Ginsheim zieht dank Karabey mit Neu-Isenburg gleich
Verbandsliga Süd: Knapper Sieg gegen Tabellenführer
VFB Ginsheim - Spvgg. Neu-Isenburg 1:0 (0:0)
"Unsere Mannschaft hat heute hier im Jugend-und Sportpark schon zusammen zu Mittag gegessen und ist nervös. Ich denke, dass die Tagesform entscheiden wird, eventuell schon die ersten 15 Minuten", sagte Ginsheims Erster Vorsitzender Thorsten Hegmann vor der Partie. Das hätte auch durchaus passieren können, allerdings nicht für sein Team: Gerade einmal 60 Sekunden waren gespielt, als die Neu-Isenburger von rechts einen Konter über Simon Horn und Aljoscha Atzberger aufzogen. Anstatt aber dass Atzberger den Abschluss suchte, legte er den Ball noch einmal quer auf Mourad Tariq, der das Rund nicht unter Kontrolle brachte.
Beide Mannschaften agierten mit offenem Visier und der Gastgeber kam mit der Zeit zu Torchancen: Erst tauchte Ilyasse Attia völlig freistehend vor Keeper Lazar Kacarevic auf und zwang ihn zu einer Glanzparade (22.), nach einer halben Stunde wurde für Lukas Manneck der Winkel etwas spitz, aber auch da hatte Kacarevic seine Finger noch mit im Spiel. "Die ersten fünf Minuten haben wir verschlafen, aber dann haben wir mit sehr gutem Pressing den verdienten Sieg gemacht", zeigte sich Ginsbachs Trainer Artur Lemm sichtlich zufrieden. Die Hoffmann-Elf ließ im Laufe der ersten Halbzeit nach starkem Beginn mehr und mehr nach: "Das ist zu wenig in den Zweikämpfen", spornte Mittelfeldspieler Horn seine Kollegen an.
90 Minuten Chancenleerlauf war zu wenig
Nach dem Seitenwechsel war es dann so weit: Ein umsichtiges Zuspiel von Oliver Schmitt nahm Berat Karabey direkt aus der Luft ab, und er hob den Ball über Kacarevic zum umjubelten 1:0 für die Platzherren. "Das 0:1 musste zwangsläufig fallen. Wir haben förmlich darum gebettelt, weil uns kein Zugriff mehr auf das Spiel gelungen ist", diagnostizierte Neu-Isenburgs Coach Peter Hoffmann die Lage treffend. Ginsheim hatte dann dasTorchancenkonto weiter auf seiner Seite: Freistoßspezialist Karabey setzte das Leder in der 54. Minute knapp neben den Kasten, Schmitts Drehschuss und Manneck brachten Kacarevic an seine Grenzen.
Nach 90 Minuten - sprich in der Nachspielzeit - erst die zweite Möglichkeit durch Paul Bickel mit einem Hinterkopfball knapp neben das Tor, und dann Marco Betz in der 94. Minute aus dem Gewühl, war zu wenig auf Seiten der Hugenottenstädter. So blieb es beim 1:0 für Ginsheim. "Ich bin super glücklich über den Sieg, der verdient ist. Wir hatten heute eine super Mentalität und die bessere Qualität", so Lemm. Dass die Mannschaft nach Spielschluss im Kreisel mit "Spitzenreiter, Spitzenreiter hey hey" ausgiebig feierte, war verständlich, aber inhaltlich verfrüht. Tabellarisch wirkt sich der Modus des direkten Vergleichs bei Punktgleichheit nach den offiziellen Statuten erst nach dem letzten Spieltag aus.
Die Statistik:
VFB Ginsheim: Langenstein; Carbone, Finger, Bednarz (82. Halla), Manneck, Kwiaton, Attia (65. Hourle), Görlich (77. Wein), Karabey, Wagner, Schmitt - Trainer: Artur Lemm.
Spvgg. Neu-Isenburg: Kacarevic; Nedwied (58. Günther), Betz, Bickel, Weiland (72. Hartmann), Atzberger, Horn, Tariq, Albert, Sachs (67. M. Marx), Buschmann - Trainer: Peter Hoffmann.
Schiedsrichter: Carsten Pfeiffer (Butzbach).
Zuschauer: 350.
Tor: 1:0 Berat Karabey (51.).


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