufteilung, flexible Laufwege, doch die entscheidende Idee in der Offensive fehlte. Die Dominanz des Schmidt-Teams war weniger verwunderlich, denn schließlich trennen beide Teams im Ligabetrieb drei Spielklassen. Aber auch der Außenseiter durfte Akzente setzen. Mario Surano zog aus 18 Metern ab, Seligenstadts Torwart Daniel Duschner parierte. Dann wurde Lars Wolfarth auf der linken Seite auf die Reise geschickt, erlief sich den Ball und zog nach innen, schoss aber den Gästekeeper an. Nach gut einer halben Stunde wiesen die Sportfreunde über 70 Prozent Ballbesitz aus - ohne durchschlagenden Erfolg. So ging die Partie bei zeitgleich einsetzendem Regen torlos in die Pause.
Neu-Isenburger hadern mit Schiedsrichter
Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischte der Favorit aus der Hessenliga. Deutlich aggressiver in der Zweikampfführung und zielstrebiger im Spiel nach vorne kamen die Gäste aus der Kabine. Dennoch benötigte Seligenstadt einen Strafstoß als "Dosenöffner". TSG-Akteur Marcel Lipka rutschte im Strafraum auf dem regennassen Belag aus und der Verteidiger fiel mit der Hand auf den Ball. Schiedsrichter Robyn Wensky zeigte zum Entsetzen der Platzherren auf den Elfmeterpunkt. Kouami Edem Dalmeida ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und verwandelte zum 1:0 für Seligenstadt (52.). Vier Minuten später zeigte der Unparteiische erneut auf den ominösen Punkt. Was war passiert? Bei einem Eckball brachte TSG-Torhüter Alexander Brandt mit einem leichten Schubser Seligenstadts Carlos McCrary zu Fall. Wieder gab es Strafstoß und erneut verwandelte Dalmeida zum 2:0 für die Einhardstädter (56.).
"Den ersten Elfmeter kann man vielleicht geben, aber der zweite war ein Witz. Ohne diese beiden Strafstöße gegen uns gehen wir hier vielleicht in die Verlängerung", ärgerte sich hinterher Elmar Stroh, der Trainer der Hausherren. Erst danach zeigte Seligenstadt seine Dominanz und erhöhte durch Fidan Salii auf 3:0 (59.). Und dann zog sich der Referee erneut den Unmut der Heimelf zu, denn in der 65. Minute sah der eingewechselte Neu-Isenburger Marius Tisch Rivero plötzlich die Gelb-Rote Karte wegen Meckerns. Der Spieler war zur Halbzeit eingewechselt worden und der Schiedsrichter hatte sich eine Gelbe Karte gegen den Akteur notiert, weil er sich nicht ordnungsgemäß angemeldet haben soll. Nach Beratungen mit dem Linienrichter nahm Wensky den Platzverweis wieder zurück, weil sich der Spieler beim Assistenten mit Auswechselkärtchen angemeldet hatte.
Nach dieser kuriosen Episode legte Dalmeida noch seinen dritten Treffer zum 4:0 nach (71.). Wer allerdings gedacht hatte, die TSG würde sich jetzt endgültig dem Schicksal ergeben, sah sich schnell getäuscht. Die Gastgeber investierten fortan viel und wurden in der 85. Minute mit dem trockenen Abschluss von Marco Haseim zum 1:4 auch belohnt. In der Schlussminute gelang Marco Caruso mit dem 2:4 noch ein insgesamt achtbares Endresultat für den Kreisoberligisten. Trainer Elmar Stroh zog ein insgesamt positives Fazit: "Taktisch haben wir das sehr gut gemacht. Wir standen tief und haben Seligenstadt den Ball überlassen. Die zwei Elfmeter haben das Spiel mitentschieden. Auf der anderen Seite hätte er für uns auch Elfmeter geben können. Wir haben uns hier gegen den Hessenligisten sehr gut aus der Affäre gezogen".
Stenogramm:
TSG Neu-Isenburg: Brandt; Landzettel, Lipka, Surano (64. Caruso), Kifle, Kapoor, Wolfarth, El-Issami (63. Barth), Karasu, Harseim, Faissal (46. Titsch Rivero) - Trainer: Elmar Stroh.
Sportfreunde Seligenstadt: Duschner; Salii, Krist (76. Glaab), Bellos, McCrary, Hertrich (63. Kunisch), Dalmeida, Piarulli, Mladenovic (66. Leis), Hillmann, Willand - Trainer: Lars Schmidt.
Schiedsrichter: Robyn Wensky (Gravenbruch). Zuschauer: 50.
Tore: 0:1 und 0:2 Kouami Edem Dalmeida (52./Handelfmeter, 56./Foulelfmeter), 0:3 Fidan Salii (59.), 0:4 Kouami Edem Dalmeida (71.), 1:4 Marco Harseim (85.), 2:4 Marco Caruso (90.).
Besonderes Vorkommnis: Schiedsrichter Wensky nimmt Gelb-Rote Karte gegen Neu-Isenburgs Marius Titsch Rivero nach Rücksprache mit seinem Assistenten zurück (65.).

