Heilmann: "Keine Mannschaft darf sich noch Patzer erlauben"

Gruppenliga Frankfurt Ost: Spannung oben wie unten

20. April 2018, 19:28 Uhr

Zum direkten Aufeinandertreffen zweier Abstiegskandidaten kommt es am Sonntag in Dietzenbach. Das Hinspiel konnte Marköbel um Marcel Gerken (rechts, gegen Hamit Tatar) mit 2:1 für sich entscheiden. Foto: Steffen Turban

Die Gruppenliga Frankfurt Ost geht in die entscheidende Phase der Saison. Am Sonntag (15 Uhr ist an beiden Enden des Klassements für reichlich Spannung gesorgt. Die Tabellenspitze ist zuletzt wieder deutlich zusammengerückt. Erlensee (gegen Klein-Krotzenburg) und Altwiedermus (in Seligenstadt) wollen mit Siegen weiter an Spitzenreiter Rodgau dranbleiben, der es mit dem FSV Bad Orb zu tun bekommt. Im Tabellenkeller hat Langen durch das gestrige Urteil einen Sprung gemacht und will gegen Oberndorf nachlegen. Zudem kommt es in Dietzenbach zum Abstiegsduell mit Marköbel

FSV Bischofsheim - SV Somborn (Sonntag, 15 Uhr)

Nachdem gestern Abend das Urteil im Fall der abgebrochenen Partie des FSV gegen Langen gefällt wurde (wir haben berichtet), gegen das Bischofsheim aber noch Einspruch einlegen kann, stehen die Gastgeber mit dem Rücken zur Wand. Durch die drei Zähler Abzug liegen die Gastgeber dann acht Punkte hinter dem rettenden Ufer zurück. Gegen das bereits abgestiegene Schlusslicht Somborn zählt also nur ein Sieg. Somborn geriet gestern Abend beim 1:7 gegen die Sportfreunde Seligenstadt unter die Räder und hat mittlerweile seit 25 Spielen nicht mehr gepunktet.

FC Dietzenbach - SG Marköbel (Sonntag, 15 Uhr)

Mit vier Siegen aus den letzten fünf Partien ist der FC Dietzenbach so etwas wie die Mannschaft der Stunde in der Gruppenliga. "Die Tendenz ist sehr positiv, aber die Siege waren auch notwendig, wenn man die Tabellensituation betrachtet", verdeutlicht Werner Marquardt vom FCD, dessen Team unter anderem gegen den JSK Rodgau und unter der Woche gegen Germania Großkrotzenburg drei Punkte eingefahren hat. In den folgenden Spielen treffen die Gastgeber auf direkte Konkkurenten um den Klassenerhalt, so wie nun gegen Marköbel. Jetzt kommen die Spiele, wo es drauf ankommt. Da muss natürlich gewonnen werden", fordert Marquardt. Doch auch die Gäste zeigten in den letzten Wochen mit drei Siegen aus vier Partien eine ansteigende Formkurve. Bleibt abzuwarten, welche Mannschaft diese aufrecht erhalten kann.

1.FC Langen - VfB Oberndorf (Sonntag, 15 Uhr)

Durch die drei Punkte aus dem Bischofsheim-Spiel macht Langen einen Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz. Doch ausruhen können sich die Gastgeber nicht, denn der Vorsprung nach hinten ist gering. Und mit dem VfB Oberndorf wartet am Sonntag auch der nächste dicke Brocken auf die Mannschaft von Trainer Murat Kilinc. "Oberndorf ist wie wir Aufsteiger, aber die stehen deutlich besser da", so Pedram Navidi aus dem Spielausschuss der Langener, der aber auch darauf hinweist, dass seine Mannschaft im Hinspiel "bis zur 97. Minute 2:1 geführt hat, bevor wir den Ausgleich kassiert haben. Wieso sollen wir sie also nicht schlagen können?" Der VfB kommt als Tabellenfünfter mit Rückenwind aus der Partie beim Spitzenreiter JSK Rodgau, wo durch zwei späte Tore beim 3:3 noch ein Zähler eingefahren werden konnte.

JSK Rodgau - FSV Bad Orb (Sonntag, 15 Uhr)

Der JSK holte aus den letzten beiden Spielen nur einen Punkt, wodurch die Konkurrenten aus Altwiedermus und Erlensee wieder deutlich näher gekommen sind und wieder Spannung im Meisterschaftskampf herrscht. "Aber es wäre auch so noch spannend geworden. In dieser Liga kann Jeder Jeden schlagen", betont Trainer Andreas Humbert, der anmerkt: "Wir haben nur ein wenig unsere Komfortzone eingebüßt." Der kommende Gegner aus Bad Orb ist durch die gestrige Niederlage gegen Steinheim nun auch rechnerisch abgestiegen, spielt aber in diesem Jahr deutlich verbessert. "Die Mannschaft spielt befreit auf und wir bereiten uns gewissenhaft auf das Spiel vor", so Humbert, der aber auch klar macht. "Wir planen da schon einen Sieg ein." Nicht mitwirken können wird Chakib Neteoui Flores, der sich eine Verletzung zugezogen hat und neben den schon länger fehlenden Akteuren ausfallen wird. "Aber dafür haben wir ja einen guten und breiten Kader."

SG Rosenhöhe - FC Hochstadt (Sonntag, 15 Uhr)

Durch die zwei Niederlagen zuletzt ist die Rosenhöhe im Titelrennen etwas zurückgefallen. "Da sind wir aber selbst dran Schuld. Wir haben es in den Spielen nicht so hinbekommen, wie davor und waren gerade im Defensivverhalten zu nachlässig. Da wollen wir uns wieder stabilisieren", so Trainer Tevfik Kilinc, der den kommenden Gegner nicht an seiner Tabellensituation messen will. "Wir dürfen Hochstadt überhauptnicht unterschätzen. Die haben einen guten Kader und müssten nicht so weit unten stehen. Das ist für uns ein wichtiges Spiel wie die nächsten auch. Wir wollen gewinnen." Fehlen werden dem trainer Evangelos Bellos und der bis Saisonende ausfallende Fabian Curth. Zudem ist Dario Fazio noch fraglich. Für die Gäste zählen bei elf Zählern Rückstand auf das rettende Ufer nur noch Siege. Die Ausgangslage bei nur noch sechs ausstehenden Partien ist aber mehr als schwer.

Sportfreunde Seligenstadt - Eintracht Altwiedermus (Sonntag, 15 Uhr)

Bevor es in einer Woche zum Topspiel beim 1.FC Erlensee kommt, steht für den Tabellenzweite Altwiedermus, der sich durch drei Siege bis auf einen Zähler an Spitzenreiter Rodgau herangeschoben hat, am Sonntag die Partie gegen Seligenstadt auf dem Programm. "Da liegt auch unser Fokus drauf", macht Eintracht-Trainer Heinz-Martin Walther deutlich. "Erlensee ist dann eine andere Geschichte. Wir müssen erstmal gegen Seligenstadt bestehen. Kein Spiel in dieser Liga ist einfach, aber wir gehen in jedes Spiel und wollen es so gut wie möglich bestreiten", so Walther, dem sich personell wieder mehr Möglichkeiten als beim Sieg gegen Türk Gücü Hanau bieten. Da fehlten zwei Akteure berufsbedingt. Der Langzeitverletzte Christian Beier fällt weiter aus, zudem steht noch ein Fragezeichen hinter Cedric Liuzzo. Die Sportfreunde haben durch den gestrigen Sieg gegen Somborn (7:1) die 40-Punkte-Marke geknackt und können befreit in die Endphase der Saison gehen.

1.FC Erlensee - Germania Klein-Krotzenburg (Sonntag, 15 Uhr)

"Wir wollen solange wie möglich oben dabei bleiben. Für was es dann am Ende reicht, wird man sehen", sagt Erlensees Trainer Tobias Heilmann mit Hinblick auf die entscheidende Phase der Saison. Sein Team liegt derzeit vier Zähler hinter Spitzenreiter Rodgau, hat aber auch noch eine Partie in der Hinterhand und befindet sich mitten im Meisterschaftsrennen. "Es ist klar, dass sich keine Mannschaft mehr Patzer erlauben kann, sonst wird man nicht bis zum Ende oben dran sein", so der Coach der Gastgeber, der zum kommenden Gegner sagt: "Das ist keine schlechte Mannschaft. Die sind taktisch gut geschult und das hat man auch beim 1:1 im Hinspiel gesehen. Aber jetzt spielen wir zuhause. Das ist für uns immer noch ein bisschen was anderes. Wir wollen gewinnen." Bis auf den Langzeitverletzten Torben Becker und den verhinderten Marcel Mohn hat Heilmann alle Mann an Bord. Die Gäste brauchen noch ein paar Punkte, um auch nächstes Jahr in der Gruppenliga mit dabei zu sein.

SVG Steinheim - Türk Gücü Hanau (Sonntag, 15 Uhr)

Zwei gesicherte Mannschaften treffen am Wochenende in Steinheim aufeinander. Sowohl nach oben, als auch nach unten geht für beide Teams nicht mehr viel und so können die beiden Tabellennachbarn befreit aufspielen. Beide Mannschaften waren auch unter der Woche im Einsatz, doch während sich die Gastgeber mit 4:1 gegen den FSV Bad Orb durchsetzen konnten, musste sich Türk Gücü Hanau dem Spitzenteam aus Altwiedermus knapp geschlagen geben und machte es gegen Ende der Partie nach zwischenzeitlichem 1:4-Rückstand noch einmal richtig spannend. Die bessere Tagesform wird in dieser Begegnung entscheidend sein.

Germania Großkrotzenburg - Kickers Obertshausen (Sonntag, 15 Uhr)

Mit drei Niederlagen aus den letzten vier Partien hat Germania Großkrotzenburg die gute Ausgangssituation im Kampf um den direkten Wiederaufstieg verspielt und liegt derzeit nur noch auf Rang sechs. "Ich weiß auch nicht, was bei denen los ist. Man hört nur, dass sie einen personellen Engpass haben", kann sich Obertshausens Siggi Herth die Schwächeperiode des kommenden Gegners nur mit Personalproblemen erklären. Die plagen aber auch sein Team. Mit Fabian Dindorf, Simon Bott und Julian Schwaiger fallen drei wichtige Offensivkräfte aus. "Trotzdem wollen wir auch in Großkrotzenburg etwas mitnehmen, auch wenn es nur ein Punkt ist", so Herth, der ein "enges Spiel" erwartet. Beide Mannschaften brauchen die Punkte. Wenn Großkrotzenburg gegen uns nicht gewinnt, sind sie oben wahrscheinlich raus."

Autor: Daniel Bolz