Fink glänzt bei souveräner Gießener Performance

Hessenliga: 3:0-Sieg gegen Hadamar

17. November 2018, 15:49 Uhr

Michael Fink (links) markierte zwei Tore für den Spitzenreiter. Foto: Pedro Acebes

Spitzenreiter FC Gießen hat am Samstagnachmittag seine Ausnahmestellung in der Hessenliga mit einem souveränen 3:0 (2:0)-Erfolg gegen den bisherigen Tabellenvierten Rot-Weiß Hadamar zementiert. Gegen offensiv enttäuschende Fürstenstädter glänzte beim Meisterschaftsanwärter vor allem Ex-Profi Michael Fink als zweifacher Torschütze.

Hadamars Trainer Torsten Kierdorf war sich hinterher in seiner Analyse ganz sicher, dass sein Team in der kommenden Saison nicht mehr im Gießener Waldstadion auftreten werde. "Der Sieg für Gießen ist hochverdient. Wir können uns mit diesem Verein nicht messen, denn das sind andere Welten. Diese Mannschaft ist zwei bis drei Klassen besser als Alzenau. Ich gehe davon aus, dass sie mindestens mit zehn Punkten Vorsprung Meister werden. Wir trainieren nur dreimal die Woche und mein Kapitän kommt um 3 Uhr aus der Backstube raus. Ich wünsche dem FC Gießen viel Spaß in der Regionalliga." Ganz so weit ist es zwar noch lange nicht, aber der Tabellenführer spielte auch nach zähem Beginn geduldig weiter und versuchte immer wieder, Druck auf die Defensive der Gäste auszuüben.

"Für das Lob der Gegner können wir uns nichts kaufen, wir müssen uns die Punkte immer wieder Woche für Woche hart erarbeiten", wollte FCG-Coach Daniyel Cimen die vorzeitigen Lorbeeren nicht annehmen. Man habe durchaus gesehen, warum Hadamar im oberen Drittel platziert ist, betonte der Ex-Profi. Markus Müller und Alban Lekaj vergaben erste gute Gelegenheiten für den Klassenprimus, bevor die Westerwälder erstmals aus einer kompakten Defensive zu gefährlichen Konterchancen kamen. Die Umschaltqualitäten der Gäste wurden in dieser Phase offensichtlich, jedoch konnte Jann Bangert weder die erste Möglichkeit nutzen, noch die bessere zweite, als Torjäger Yves Böttler ihm den Ball in den Lauf gespielt hatte, Bangert aber an FCG-Torhüter Tolga Sahin scheiterte. Gießen schockte das keineswegs, denn noch vor dem Ablauf der ersten halben Stunde ging der Favorit in Führung. Nach einem Eckball von Cem Kara hämmerte Fink den Ball sehenswert zum 1:0 direkt ins Netz (29.).

Daniyel Cimen: "Es ist nicht immer einfach für uns, den Erwartungen gerecht zu werden"

Nur drei Minuten danach legten die Mittelhessen nach: Christopher Spang traf aus 18 Metern flach ins rechte Eck - 2:0 (32.). Das war zu diesem Zeitpunkt eine beeindruckende und souveräne Performance des FC Gießen, der sich diesen komfortablen Vorsprung aufgrund des größeren Aufwandes mit dem größeren Ertrag auch verdiente. "Wir mussten eine gute Balance finden und dominant auftreten, aber trotzdem in der Verteidigung so konzentriert zu sein, dass wir diese starke Hadamarer Offensive in den Griff bekommen. Das ist uns über weite Strecken des Spiels gelungen", analysierte Cimen. Mit Wiederanpfiff ließ Gießen zunächst in Sachen Intensität nicht nach und ließ Hadamar offensiv nicht zur Entfaltung kommen. Das Aufbäumen der Gäste war nicht zwingend genug, obwohl Hadamar nach einer Stunde in Gestalt von Böttler doch mit einem Kopfball, bei dem sich Sahin mächtig strecken musste, auf den Plan kam.

Das 3:0, bei dem SVH-Torhüter Christopher Strauch einen Distanzschuss nicht festhalten konnte und Kevin Nennhuber quer zum freistenden Fink passte, der dann locker einschob, bedeutete die Entscheidung (66.). Die Hausherren brachten den Vorsprung sicher ins Ziel und ließen in der Schlussphase nichts mehr anbrennen. "Es ist nicht immer einfach für uns, den Erwartungen gerecht zu werden. Davor ziehe ich meinen Hut, dass sie es sich immer wieder selbst beweisen", betonte der Gießener Trainer. Alle Heimspiele in dieser Saison konnten bislang verlustpunktfrei gestaltet werden. Es gelte nun, mit dem momentan dünnen Kader gut zu regenerieren und die letzten beiden Spiele in 2018 erfolgreich zu gestalten. "Das wollen wir positiv bestimmen", blickt Cimen auf das Gastspiel bei Barockstadt Fulda und das Hessen-Pokal-Viertelfinale gegen Regionalligist FSV Frankfurt voraus, dessen Trainer Alexander Conrad unter den Zuschauern gesichtet wurde.

Die Statistik:

FC Gießen: Sahin - Antonaci, Koutny, Nennhuber, Lekaj - Cecen, Fink - Koyuncu (80. Mukasa), C.Kara (70. M.Kara), Spang - Müller (75. Michel).
SV Rot-Weiß Hadamar: Strauch - Mat.Neugebauer, Mar.Neugebauer, Dimter, Rücker - Kretschmer (39. Zouaoui), Kröner (39. Kuczok) - Herdering, Bangert, Löbig - Böttler (70. Zey).
Schiedsrichter: Carsten Dücker (Burghaun).
Zuschauer: 1213.
Tore:1:0 Michael Fink (29.), 2:0 Christopher Spang (32.), 3:0 Michael Fink (66.).

Autor: Pedro Acebes

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