Jetzt ist Lehnerz II Zweiter – Fotos
Verbandsliga: Gören-Elf zeigt Moral
Trefflich wurde am Petersberg diskutiert, wieso denn das Spiel denn fast eine Stunde auf solch einem biederen Niveau stand. Und die Gründe waren allesamt zutreffend. Beide Mannschaften spielten ohne echten Neuner, beim TSV versuchte sich Christoph Sternstein ganz vorne, beim RSV Adrian von Pazatka. Beide lieferten wahrlich kein schlechtes Spiel ab, aber ein Typ wie Boris Aschenbrücker beispielsweise, hätte sicherlich für noch mehr Aktionen sorgen können. Lehnerz II wirkte zudem nach den intensiven letzten Wochen und ob enger Personaldecke zudem schlichtweg überspielt. Dass es im Waidesgrund extrem heiß war, tat sein Übriges bei.
Dass der Sieger am Ende blaue Trikots trug und damit tatsächlich von Rang zwei grüßt, konnte lange niemand erwarten. Petersberg war gut im Spiel, ließ nichts zu und ging nach einer knappen Stunde in Führung. Für die war Kubilay Kücükler zuständig, der einen Elfmeter, bekanntermaßen eine Großbaustelle des RSV, mit aller Überzeugung ins Eck knallte (54.). Im Vorlauf war von Pazatka auf und davon, umlief Kaiser, der ihn durch beherztes Festhalten stoppte. Der Schiedsrichter zückte Gelb gegen Kaiser, weil er dem Keeper eine ballorientierte Aktion unterstellte. Das sah nicht jeder im weiten Rund des Waidesgrunds so. Eine typische Fifty-fifty-Situation. Insgesamt lieferte Sebastian Gonsior ein starkes Spiel ab, lag bei seiner mehr als Handvoll Gelber Karten durchweg richtig, auch als er früh von Pazatka nach rüdem Einsteigen gegen Christoph Sternstein gerade noch so mit einer Verwarnung davonkommen ließ (11.), dafür Petersbergs Mario Vogt in der Schlussphase nach bösem Einsteigen gegen Robin Sorg vom Platz stellte (89.).
"Asche" verkauft die Würstchen
Richtig Betrieb machte Lehnerz II erst nach dem 0:1, die Ausgleichschancen entsprangen aber zunächst nur Standards, dann lohnte sich die Hereinnahme von Julian Pecks, der tags zuvor noch einen 1:0-Sieg in Ginsheim auf dem Platz feiern konnte. Der Hessenliga-Spieler sorgte dafür, dass plötzlich der Gast Übergewicht im zentralen Mittelfeld bekam und das Spiel mit einer Menge Moral noch in Gänze drehen konnte. Den Ausgleich leitete Pecks ein, Leon Wittke schloss trocken ins kurze Eck ab (73.). Petersberg war nun angezählt, was Linksverteidiger Daniel Heil gnadenlos zum Siegtreffer ausnutzte (79.). Lehnerz II spielte das Spiel nun mit aller Überzeugung der letzten Wochen runter – und feierte den Siegtorschützen.
Und weil das Spiel so arm an Höhenpunkten war, lohnten Blicke abseits des Feldes: So konnte sich der von einer Bauchmuskelzerrung geplante Boris Aschenbrücker zwar diesmal nicht in den Dienst der Mannschaft stellen, dafür in den des Vereins: er verkaufte Würstchen und Pommes.
Die Statistik:
RSV Petersberg: Goldbach – Elm, M. Aschenbrücker, Brzoza, Vogt – Bleuel, Wingenfeld – Stenger, Kücükler (74. Wehner), Yildiz (80. Grösch) – von Pazatka.
TSV Lehnerz II: Kaiser – Vilmar, Balzer, Dücker, Heil – Hildenbrand (63. Pecks) – Friedrich (80. Weldetnsae), Hohmann (57. Sorg), Wolf, Wittke – Sternstein.
Schiedsrichter: Sebastian Gonsior (SG Egelsbach).
Zuschauer: 150.
Tore: 1:0 Kubilay Kücükler (54., Foulelfmeter), 1:1 Leon Wittke (73.), 1:2 Daniel Heil (79.).
Rote Karte: Mario Vogt (Petersberg) wegen groben Foulspiels (88.).


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