Erneut kostet Schlafmützigkeit Punkte
Verbandsliga: Am Ende wird's unschön
„Wir haben die ersten 20 Minuten verpennt.“ So lautet kurz zusammengefasst die Erklärung von Schmitt, der in der Winterpause Sead Mehi? beerbt hatte, für die neunte Saisonniederlage. Für den verletzten Tim Mulfinger hatte der SG-Trainer Lars Jordan gebracht, ansonsten startete dieselbe Mannschaft wie gegen den CSC.
Verstärkt mit gleich sechs Spielern aus der ersten Mannschaft begann der KSV stark. Nachdem Hasan Pepic zunächst nur die Latte getroffen hatte (10.), schob Routinier Sebastian Busch im zweiten Nachschuss nach einem Standard zum 1:0 für die Junglöwen ein (15.). Sergio Sosa Perez baute die Führung mit dem 2:0 aus, nachdem Cabrel Mendy einen Diagionalball von Mounir Boukhoutta vor das Tor gebracht hatte (20.).
Doch Lars Jordan brachte die „Sprudelkicker“prompt – „aus heiterem Himmel“ (KSV-Trainer Thorsten Hirdes) – mit einem Flachschuss aus 20 Metern wieder ran (26.). Dann strich Jaron Krapfs Direktabnahme knapp am KSV-Kasten vorbei. Näher sollten die Gäste in der Folge nicht mehr am Ausgleich schnuppern. „Wir hätten uns auch nicht beschweren können, wenn wir zur Pause schon 0:3 zurück gelegen hätten“, erklärte Schmitt.
Mindestens fünf glasklare Möglichkeiten ließ die Regionalliga-Reserve ungenutzt, ehe Kevin Richter zum 3:1-Endstand in der Schlussminute traf. „Ein Schuss von Lukas Ehlert wurde geblockt, zudem hatten wir ein, zwei Fernschüsse. Das war nicht groß zwingend“, gab der Sodener Trainer zu. Schon in der zweiten Minute war Kassels Muhammed Gülsen von einem Sodener in einem Kopfballduell so unglücklich mit dem Ellenbogen getroffen worden, dass er mit Verdacht auf Jochbeinbruch mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Die Partie war einige Minuten unterbrochen.
Unschöne Szenen dann auch kurz vor dem Abpfiff: Zunächst kam Kassels Sechser Busch gegen Hamza Boutakhrit zu spät. „Das war ein rotwürdiges Foul“, befand Schmitt. „Er hätte ihm das Bein brechen können. Hamza hat vier, fünf blutige Striemen an der Wade.“ Vom Platz flog allerdings Boutakhrit, weil er sich zu heftig beschwerte. „Da gingen die Emotionen dann in der Folge hoch“, führte Schmitt aus. Was darin gipfelte, dass sich kurz danach Kassels Adrian Bravo Sanchez und Sodens Dimitrij Scheller erregt Kopf an Kopf mit gegenseitigen Spuckvorwürfen gegenüber standen. „Der Schiedsrichter war in dem Spiel nicht gerade auf unserer Seite“, resümierte Sodens Trainer, zeigte sich aber selbstkritisch: „Im Endeffekt hat es nicht am Schiedsrichter gelegen. Die Niederlage war nicht unverdient.“ / sar
Bad Soden: González García – Harmancioglu (85. Breitenberger), Blocher, Scheller, Demuth – Moaremoglu, Boutakhrit – Paulowitsch (67. De Carvalho), Ehlert, Jordan – Krapf (80. Dananovic).
Kassel: Gorczyca – Osmanoglu, Künzel, Boukhoutta, Gülsen (2. Krug/44. Richter) – Busch, Bravo Sanchez – Mendy, Pepic, Bredow – Sosa Perez (70. Ochs).
Tore: 1:0 Sebastian Busch (15.), 2:0 Sergio Sosa Perez (20.), 2:1 Lars Jordan (26.), 3:1 Kevin Richter (90.). Gelb-Rote Karte: Boutakhrit (80., Bad Soden).


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