100 Jahre FC Wehrda

Fußball – und einiges mehr

10. März 2022, 08:04 Uhr

Ein Feierjahr war die Saison 2012/2013: Die SG Haunetal sicherte sich die Meisterschaft in der Kreisoberliga Nord und der B-Liga Hünfeld/Hersfeld. Fotos: Verein

Sport und vor allem der Fußball haben in Wehrda eine lange Tradition. In diesem Jahr feiert der FC Wehrda sein 100-jähriges Bestehen.

Am 19. Februar 1922 fanden sich 17 junge Männer zusammen und gründeten in der Gastwirtschaft Lotz einen Fußballverein. Bevor im August 1930 das erste Sportgelände eingeweiht wurde, waren die Wiesen der Gemarkung das Zuhause der Heimspiele. Hier mussten zunächst immer wieder die Bauern um Erlaubnis gefragt werden, ehe am Sonntagsmorgen die Tore transportiert und die jeweilige Wiese abgestreut wurde. 500 Mark kostete der Eintritt zunächst für Jugendliche, 1000 Mark mussten die Erwachsenen berappen. Aus den Anfangsjahren, in denen es vor allem gegen Teams aus Schenklengsfeld, Niederaula, Heringen und Rotenburg ging, sind noch die Aufstiege 1928 und die Meisterschaft aus dem Jahr 1932 überliefert.

Früh erkannte der Verein, dass man alle Bevölkerungsschichten in Sachen Sport ansprechen musste. So gab es ab 1925 regelmäßig leichtathletische Veranstaltungen, dazu wurde Damen-Feldhandball angeboten.

Als sich der Zweite Weltkrieg ankündigte, war 1936 Schluss mit dem Fußball in Wehrda. Erst im Oktober 1945 wurde der Verein unter seinem alten Namen wieder neu gegründet. Schnell stellte sich der sportliche Erfolg ein. Da viele Flüchtlinge und Heimatvertriebene in Wehrda eine neue Bleibe fanden, war der Club sportlich rasch sehr gut aufgestellt. Schon 1948 wurde der FCW Meister in der Kreisklasse Hünfeld, ein Jahr später ebenfalls in der A-Klasse Hünfeld. In den Aufstiegsspielen scheiterte der Club allerdings.

Erst der Sieg gegen den Hünfelder SV, dann die bittere Niederlage gegen den SV Steinbach

Einen der ersten Meistertitel errangen die Wehrdaer Helden aus dem Jahr 1932.

Im Jahr 1956 folgte die erste große Krise der Vereinsgeschichte: Das Interesse am Fußball hatte so stark nachgelassen, dass man sogar überlegte, den Spielbetrieb einzustellen.

In der Chronik ist zu lesen: „Aus all diesen Scherben stieg der Verein aber wie Phönix aus der Asche empor.“ Die Mannschaft wurde verjüngt und nahezu komplett neu formiert. Mit Erfolg: Die Meisterschaft der B-Klasse Hünfeld wurde 1957 errungen und schon ein Jahr später sorgte man für Furore. Zunächst schlug Wehrda im Kreispokal den Hünfelder SV mit 1:0 und dazu war der Club als Aufsteiger drauf und dran, sogar den Durchmarsch in die Bezirksklasse zu schaffen. Erst eine unglückliche 1:2-Niederlage im entscheidenden Spiel beim SV Steinbach bereitete diesem Traum auf der Zielgeraden ein Ende.

Ein Meilenstein abseits des Platzes wurde 1976 geschaffen, als der Grundstein für den Neubau des heutigen Sportplatzes mit Sportlerheim gelegt wurde. Über drei Jahre zogen sich die Bauarbeiten mit all ihren Problemen (fehlende Drainage), ehe der FCW im Juni 1979 endlich die neue Stätte einweihen konnte.

Matthaiers 68 Tore sind Vereinsrekord

Das Meisterteam aus der Saison 1956/1957 um den Vorsitzendne Johannes Trost (stehend, rechts).

Es folgte unter Trainer Joachim Schulz im Jahr 1981 der nächste Meistertitel in der B-Liga Hünfeld. Mit 39 Toren war Hans Matthaier in dieser Spielzeit der erfolgreichste Schütze vor Winfried Schäfer (20 Tore). Im Jahr davor hatte Matthaier mit 68 Saisontreffern den bis heute geltenden Vereinsrekord aufgestellt, was aber im Dreikampf mit Nüsttal und Eiterfeld wegen eines Punktes nicht zur Meisterschaft reichte.

1998 folgte eine weitere Meisterschaft in der A-Liga Hünfeld. Trainer damals war Helmut Eyerich. 74 Punkte holte das Team in 28 Spielen. Markus Schäfer wurde mit 34 Toren Torschützenkönig, der junge Benjamin Blum traf 22 mal in Schwarze.

Bis 2003 blieb der FCW eigenständig, ehe der Zusammenschluss mit Nachbar FC Neukirchen zur SG Haunetal folgte. Letzter Trainer des eigenständigen FC Wehrda war Sven Bednarek. Neben dem Fußball bietete der Verein eine Damen-Gymnastikgruppe sowie die seit 2002 bestehende Badminton-Abteilung zur sportlichen Betätigung an.

Das Festprogramm

Freitag, 1. Juli: Festkommers im Festzelt am Sportplatz

Samstag, 2. Juli: Jugendspiel gegen einen hochklassigen Gegner, Hobbyturnier mit zehn Teams, Zelt-Disco

Sonntag 3. Juli: Gottesdienst, Frauen-Frühstück, Jugendturnier

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