Gipfeltreffen steigt in Altwiedermus

Gruppenliga Frankfurt Ost: Obertshausen will "Netz des Gegners wackeln lassen"

27. April 2018, 15:58 Uhr

Im Hinspiel erzielte Christian Rüger (rechts) das Tor des Tages. Nun steht für die Rosenhöhe das Rückspiel in Oberndorf an. Foto: Patrick Scheiber

Im Tabellenkeller der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost wird es zunehmend enger. Während vier von sechs Absteigern quasi feststehen, kämpfen sechs Teams noch darum, am Ende nicht auf den verbleibenden zwei Plätzen zu stehen, die den Abstieg bedeuten würden. So können Obertshausen, Marköbel, Dietzenbach und Seligenstadt am Sonntag (15 Uhr) lösbare Aufgaben in Punkte ummünzen, während Langen Topteam Rodgau vor der Brust hat. Unterdessen steht das Duell der punktgleichen Ersten und Zweiten aus Erlensee und Altwiedermus an.

1. FC Langen – JSK Rodgau (Sonntag, 15 Uhr)

Die einen wollen hoch, die anderen auf keinen Fall runter. Während Langen nach wie vor gegen den Abstieg kämpft und für dieses Ziel zuletzt wichtige Punkte sammelte, sieht sich der JSK Rodgau eigentlich als Tabellenführer. Dem Favoriten auf die Meisterschaft gelang in den vergangenen drei Spielen jedoch kein Sieg, zudem gaben sie die Spitzenposition an Erlensee und Altwiedermus ab. Aktuell sind die Jügesheimer Dritter mit einem Punkt Rückstand. "Erlensee und Rodgau sind die absoluten Topteams der Liga", findet Langens Trainer Murat Kilinc und attestiert dem kommenden Gegner ein "hohes Niveau". Die Marschroute für sein Team ist aber ebenso klar: "Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu punkten. Und wir sind auf drei Punkte ausgerichtet. Auf beiden Seiten herrscht eine gewisse Anspannung. Rodgau will wieder gewinnen und wir natürlich auch."

VFB Oberndorf – SG Rosenhöhe Offenbach (Sonntag, 15 Uhr)

Wenn die Rosenhöhe das – im Laufe der Saison nach guten Ergebnissen entwickelte – Ziel Aufstieg verwirklichen will, muss in Oberndorf dreifach gepunktet werden. Mit 56 Punkten sind die Offenbacher Vierter, stehen drei Punkte hinter Rodgau und vier hinter dem Spitzenduo Altwiedermus und Erlensee. Aufsteiger Oberndorf hingegen hält in dieser Saison gut mit und befindet sich aktuell mit 52 Zählern auf dem sechsten Tabellenrang. Das Hinspiel entschied die Rosenhöhe nach einem Tor von Christian Rüger mit 1:0 für sich. "Für uns steht in Oberndorf ein bockschweres Spiel an. Die sind unfassbar heimstark, haben zuhause nur einmal verloren", weiß SGR-Sprecher Tim Kleinschmidt und verweist auf das Saisoncredo der Rosenhöhe: "Wir denken weiter von Spiel zu Spiel und lassen uns nicht aus der Ruhe bringen."

SG Marköbel – FSV Bad Orb (Sonntag, 15 Uhr)

Mit dem Unentschieden am vergangenen Wochenende in Dietzenbach zeigte sich Marköbel zumindest nicht unzufrieden. Schließlich hielt die SGM den direkten Konkurrenten damit auf Distanz, wenn es auch bei einem Punkt bleibt. Dieser eine Zähler trennt Marköbel momentan von den Abstiegsrängen. Gegen Bad Orb steht nun ein Heimspiel gegen den Vorletzten an, der bereits abgestiegen ist. Die Chance also für die Gastgeber, sich weiter von der gefährlichen Zone zu entfernen.

SV Somborn – FC Dietzenbach (Sonntag, 15 Uhr)

Nach dem wichtigen 4:0-Erfolg gegen Bischofsheim am Mittwoch haben die Dietzenbacher in Somborn die große Chance, sich im Abstiegskampf weiter entscheidend abzusetzen und zu besser positionierten Mannschaften aufzuschließen. Beim SVS, die mit sechs Punkten aus 29 Spielen abgeschlagener Tabellenletzter sind, ist ein Sieg am Sonntag eigentlich die Pflicht. "Am Ende der Woche könnte unsere Ausgangsposition stark verändert sein. Das kann eine gute Vorlage für die Spiele gegen Obertshausen und Klein-Krotzenburg werden, die dann folgen", weiß FCD-Sprecher Werner Marquardt und ergänzt mit Blick auf die vielen Nachholspiele: "Man bemerkt die Belastung. Seit Wochen spielen am Wochenende und unter der Woche."

Kickers Obertshausen – FSV Bischofsheim (Sonntag, 15 Uhr)

Für Obertshausen stehen in den kommenden Wochen Duelle gegen die Konkurrenten im Tabellenkeller an. Mit dem FSV Bischofsheim kommt eine Mannschaft, die zuletzt gegen das bereits abgestiegene Schlusslicht Somborn sowie unter der Woche in Dietzenbach verlor und jetzt selbst unmittelbar vor dem Gang in die Kreisoberliga steht. Die Kickers, mit 38 Punkten drei Zähler vor den Abstiegsrängen und acht vor Bischofsheim, könnten mit einem Sieg weiteren Boden gut machen. "Jetzt kommen die Spiele mit den Big Points. Gegen die direkte Konkurrenz müssen wir konzentriert und stabil sein. Und das gegnerische Netz wackeln lassen", so Obertshausens Siggi Herth.

Türk Gücü Hanau – Germania Großkrotzenburg (Sonntag, 15 Uhr)

Nachdem mit Platz acht für Türk Gücü Hanau nicht mehr allzu viel passieren wird, wollen sie die Runde dennoch anständig zum Ende bringen. "Die Saison ist quasi vorbei, aber jeder geht konzentriert in jedes Spiel und will sich bei Laune halten", so Türk Gücü-Sprecher Mehmet Bayram, der anmerkt: "Das Hinspiel in Großkrotzenburg haben wir hoch verloren, also haben wir auch etwas gut zumachen." Großkrotzenburg hat mit 53 Punkten noch eine Außenseiterchance im Kampf um die vorderen Plätze.

Germania Klein-Krotzenburg – SVG Steinheim (Sonntag, 15 Uhr)

Nach dem 1:1-Unentschieden am Donnerstagabend in Oberndorf ist Klein-Krotzenburg gegen Steinheim nun zum Siegen verdammt. Der Punktgewinn hat der Germania nämlich nicht geholfen, sich entscheidend von den Teams im Abstiegskampf zu entfernen. "Zuhause gegen Steinheim wäre ein Sieg beinahe Pflicht, auch für die Nerven", weiß Germania-Trainer Wolfgang Kaufmann um den Stellenwert der Begegnung. Während sein Team gegen den Abstieg kämpft, ist Aufsteiger Steinheim im sicheren Mittelfeld der Tabelle zuhause. "Wenn du, wie wir, ein Ziel vor Augen hast, in dieser Liga zu bleiben, muss die Motivation groß sein", fordert Kaufmann von seinem Team den vollen Fokus auf das richtungsweisend Spiel. Schließlich geht es in der Woche darauf zum Derby bei der Germania aus Großkrotzenburg.

SV Eintracht Altwiedermus – 1. FC 06 Erlensee (Sonntag, 15 Uhr)

Das Duell um die Spitze! Wenn Altwiedermus am Sonntag Erlensee empfängt, treffen nicht nur zwei Aufsteiger aufeinander. Der Tabellenzweite spielt gegen den Tabellenersten. Die Mannschaften sind punktgleich, Erlensee hat dabei aber das bessere Torverhältnis und gewann das Hinspiel außerdem mit 4:1. "Da guckt schon die ganze Liga hin. Doch ich sehe Erlensee leicht favorisiert, weil wir personell seit Wochen auf dem Zahnfleisch gehen. Trotzdem wollen wir natürlich gewinnen und die Tagesform wird entscheidend sein", sagte Eintrachts Pressesprecher Frank Thomas im Vorfeld der Begegnung. Vor allem die Teams auf den Plätzen drei und vier werden gespannt nach Altwiedermus blicken. Schließlich könnten das Gipfeltreffen mit einem Unentschieden enden und dann wäre der Meisterschaftskampf weiterhin völlig ausgeglichen.

FC Hochstadt – Sportfreunde Seligenstadt (Sonntag, 15 Uhr)

Für die Sportfreunde Seligenstadt bietet sich im Auswärtsspiel in Hochstadt, die sich mit 12 Punkten Rückstand zum rettenden Ufer bei noch sechs ausstehenden Begegnungen auf den Gang in die Kreisoberliga einstellen müssen, die Möglichkeit, das Punktekonto auf 45 Zähler aufzustocken und damit einen weiteren großen Schritt Richtung Klassenerhalt zu gehen. Seligenstadts Trainer Thomas Marton bemüht sich um Zurückhaltung: "Man darf keine Mannschaft abschreiben, auch nicht Hochstadt. Jeder kann jeden schlagen, wir müssen hochkonzentriert sein." Außerdem verweist Marton auf Situationen in den vergangenen Jahren, in denen Teams teilweise mit mehr als 40 Zählern absteigen mussten.

Autor: Valentin Schwing

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