Wie Karamatic Borussia voranbringen will
Ein Novize für den schlafenden Riesen
Zlatko Radic. Thomas Reith. Namhafte Trainer waren in den vergangenen Tagen bei Borussia Fulda als Nachfolger von Hayrettin Yildiz ins Spiel gebracht worden. Der SCB schlug letztlich bei Karamatic zu. Nicht etwa Zeljko, aktuell und künftig Coach von Verbandsligist SG Johannesberg. Sondern Marko Karamatic, Zeljkos jüngeren Bruder, der seine erste Trainerstation im Seniorenbereich antreten wird. Zuvor coachte der 35-Jährige die B- und C-Junioren der JSG Künzell.
„Es ging alles innerhalb von drei, vier Tagen und unheimlich schnell vonstatten. Die Verantwortlichen der Borussia haben mich kontaktiert, und scheinbar konnte ich sie schnell von meinem Konzept überzeugen“, so der künftige Borussen-Coach. Konkret sieht das Konzept vor, die momentan recht alte Mannschaft zu verjüngen, hungrige talentierte Spieler neben etablierten Kräften wie Peter John, Peter Enders und Julien Mackenrodt einzubauen. Dass Karamatic Nachwuchsakteure entwickeln kann, bewies er in Künzell, wo zahlreiche Spieler später den Schritt in die Junioren-Verbandsliga vollzogen.
Zuletzt war Karamatic Spieler der SG Dammersbach/Nüst und pausierte als Trainer. Nun steht für ihn der „nächste Schritt“ bei Borussia an. Welch Kragenweite das einstige Aushängeschild der Region noch immer hat, wurde dem 35-Jährigen in den vergangenen Tagen bewusst. Zahlreiche Nachrichten erreichten ihn nach Bekanntwerden seines Wechsels, die Rückmeldungen waren fast ausschließlich positiv. Durch seine vielen Jahre als Spieler – zum Beispiel bei Lehnerz III, Johannesberg oder Kerzell – hat Karamatic zahlreiche Kontakte knüpfen können, unter Trainern wie Stefan Dresel oder Stephan Walter einiges mitnehmen können für seine eigene Laufbahn.
"Der Verein ist einzigartig"
„Borussia Fulda ist nicht irgendein Verein. Allein der Rückhalt der Fans ist einzigartig. Wir wollen eine Mannschaft auf den Platz schicken, mit der man sich identifizieren kann. Wir wollen die Zuschauer mit attraktivem Offensivfußball gewinnen. Aber auch die Mentalität muss stimmen: Man soll Spieler sehen, die sich füreinander den Arsch aufreißen“, betont Karamatic. Ob der offensive Mittelfeldspieler dabei selbst auf dem Spielfeld stehen wird, bleibt abzuwarten. Knieprobleme plagen den Routinier schon seit einiger Zeit, weswegen er kein Problem hätte, sich hinter jüngeren Spielern anzustellen und von draußen zu coachen.
Alles für das Ziel, das Maximale herauszuholen. Das Wort Aufstieg will Karamatic noch nicht in den Mund nehmen, „aber ich komme nicht, um Sechster oder Siebter zu werden. Der Verein befindet sich mit dem neuen Vorstand auf dem richtigen Weg.“ Wird der schlafende Riese also bald wieder so richtig zum Leben erweckt? „Zu sehr möchte ich noch nicht in die Zukunft schauen. Ich denke aber schon, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis der Verein wieder ein, zwei Klassen höher spielen wird. Und dann muss man schauen, wie weit nach oben es gehen kann.“

