"Derbysieg war Genugtuung nach den Spitzfindigkeiten"

Hessenliga: Sebastian Kress blickt zurück und voraus

20. August 2015, 10:00 Uhr

Sebastian Kress ballte auch nach dem Sieg gegen Borussia die Fäuste - aus Genugtuung. Foto: Charlie Rolff

Wochenlang hieß es nur "Derby, Derby, Derby". Jetzt heißt es für den TSV Lehnerz ligatechnisch erst einmal nur "business as usual". Wobei das gefühlte Tagesgeschäft ausgerechnet bei dem Verein seinen Beginn findet, mit dem es in den vergangenen beiden Spielzeiten die heißesten Begegnungen gab. Die Rede ist von den Sportfreunden Seligenstadt, zu denen es am Samstag (15 Uhr) geht.

Im letzten Duell verschossen die Sportfreunde weit in der Nachspielzeit einen Elfmeter zum möglichen 1:1, davor verspielte Lehnerz in Überzahl eine 2:1-Führung und wiederum ein Spiel zuvor flogen nach Ablauf der 90 Minuten die beiden damaligen Topstürmer Stanislav Szylagi (TSV Lehnerz) und Peter Sprung (Seligenstadt). "Da waren immer richtig Emotionen drinnen. Aber die wurden meist von den Zuschauern und von Außen hereingetragen", erinnert sich TSV-Verteidiger Sebastian Kress, der nicht so richtig weiß, was er von den Sportfreunden in dieser Saison halten soll: "Da gab es ja schon einige Abgänge. Aber man muss sich ja nur die aktuelle Tabelle anschauen. Außer Rot-Weiss Frankfurt, die etwas wegziehen, ist alles ausgeglichen."

Ist für die ganze Liga der aktuelle Tabellenführer vom Brentanobad eine Überraschung, relativiert Kress das: "Unser Trainer hatte die komischerweise von Anfang an auf der Rechnung. Das ist ja wie so oft bei einem Aufsteiger: Die haben lange nicht verloren und da ist es mental ganz selbstverständlich, die Spiele zu gewinnen." Und die Qualität sei eben auch ganz einfach da beim Aufsteiger aus Frankfurt.

Die ganze Qualität brachte Lehnerz letzten Freitag beim überraschend deutlichen 4:1-Erfolg gegen Borussia Fulda auf den Platz: "Nach dem holprigen Start und der Derbyniederlage zu Beginn, gab es schon einige Spitzfindigkeiten. Deswegen war der Sieg schon Genugtuung und wurde von uns dementsprechend genossen", gibt Kress Einblick in seine Gefühlswelt. Derbyheld Kemal Sarvan wird aber am Samstag genauso fehlen, wie Alex Reith, der am Meniskus operiert werden muss und acht Wochen ausfallen wird.

Autor: Johannes Götze