Hubschraubereinsatz und Rot nach Abpfiff

Verbandsliga: Turbulenzen während und nach dem Derby

13. November 2016, 19:30 Uhr

Zwei Rettungswagen und ein Hubschrauber im Einsatz, 28 Minuten Unterbrechung und eine Rote Karte nach Spielschluss: Der Neuhofer 3:2-Erfolg im Verbandsligaderby gegen den RSV Petersberg ist angesichts einer ganzen Reihe an Nebenschauplätzen beinahe zur Randnotiz verkommen.

Rund eine halbe Stunde lang verlief das Verbandsligaduell der osthessischen Kontrahenten in normalen Bahnen: Nach starker Anfangsphase der Gäste traf Marko Curic mit der ersten Chance des Heimteams zur Neuhofer Führung, die Julian Wehner per Strafstoß (Kengni Fotsing hatte Stupp unnötig gelegt) ausglich – im übrigen der fünfte Strafstoß in den letzten drei Spielen, der dem RSV zugesprochen wurde.

Kurz nach dem 1:1 fuhren jedoch zwei Krankenwagen in der Glückaufkampfbahn vor: Einer wegen einer wohl schwereren Schulterverletzung von Neuhofs Niko Skugor, ein anderer – so machte es am Sportplatz die Runde – wegen eines epileptischen Anfalls einer Zuschauerin. Da noch ein Rettungshubschrauber hinzugezogen wurde, welcher auf dem Rasen landete, unterbrach Referee Carsten Dücker das Spiel für 28 Minuten.

Weitere Turbulenzen ereigneten sich dann nach Abpfiff: Obwohl die Neuhofer einen knappen 3:2-Erfolg über die Zeit gerettet hatten, gerieten die beiden SVNler Antonio Antoniev und Eric Kengni Fotsing aneinander. Antoniev soll seinem Mannschaftskollegen – so berichteten es mehrere Augenzeugen auf und neben dem Spielfeld – einen Schlag ins Gesicht verpasst haben, Referee Dücker zeigte dem Neuhofer Rechtsverteidiger noch die Rote Karte, ehe dieser das Spielfeld verließ.

Kein Wunder, dass Neuhofs Coach Alexander Bär trotz des Erfolgs genauso unzufrieden war wie Petersbergs Trainer Rolf Gollin. Letztgenannter trauerte zumindest einem Zähler hinterher: „Wir haben stark begonnen, insgesamt haben sich beide Teams kaum etwas genommen. Der Unterschied war heute, dass Julian Wehner vor dem 1:2 zu zögerlich im Mittelfeld in den Zweikampf geht und wir den Angriff danach nicht mehr unterbinden können, und dass wir beim schnell ausgeführten Freistoß von Marko Curic vor dem 1:3 pennen.“ Pech für den RSV, dass der 2:3-Anschlusstreffer von Marcel Zehner zu spät kam. Dazu lag nach einem robusten Einsatz von Dogus Albayrak gegen den eingewechselten Philipp Mötzung ein Elfmeterpfiff in der Luft.

Neuhof: Albayrak; Antoniev, Bräuer, Labudovic (88.Agovic), Hasanagic (70. Langner) – Kengni Fotsing, Skugor (24. Manns) – Lazarevski, Duvnjak, Curic – Görner.
Petersberg: Labendsch; Kilian, M.Aschenbrücker (76. Mötzung), Brzoza, Vogt – Wehner, Wingenfeld – von Pazatka, Kücükler (67. Nüchter), Stupp (63. Zehner) – B.Aschenbrücker.
Schiedsrichter:Carsten Dücker (Nüsttal). Zuschauer: 200. Tore: 1:0 Marko Curic (16.), 1:1 JulianWehner (27., Foulelfmeter), 2:1 Radek Görner (65.), 3:1 Darko Lazarevski (71.), 3:2 Marcel Zehner (89.). Besonderes Vorkommnis: Rote Karte für Antonio Antoniev (Neuhof) nach Spielschluss wegenTätlichkeit gegen einenMitspieler. / hall

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