A-Liga Hünfeld/Hersfeld
Dörr verhindert schlaflose Nächte
Tino Eisenhardt (in schwarz) und seine Burghauner siegten in einem rassigen Duell. Foto: Kevin Kremer
Der patzende Torwart heißt Julian Lenk, der einen harmlosen 45-Meter-Freistoß von Soisdorfs Niklas Schuhmann durch die Finger flutschen ließ. Kaum jemand, der Berichterstatter eingeschlossen, konnte im Moment des Tores sagen, wer es denn geschossen hätte. Der Ansager benötigte geschlagene vier Minuten, bis er den richtigen Namen erfragt hatte. Warum? Es hatte niemand bei der harmlosen Freistoßsituation nahe der Mittellinie mit Gefahr gerechnet. Das Tor war der Ausgleich nach gut einer Stunde, der mitten in die Druckphase der Hausherren fiel. Vorher knallte das Leder an den Pfosten, nachher auch noch mal. Soisdorf war am Drücker, aber auch weil Lenk sich nicht beirren ließ und ansonsten ein klasse Spiel ablieferte, blieb es bei diesem einen Tor für den SCS.
Und doch hätte Lenk wohl bis mindestens zum nächsten Spiel am Sonntag kaum ein Auge zugemacht, wäre da nicht sein Teamkollege André Dörr gewesen, der wie aus dem Nichts den Siegtreffer erzielte. Nach einer Ecke konnte sich der Joker in aller Ruhe um die eigene Achse drehen und aus fünf Metern treffen (79.). Dörr, eigentlich in der Innenverteidigung gesetzt, war zum Anpfiff noch gar nicht da, weil er noch arbeiten musste. Schon der Führungstreffer für die dezimierten Burghauner, bei denen Kapitän Jannis Gavos und Stürmer Marius Keller fehlten, war für Soisdorf mehr als vermeidbar: Ebenfalls nach einer Ecke kam Kai Fischer 30 Meter vor dem Tor an den Ball, spielte den ersten Gegenspieler aus und durfte, zur allgemeinen Verwunderung, von dort an schnurstracks in den Strafraum marschieren und einnetzen (20.). Da war die Führung für Burghaun vor toller Kulisse noch verdient, der Sieg am Ende aber ein glücklicher.
Eine ganz eigene Geschichte lieferte die Ansetzung des Schiedsrichters: Ob der Ansetzer ein hochbrisantes Duell erwartet hatte? Zumindest bekam zunächst mit Carsten Dücker (TSG Mackenzell) ein Hessenliga-Schiedsrichter den Auftrag. Da Dücker aber kurzfristig erste Versuche als Beobachter unternehmen wollte, gab er das Spiel am Donnerstagabend zurück. Und wer dachte, es könne nicht noch hochklassiger werden, der irrte sich gewaltig. Schließlich reiste statt Dücker mit Joshua Herbert (DJK FSV Schwarzbach) ein Regionalliga-Schiedsrichter an. Der löste das mit harten Bandagen geführte Duell selbstredend wie im Schlaf, verteilte dabei fünf Gelbe Karten und widmet sich am Samstag wieder höheren Aufgaben: U19-DFB-Pokal zwischen dem 1. FC Nürnberg und der TSG Hoffenheim.
Die Statistik:
SC Soisdorf: Eifert – Ziegler, van Thiel, Kister, Nils Schuhmann – Stark, Stein – Fladung, Stumpf, Köller – Niklas Schuhmann. (Abel).
SV Rot-Weiss Burghaun: Lenk – Seifert, Wenzel, Rösner, Bosold – Heider, Fischer, Heppe, Kimpel – Kröning, N. Gavos. (Dörr, Hutfleß).
Schiedsrichter: Joshua Herbert (DJK FSV Schwarzbach).
Zuschauer: 200.
Tore: 0:1 Kai Fischer (20.), 1:1 Niklas Schuhmann (61.), 1:2 André Dörr (79.).

