Ginsheim wird nach klarer Führung nachlässig
Hessenliga: 3:1-Erfolg gegen Viktoria Griesheim
Ärgerlich war für die 355 Zuschauer im Sport- und Jugendpark zu Ginsheim lediglich, dass bei der brütenden Hitze die kühlen Getränke schnell ausgegangen waren. Aufgrund eines defekten Kühlwagens konnten Getränke nur noch in Normaltemperatur erworben werden. Umso erfreulicher war es, was die Ginsheimer ihrem Publikum vor allem in der ersten Hälfte der Partie anbieten konnten. Denn die Begegnung auf dem an manchen Stellen holprigen Rasenplatz war nach 40 Minuten so gut wie sicher für den Vorjahresaufsteiger entschieden. Die Hausherren waren von Beginn an die tonangebende Mannschaft und bekamen nach einem Zuspiel von Nils Fischer an Nico Siegert einen Foulelfmeter zugesprochen.
Den verwandelte Kapitän Jörg Finger sicher zum 1:0 (10.). Sieben Minuten später war nach einem Eckball Lukas Manneck zur Stelle und markierte das 2:0 (17.). Die Gäste aus der Zwiebelstadt mit ihrem neuen Trainer Richard Hasa machten zunächst keinen guten Eindruck. Der neue Coach hatte in seine Startformation gleich sieben Neuzugänge berufen. Das schönste Tor der Partie fiel kurz vor dem Halbzeitpfiff. Liam Fisch donnerte den Ball aus der Distanz gegen die Latte und den Abpraller verwertete Simon Geisler sehenswert (39.), der zuletzt beim SV Sandhausen II unter Vertrag stand. Ginsheim legte mit dem 3:0 einen dominanten Vortrag vor, startete aber zu sorglos in den zweiten Abschnitt. "Wir hatten mit der Ginsheimer Spielweise unsere Probleme", gab Hasa aus Sicht der Gäste hinterher offen zu.
"Nach der Pause haben wir etwas umgestellt, weil wir nicht noch mehr Gegentore bekommen wollten. Wir haben die Defensive gestärkt und immerhin die zweite Hälfte mit 1:0 gewonnen. Das ist ein schwacher Trost für uns, weil die Mannschaft viel mehr drauf hat und das auch noch zeigen wird", analysierte der frühere slowakische Profi. Das Spieltempo nahm in den zweiten 45 Minuten rapide ab, die zuvor einseitige Partie wurde offener. Mitte der zweiten Hälfte stellte VfB-Coach Artur Lemm gegen den Ball auf ein 5-4-1-System um. Trotzdem gelang Griesheims kurzfristig aus Bad Vilbel verpflichteter Mittelfeldspieler Nick Volk nach einem unnötigen Ballverlust der Hausherren per Kopfball noch das 3:1 (82.).
Mehr war nicht drin für Griesheim gegen am Ende zu passive Ginsheimer, die noch einige Konterchancen geradezu kläglich vergaben. VfB-Coach Artur Lemm zeigte sich über den Sieg glücklich und erleichtert: "Über die Spielweise in der ersten Hälfte bin ich glücklich. Wir hatten ein gutes Pressing und Ballerorungsmomente. Wir wollten den Gegner in den Räumen flach bespielen. Wir hätten mit zielgerichteteren Abschlüssen das eine oder andere Tor mehr machen können. In der zweiten Halbzeit wollten wir tiefer stehen und nicht mehr so viel Kraft verschwenden. Nach hinten haben wir zwar gut verteidigt, aber wir wollen nicht zu kritisch sein. Wir haben unser erstes Heimspiel gewonnen und das ist der Lohn für die harte Vorbereitung", so die Spielanalyse Lemms.
Die Statistik:
VfB Ginsheim: Langenstein - Wagner (87. Lee), Dawit, Manneck, Fischer, Fisch (67. Murata), Geisler (76. Amoako), Thomasberger, Eren, Finger, Siegert.
Viktoria Griesheim: Koob - Araujo da Silva (78. Dimter), Jakubovic (46. Arslan), Muhic, Kazimi (60. Kresovic), Muhl, Volk, El Fahfouhy, Paraschiv, Stork, Tatchouop.
Schiedsrichter: Patrick Glaser (Wiesbaden).
Zuschauer: 355.
Tore: 1:0 Jörg Finger (10., Foulelfmeter), 2:0 Lukas Manneck (17.), 3:0 Simon Geisler (39.), 3:1 Nick Volk (82.).


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