Dreieich zeigt seine Klasse erst in Durchgang zwei
Hessenliga: Steinbach hält bei 0:3-Pleite eine Halbzeit prima mit - Fotostrecke
Die Elf von Trainer Karl-Josef Müller machte in der ersten Halbzeit ein richtig gutes Spiel und verteidigte geschickt. So kamen die Hausherren nur zu zwei vernünftigen Torchancen im ersten Durchgang. Einen feinen Spielzug über die rechte Seite verpasste Marco Di Maria im Zentrum nur ganz knapp (4.), ein Freistoß von Ex-Profi Youssef Mokhtari aus 20 Metern ging knapp über das Tor (31.). Viel mehr brachte der Tabellenführer, der unter der Woche erst Bundesligist Eintracht Frankfurt mit 2:1 besiegt hatte, nicht zustande.
Steinbach hingegen wurde immer wieder nach schnellem Umschaltspiel sowie eigenen Standardsituationen gefährlich. Die dickste Chance besaß Michael Wiegand, der nach Freistoß von Julian Rohde am handlungsschnellsten reagierte und aus sieben, acht Metern abzog, der Ball wurde erst auf der Linie von Mokhtari geklärt (26.). Pech hatten die Gäste ebenfalls in Minute 37. Ein ruhender Ball von Sasa Dimitrijevic wurde von Ljubisa Gavric so unglücklich abgefälscht, dass Dreieich-Keeper Paul chancenlos gewesen wäre, das Leder ging allerdings ganz knapp am Tor vorbei. Zweimal gefährlich wurde außerdem Daniel Hanslik, seine Abschlüsse verfehlten das Ziel jeweils nur knapp (16., 27.).
Entschieden wurde die Partie aber - zum Leidwesen der Steinbacher - in den ersten zehn Minuten des zweiten Spielabschnittes. Die Elf von Trainer Rudi Bommer zeigte sich nun viel zielstrebiger als in Durchgang eins, als Dreieich sehr pomadig agierte. Dosenöffner war letztlich das 1:0 von Loris Weiss in der 48. Minute, der aus kürzester Distanz keine Mühe hatte, den Ball per Kopf über die Linie zu drücken. Für die Vorentscheidung sorgte Tino Lagator nur sieben Zeigerumdrehungen später, der bei einer Flanke herrlich in die Schnittstelle lief (55.). Bitter für Steinbach: Der Treffer fiel aus einem direkten Gegenstoß, zuvor verschenkte Dimitrijevic eine tolle Kontermöglichkeit leichtfertig (54.).
Für den 3:0-Endstand sorgte Weiss dann in der 65. Minute, der ein Missverständnis zwischen Tom Wiegand und Schwab ausnutzte und frei vor SVS-Keeper Marco Motzkus seinen fünften Saisontreffer markierte. Danach passierte herzlich wenig, Dreieich zog sich zurück und setzte mit schnellem Umschaltspiel immer wieder Nadelstiche, während Steinbach im Spiel nach vorne nichts mehr nennenswertes auf das Tor brachte.
"Wenn wir nicht am Limit spielen, dann wird es für uns gegen jeden Gegner in der Liga schwer. Gerade dann, wenn eine Mannschaft so tief steht wie Steinbach", sagte Dreieichs Mittelfeldspieler Youssef Mokhtari, der anfügte, "dass wir es in der zweiten Halbzeit dann besser gemacht haben. Wir haben die nötige Geduld an den Tag gelegt." Steinbachs Coach Karl-Josef Müller sagte: "Wir haben für unsere Verhältnisse, speziell in der ersten Halbzeit, ein gutes Spiel gemacht. Wenn du in Dreieich aber etwas holen willst, musst du die Chancen nutzen. Dennoch können wir zufrieden sein, wir haben uns im Vergleich zum Stadtallendorf-Spiel um 100 Prozent gesteigert."
Die Statistik:
Hessen Dreieich: Paul - Lekaj (81. Kohl), Duda, Gavric, Opper - Henrich, Alikhil - Weiss, Mokhtari (85. Schneider), Amiri - Di Maria (46. Lagator).
SV Steinbach: Motzkus - F. Wiegand, Trabert, Schwab (81. Petrasch), T. Wiegand - Paliatka, M. Wiegand - Dimitrjevic (81. Kvaca), Rohde, Hanslik - Münkel.
Schiedsrichter: Simon Heß (Heppenheim). Zuschauer: 300. Tore: 1:0 Loris Weiss (48.), 2:0 Tino Lagator (55.), 3:0 Loris Weiss (65.).


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