Eddersheim will Spitze verteidigen

Verbandsliga Mitte: Kann Kelsterbach Schützenhilfe leisten?

23. Februar 2018, 16:00 Uhr

Trifft Eddersheims Torjäger Turgay Akbulut auch gegen Dietkirchen? Foto: Marcel Lorenz

Auch in der Verbandsliga Mitte soll am kommenden Sonntag wieder offiziell der Ball rollen. Dabei möchte Spitzenreiter FC Eddersheim mit einem Heimsieg gegen TuS Dietkirchen seine Spitzenposition vor den Sportfreunden/Blau-Gelb Marburg verteidigen, die bei Viktoria Kelsterbach gastieren. Für den SV Zeilsheim und Germania Schwanheim dauert die Winterpause eine Woche länger. Die Spiele beim SSV Langenaubach und dem FC Waldbrunn fallen den schlechten Platzverhältnissen zum Opfer.

FV Biebrich - SG Kinzenbach (Sonntag, 15 Uhr)

Nach einem mittelmäßigem Saisonstart und langer Platzierung in der mittleren Zone der Tabelle zeigte die Fieberkurve für den FV Biebrich vor der Winterpause wieder nach oben: Nur eine Niederlage musste der Traditionsklub in den letzten acht Ligaspielen hinnehmen, derzeit steht der FVB auf Platz sechs. Die Wiesbadener weisen aber schon 15 Punkte Rückstand auf den Tabellenzweiten Sportfreunde/Blau-Gelb Marburg auf, weshalb es für Biebrich in der Restrunde um eine Platzierung im oberen Drittel der Liga geht. Gegen Aufsteiger SG Kinzenbach gilt die Mannschaft von Trainer Nazir Saridogan nicht nur aufgrund ihrer Heimstärke als klarer Favorit auf dem Dyckerhoff-Sportfeld.

Eine richtungsweisende Partie nach dem Ende der Vorbereitung mit drei Testspielsiegen in vier Partien. Am Mittwochabend wurde der letzte Test beim Gruppenligisten SG 01 Höchst absolviert. Die SG Kinzenbach will ihre ernüchternde Auswärtsbilanz von gerade einmal fünf Punkten in Biebrich am Sonntag aufpolieren. Vor der Winterpause ergatterte das Team von Trainer Oliver Dönges ein 1:1 bei Spitzenreiter FC Eddersheim und schlug dann den FV Breidenbach auf dem heimischen Kunstrasen mit 1:0. Das sollte den Biebrichern Warnung genug sein, um die Gäste aus dem Heuchelheimer Stadtteil westlich der Kreisstadt Gießen nicht zu unterschätzen.

SG Oberliederbach - FC Dorndorf (Sonntag, 15 Uhr)

Für die SG Oberliederbach geht es nach dem Winter gleich richtig los. Der Tabellenvorletzte liegt fünf Zähler hinter dem kommenden Gegner und sollte auf keinen Fall verlieren, wenn es noch etwas mit dem Klassenerhalt werden soll. Nach derzeitigem Stand sieht es so aus, als ob vier Teams absteigen werden (sollte Ederbergland aus der Hessenliga runter kommen). Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt in diesem Fall fünf Zähler. Dementsprechend ist die Partie für Thomas Schlierbach "entscheidend, wie es weiter geht. Wir dürfen auf keinen Fall verlieren." mit den Absteigerzahlen, "es kann ja auch sein, dass nur drei Mannschaften absteigen, wenn Ederbergland die Klasse hält", will sich der SGO-Coach aber gar nicht weiter befassen. "Wir müssen auf uns schauen und brauchen nicht über 'hätte' oder "wäre' zu diskutieren. Das können wir eh nicht beeinflussen."

Mit der eigenen Vorbereitung ist Schlierbach "grundsätzlich zufrieden. Wir haben das System ein bisschen umgestellt und hatten in den Testspielen Höhen und Tiefen." Den kommenden Gegner kann der Trainer bislang schwer einschätzen. "Das ist schwierg. Ich wollte sie mir in der Vorbereitung eigentlich anschauen, aber bei denen sind viele Testspiele ausgefallen." Beim gestrigen Test der Dorndorfer bei der Usinger TSG war Schlierbachs Co-Trainer aber vor Ort. "Generell will ich aber weniger nach dem Gegner schauen. Wir haben die Qualität. Die müssen wir aber auf den Platz bringen." Personell sieht es derweil gut aus. Bis auf den Langzeitverletzten Marvin Strenger fehlt nur Kahsai Ghebrezghi, der sich laut Schlierbach einen Innenbandriss zugezogen hat. Zudem soll sich Kapitän Sebastian Hirschle, der seit Mitte Oktober gefehlt hatte, aber die Vorbereitung absolvieren konnte, zunächst Spielpraxis in der zweiten Mannschaft holen.

Viktoria Kelsterbach - Sportfreunde/Blau-Gelb Marburg (Sonntag, 15 Uhr)

Die Viktoria aus Kelsterbach empfängt im ersten Spiel nach der Pause den Tabellenzweiten Blau-Gelb Marburg. Für das Team des im Sommer scheidenden Trainers Ralf Horst steht also gleich ein echter Prüfstein auf dem Programm. "Das ist vollkommen richtig, aber ich bin froh, gleich mit einem solchen Brocken zu starten", sagt Horst, der zugibt, dass seine letzte Vorbereitung mit derMannschaft "schon ein bisschen was anderes war. Die Jungs haben das bislang super gemacht. Wir haben gute Ergebnisse in den Testspielen erzielt und die Trainingsbeteiligung war überragend."

Zudem kann der Trainer gegen Marburg aus dem Vollen schöpfen. "Stand heute sind alle Mann, die im Kader stehen, mit dabei." Die Zielsetzung für die Rückrunde ist ebenfalls klar. Nachdem die Viktoria durch zwischenzeitlich sieben Niederlagen in Serie in der Tabelle abgerutscht war, soll die Saison so gut wie möglich zu Ende gespielt werden. Im Hinspiel führte die Horst-Elf lange Zeit, musste sich dann aber noch mit 1:2 geschlagen geben. Mit einem Sieg gegen die "Blau-Gelben" würde die letzte Halbserie für den Coach gleich gut losgehen.

FC Eddersheim - TuS Dietkirchen (Sonntag, 15 Uhr)

Gegen den TuS Dietkirchen wird sich für den Tabellenführer zeigen, wie die Mannschaft die Winterpause verkraftet hat und ob das Team an die Leistungen aus der ersten Saisonhälfte anknüpfen kann. Mit 14 Siegen und nur einer Niederlage war der FC Eddersheim das Maß aller Dinge und führt die Tabelle trotz eines weniger absolvierten Spiels im Vergleich zu den direkten Verfolgern an. Die eine Niederlage resultierte aus dem Hinspiel, wobei Rouven Leopold den Löwenanteil der Niederlage beim Schiedsrichter sieht: "So etwas sage ich selten, ab in dem Fall war es so." Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte bekamen die Eddersheimer gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs einen fragwürdigen Elfmeter gegen sich und im Verlauf des Spiel drei Platzverweise, wovon laut dem Coach nur "einer berechtigt war."

Dementsprechend "wollen wir uns die Punkte wieder holen, um die wir betrogen wurden", so Leopold, der aber explizit anmerkt: "Dietkirchen konnte da nichts für." Den ersten Gegner nach dem Winter sieht der Trainer als "robuste Mannschaft, die diszipliniert auftritt. Der Tabellenplatz im vorderen Bereich ist gerechtfertigt." Mit der eigenen Vorbereitung war der Coach "nicht so zufrieden", was auch an den Auftritten in den Testspielen lag. mit Ausnahme der letzten Partie, die "richtig gut war. Das ist bei uns ein schmaler Grat zwischen Selbstvertrauen und Überheblichkeit. Da haben mir viele Sachen nicht so gefallen, wie die Vorbereitung auf manche Testspiele."

Gute Nachrichten gibt es dagegen auf der Personalseite. "Der komplette Kader steht zur Verfügung. Das ist sehr gut." So ist der in der Hinrunde lange fehlende Ivan Rebic wieder voll mit dabei. Und auch Toptorjäger Turgay Akbulut, der aufgrund von Problemen mit dem Hüftbeuger erst gegen Bad Vilbel mitwirken konnte, "ist jetzt dabei." Aufgrund der nicht optimalen Vorbereitung "wissen wir nicht so ganz wo wir stehen. Es ist wichtig, wie wir die ersten vier Spiele reinkommen", sagt Leopold, macht aber auch deutlich: "Wir wollen da oben bleiben."