Hilders drohen empfindliche Strafen
A-Liga Fulda/Rhön: George Costache sorgt für Verdruss
Von den drei Parteien, den beiden Vereinen sowie Schiedsrichter Johannes Frohnapfel, möchte sich am Tag danach nur eine äußern. Der Unparteiische verweist auf ein schwebendes Verfahren, das nun in Gang gesetzt worden sei, nachdem der 33-Jährige einen Sonderbericht angefertigt hat.
Auch Aurel Costache, seines Zeichens Spielertrainer des TSVHilders, hält sich im Hinblick auf die unschönen Szenen kurz vor Spielende bedeckt.„Der Vorstand bespricht sich derzeit und wird zeitnah eine schriftliche Stellungnahme abgeben“, erklärt der Ex-Borusse. „Fakt ist, dass wir die ersten Vorwürfe, die Sonntag in den regionalen Medien aufgekommen waren, so nicht stehen lassen können.“ Unglücklich sei man in der Rhön schon ob der Ansetzung von Frohnapfel gewesen, pfeift dieser doch just für den SV Welkers, den kommenden Hilderser Gegner.
Doch was war eigentlich passiert? Margretenhauns Vereinsboss Wolfgang Hintze kann zumindest ein bisschen Licht ins Dunkle bringen. So sei die Partie bis zur 60. Minute völlig normal verlaufen: „Es war sehr ausgeglichen, wobei Hilders nach etwa einer Stunde konditionell abzubauen schien. Sie haben dann immer häufiger Kontersituationen mit Fouls unterbunden, die teilweise härter waren.“
Bis zur 88. Minute hatte der erfahrene Schiedsrichter Johannes Frohnapfel laut Spielbericht sechs Gelbe Karten an Hilderser Spieler verteilt, Margretenhaun erhielt keine Verwarnung. Der Hilderser Julien Mackenrodt musste nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot nach 73 Minuten das Spielfeld verlassen. „Es wurde dann immer härter, in der 88. Minute wurde mein Sohn Dominik dann im Strafraum gelegt, Elfmeter war die einzig richtige Entscheidung“, erinnert sich Hintze. Dominik Hintze musste daraufhin behandelt werden, der Ball habe schon auf dem Elfmeterpunkt gelegen.
In dieser Phase habe dann der Hilderser George Costache, der Bruder des Spielertrainers, wegen wüster Äußerungen gegenüber Frohnapfel die Rote Karte gesehen. „Der Hilderser ist dann erst einmal Richtung Spielfeldrand gegangen, hat sich dann aber auf dem Satz umgedreht und ist mit erhobener Faust auf den Schiedsrichter zugelaufen“, führt Wolfgang Hintze aus. Abermals seien rabiate Äußerungen gefallen, „der Hilderser Spieler hat versucht den Schiedsrichter anzugehen. Ob es eine Tätlichkeit gegeben hat, kann ich aber nicht sagen. Zwei, drei Mitspieler haben sich bemüht, ihn aufzuhalten.“
Costaches Verhalten sei dermaßen unangebracht gewesen, dass Frohnapfel sich veranlasst sah, das Spiel abzubrechen. „Wir haben ihn dann in die Kabine begleitet. Während des Gangs dorthin fielen wie auch schon im Spiel einige hitzige Worte Richtung Schiedsrichter, über die Herr Frohnapfel während des Spiels aber noch gnädig hinweggesehen hatte“, erklärt RSV-Vorstand Hintze, der eine miese Stimmung in Reihen seines Vereins im Anschluss an das Spiel ausgemacht hat: „Wir hätten das Spiel gerne zu Ende geführt, unabhängig davon, ob der Elfmeter drin gewesen wäre.“ Der RSV habe vor Jahren schon einmal nach einem durch eine Tätlichkeit verursachten Spielabbruch eine Sportgerichtsverhandlung durchleben müssen, „damals ging es sogar noch in den Bereich des Strafrechts. Es ist einfach schade, mir tut es auch leid für den Verein TSV Hilders.“
Dem drohen nun empfindliche Strafen. So kann der Spieler, der den Spielabbruch verursacht, laut Paragraph 37 der Strafordnung des HessischenFußball-Verbandes (HFV) mit einem Spielverbot von einem halben Monat bis sechs Monaten belangt werden. Ferner sind ein Punktabzug für Hilders von drei bis 24 Zählern sowie eine Geldstrafe im Rahmen von 50 bis 1500 Euro möglich. Das Spiel wird sehr wahrscheinlich 3:0 für Margretenhaun gewertet. Noch gibt es keinen Termin für die Sportgerichtsverhandlung. / hall

