Kaufmann: "Wir werden versuchen, es in Grenzen zu halten"

Gruppenliga Frankfurt Ost: Vier Teams ermitteln den fünften Absteiger

12. Mai 2017, 20:36 Uhr

Im Hinspiel trennten sich Rosenhöhe Offenbach (in Rot) und der JSK Rodgau mit 1:1. Foto: Patrick Scheiber

Abgesehen von Mühlheim, Bischofsheim und Nidda, die ein Spiel mehr absolviert haben, sind es noch drei Spieltage in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost. An der Spitze liefern sich Hanau und Nidda ein Rennen, das die Hanauer am Ende wohl entscheiden werden. Im Keller sind vier Absteiger so gut wie sicher, der fünfte aber noch vakant. Dietzenbach? Rosenhöhe? Somborn? Oder doch noch Marköbel? Es wird ein heißer Tanz, denn niemand will am Ende den Gang in die Kreisoberliga antreten. Es hängt wohl am Restprogramm der jeweiligen Teams. Und an den Nerven.

Türk Gücü Hanau – VfR Kesselstadt (Sonntag, 15 Uhr)

Vier Siege in Folge brachten Hanau trotz des Punkteabzugs in eine gute Position. Mit 39 Punkten beträgt der Vorsprung zur Abstiegszone sechs Zähler. Ein – zu erwartender Sieg – gegen Kesselstadt und der Klassenerhalt ist quasi sicher. Trotz der klaren Verhältnisse – Kesselstadt hat magere zehn Punkte gesammelt und ist gedanklich seit der Winterpause abgestiegen – haben die Gastgeber Respekt vorm Gegner, dem die Hanauer in der Vergangenheit öfter über den Weg liefen. Zunächst bestreiten die Türken am Donnerstagabend ihr Kreispokal-Halbfinale bei Eintracht Oberrodenbach.

Hanauer FC 93 – SG Marköbel (Sonntag, 15 Uhr)

Trotz der beispiellosen Klettertour von Viktoria Nidda, die sie bis auf Rang zwei und punktgleich mit Hanau brachte, haben die 93er nur ein Ziel vor Augen: die Meisterschaft. „Das lassen wir uns nicht mehr nehmen“, stellte 93-Pressesprecher Giovanni Fallacara schon nach dem Sieg bei der SG Rosenhöhe (3:0) klar. Das Restprogramm und die Tatsache, ein Spiel weniger absolviert zu haben als Nidda, spricht für die Hanauer. Gegen Marköbel ist ein Sieg Pflicht, genauso am Wochenende darauf gegen Kesselstadt. Mit der Meisterschaft und dem Aufstieg in der Tasche soll es dann zu Schaulaufen im letzten Spiel gegen den JSK Rodgau kommen. Marköbel kämpft weiter gegen den Abstieg, kämpfte sich zuletzt etwas aus dem Sumpf heraus. Aus dem Restprogramm gegen Hanau, Rodgau und Mühlheim sollte spätestens ein Dreier am letzten Spieltag zum Klassenerhalt reichen.

JSK Rodgau – SG Rosenhöhe (Sonntag, 15 Uhr)

Die Rosenhöhe steht mit dem Rücken zur Wand. 33 Punkte haben die Offenbacher auf dem Konto, sind damit punktgleich mit Dietzenbach, die aktuell den ersten Abstiegsplatz belegen. Mit Rodgau wartet nun nicht nur ein scheinbar übermächtiger Gegner, sondern auch noch ein alter Bekannter. JSK-Trainer Andreas Humbert war jahrelang für die Rosenhöhe aktiv, man kennt sich also noch. „Von den aktuellen Spielern vielleicht die wenigsten, aber im Vorstand und auch bei unserem Trainer ist Andreas bekannt“, so SG-Sprecher Tim Kleinschmidt, der vorrechnet: „Dietzenbach, Somborn oder wir werden auf dem letzten Abstiegsplatz landen. Marköbel hat noch Kesselstadt vor sich, daher sollten die gerettet sein.“ Somborn hat mit 37 Punkten die beste Ausgangsposition der drei Teams. Weiter oben im Ranking scheint für die Rodgauer der Aufstiegskampf gelaufen, fünf Punkte beträgt der Rückstand auf das Führungsduo Nidda und Hanau (jeweils 66).

Viktoria Nidda – Germania Klein-Krotzenburg (Sonntag, 15 Uhr)

Der Viktoria-Express rollt! Die vergangenen sieben Spiele wurden alle gewonnen, dabei erzielten Noah Michel & Co. ganze 29 Tore. Ob die Meisterschaft für den Tabellenzweiten aber realisierbar ist, ist fraglich. Hanau hat ein Spiel weniger absolviert und ein klares Ziel vor Augen. Für den Relegationsplatz wird es aber reichen. Mit dem Gast aus Klein-Krotzenburg hat Nidda dabei einen starken Gegner vor der Brust, der jedoch geschwächter nicht sein könnte. „Das Personal wird Stunde für Stunde dünner“, berichtet Germania-Trainer Wolfgang Kaufmann und ist wenig zuversichtlich: „Wir werden versuchen, es in Grenzen zu halten.“ Noch vor zwei Jahren besiegelte Nidda im Saisonendspurt den Abstieg der Klein-Krotzenburger, diesmal stehen die Gäste komfortabler da, sind seit Wochen gesichert im Mittelfeld. „Deshalb fahren wir gut gelaunt dorthin und wollen uns gut verkaufen“, so Kaufmann.

FSV Bischofsheim – FC Hochstadt (Sonntag, 15 Uhr)

In den vergangenen vier Ligaspielen gelang Hochstadt nur ein Sieg gegen Absteiger Mühlheim (8:0). Ansonsten setzte es drei Pleiten, wohlgemerkt aber: allesamt gegen die Spitzenteams Rodgau, Hanau und Nidda. Nun tritt der Tabellenfünfte in Bischofsheim an. Der FSV ist nur einen Rang dahinter platziert und hat seit sieben Partien nicht mehr gewonnen. Sechs davon gingen sogar verloren.

Kickers Obertshausen – VFR Wenings (Sonntag, 15 Uhr)

Für Obertshausen haben die letzten Saisonspiele viel von entspanntem Zurücklehnen. Früh sicherten die Kickers den Klassenerhalt und rollten die Liga anschließend von hinten auf. Nun stehen sie auf dem vierten Platz, haben vergangenes Wochenende die 50-Punkte-Marke geknackt. „Es läuft alles gut, wir wollen immer noch ein paar Pünktchen sammeln und versuchen, die Spannung etwa hochzuhalten“, erklärt Obertshausens Spielausschussvorsitzender Siggi Herth. Wenings steht mit 26 Punkten auf Rang 15, der Abstieg sollte besiegelt sein.

SV Somborn – FC Dietzenbach (Sonntag, 15 Uhr)

Die einen, nämlich Somborn, können mit einem Dreier einen ganz wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Mit 37 Punkten fehlt dem SVS nicht mehr viel. Die Gäste aus Dietzenbach stehen dagegen mal wieder mit dem Rücken zur Wand. Eine verkorkste Saison könnte für den Vizemeister der Vorsaison im Endspurt seinen Höhepunkt finden. Die Offenbacher kämpfen nämlich erbittert gegen den Abstieg und müssen den fünften Absteiger wohl mit der Rosenhöhe ausfechten. Punkte sind also Pflicht!

Sportfreunde Seligenstadt II – SV Pfaffenhausen (Sonntag, 15 Uhr)

Im Duell gegen Somborn (2:5) fehlten den Sportfreunden laut Trainer Thomas Marton „10 oder 15%“. Nun geht es für die Hessenliga-Reserve ebenfalls gegen ein Team aus dem Tabellenkeller, die Voraussetzungen sind aber andere. Während Somborn den Klassenerhalt in eigener Hand hat, schwebt das Abstiegsgespenst über der Sportanlage an der Austraße in Pfaffenhausen. Die Gäste haben 27 Punkte- einer wurde aufgrund des fehlenden Schiedsrichtersolls abgezogen – und liegen damit drei Spieltage vor Schluss mit sechs Punkten Rückstand auf einem Abstiegsplatz. Seligenstadt ist seit Wochen gerettet und steht sicher im Mittelfeld der Tabelle.

Autor: Valentin Schwing

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