Fünf Tore und drei Rote Karten in Obertshausen

Gruppenliga Frankfurt Ost: Eskalationen in der zweiten Halbzeit

26. März 2017, 18:36 Uhr

Marcel Dindorf (links) brachte Obertshausen mit seinem 1:0 auf die Siegerstraße. Foto: Patrick Scheiber.

In der Gruppenliga Frankfurt Ost hatte es die Begegnung zwischen Kickers Obertshausen und dem FSV Bischofsheim mächtig in sich: Zwar servierten beide Teams den rund 130 Zuschauern nur fußballerische Schonkost, dafür war für genug Aufregung wegen gleich dreier Roter Karten für die Gäste gesorgt.

Kickers Obertshausen - FSV Bischofsheim 5:0 (1:0)

Von Anfang an konnte sich relativ wenig Spielfluss entwickeln, da beide Mannschaften darum bemüht waren, die Räume so eng wie möglich zu machen. Die Bischofsheimer agierten zwar optisch etwas ansehnlicher, fanden aber gegen die gut in der Defensive positionierten Obertshausener kein Durchkommen. Die erste nennenswerte Gelegenheit bot sich den Gästen nach der ersten Ecke in der 33. Minute, aber Cedric Liuzzos strammer Schuss aus 18 Metern rauschte über den rechten Torwinkel.

Die Kickers, die gut auf den Gast eingestellt waren, indem sie den Gegner mit frühem Pressing so gut wie garnicht ins Spiel kommen ließen, kamen wie aus dem Nichts kurz vor der Halbzeit zur 1:0-Führung: Ohne lange zu überlegen, zog Marcel Dindorf aus etwa zehn Metern von halblinks ab und ließ Volkan Öztürk keine Chance.

Nach dem Seitenwechsel war der FSV weiter bemüht, verzettelte sich aber zu oft ins "Klein-Klein-Spiel", was unnötige ruppige Zweikämpfe zur Konsequenz hatte. Zusätzlich angestachelt von manchen Zuschauern wurde die Partie deutlich hektischer, an fußballerische Lösungen schienen beide Mannschaften weiterhin weniger interessiert zu sein.

Tumulte nach dem 2:0

Als dann der Zimmermann-Elf etwas glücklich das 2:0 gelang - Öztürk hatte eine Ecke unterlaufen und Andreas Cwielong schob ein - steigerte sich der Frust der Gäste massiv: Nur eine Minute später zog Liuzzo als letzter Mann gegen Daniel Konczalla Höhe Halbfeld die Notbremse, sah dafür die Rote Karte, und sein Kollege Sven Skupin folgte ihm direkt wegen Meckerns in die Kabine (65.). Für den traurigen "Anti-Fußball-Höhepunkt" sorgte Michael Kohnke, der, nachdem er in der 73. Minute eingewechselt wurde, nur eine Minute später seinen Gegenspieler Julian Schwaiger im Stile eines Karatekämpfers angesprungen hatte und zurecht ebenfalls mit einer Roten Karte bedacht wurde.

Mit nur sieben Feldspielern war die Begegnung für die Bischofsheimer natürlich gelaufen, weil sich die Kickers ihren Gegener jetzt zurechtlegen konnten, wie sie es wollten. Logische Konsequenz waren weitere Treffer für den Jetzt-Tabellenfünften, der noch dreimal einnetzte. "Ich bin mit meiner Mannschaft sehr zufrieden. Wir wussten, wie wir gegen den Ball arbeiten mussten, und das ist uns gut gelungen. Für uns als Aufsteiger sind weiterhin 45 Punkte das Saisonziel, das wir nächste Woche schon bei einem Sieg gegen Kesselstadt erreichen können", zeigte sich Obertshausens Coach Marc Zimmermann sehr zufrieden. Gästetrainer Michael Raudnitzky war nach dem Spiel zu keiner Stellungnahme zu bewegen, außer dass er sagte, "wenn ich jetzt was rauslasse, dann kann das nur falsch sein."

Stenogramm:

Kickers Obertshausen: Bohn; König, Höf, Christ, M. Dindorf (86. Prechtel), Römgens (84. Jenrich), Konczalla, F. Dindorf, Lang, Schwaiger, Cwielong - Trainer: Marc Zimmermann.

FSV Bischofsheim: Öztürk; Skupin, Trajanov, Krasniqi, Abdesadki (73. Kohnke), Amore, Attanin, Uhlein, Liuzzo, Renner (65. Gatzka), Andrejic - Trainer: Michael Raudnitzky.

Schiedsrichter: Andreas Luschberger (Eltville am Rhein).

Zuschauer: 130.

Tore: 1:0 Marcel Dindorf (42.), 2:0 Andreas Cwielong (64.), 3:0 Philipp Christ (84.), 4:0 Kai Jenrich (89.), 5:0 Christopher Lang (90.).

Besondere Vorkommnisse: Rote Karten für die Bischofsheimer Cedric Liuzzo (65.), Sven Skupin (65.) und Michael Kohnke (74.).

Autor: Christoph Weß

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