Kayalar beendet verrückten Pokalfight

Kreispokal Hanau: 4:3 nach Verlängerung gegen TG Hanau

18. Oktober 2017, 22:29 Uhr

Can Kayalar katapultierte die SG Marköbel im Kreispokal eine Runde weiter. Foto: Patrick Scheiber

45 Minuten lang war das Hanauer Kreispokal-Spiel der 2. Runde eine träge Nummer, dann entwickelte sich aber doch noch ein klassischer Pokalfight inklusive Verlängerung. Titelverteidiger Türk Gücü Hanau verspielte dabei eine 2:0- und 3:2-Führung bei der SG Marköbel, die ihrerseits durch Kayalars Tor in der Verlängerung in die 3. Runde einzog.

SG Marköbel - Türk Gücü Hanau 4:3 nach Verlängerung (4:3, 3:3, 0:1)

Es entwickelte sich unter diffusem Flutlicht ein typischer Hartplatz-Kick, der teilweise gruselige Züge annahm. Meist wurde der Ball unkontrolliert nach vorne gespielt und es dominierten eindeutig die kämpferischen Tugenden. Gerade die Gastgeber hatten kräftig durchrotiert und gaben einigen Akteuren aus der zweiten Reihe eine Bewährungsmöglichkeit. Auch die Hanauer erschienen nicht mit der kompletten Besatzung, zeigten aber zunächst den größeren Willen auf das Weiterkommen. Schließlich ist das Team von Trainer Blerim Petrovci der Titelverteidiger und war im Abenteuer Hessenpokal bis in die 3. Runde vorgestoßen, wo gegen den Regionalligisten TSV Steinbach Endstation war.

Torchancen blieben in diesem Pokalspiel in den ersten 45 Minuten Mangelware, Marköbel hatte gar keine, die Gäste von der Rudi-Völler-Sportanlage zwei Halbchancen durch Bujar Kciku und Alessandro Fröb. Letzterer war es auch, der in der 45. Minute nach einem Eckball den Ball von der Strafraumgrenze konsequenterweise direkt nahm und für seinen Mut mit dem Tor zum 1:0 für Türk Gücü Hanau belohnt wurde. Im zweiten Abschnitt entwickelte sich die bis dahin schwache Partie doch noch zu einem packenden Pokalfight.

Drei Minuten nach der Pause schienen die Hanauer mit Treffer Nummer zwei in Person von Volkan Sungun auf dem richtigen Weg zu sein (48.). Doch Marköbel war plötzlich hellwach und antwortete mit einem Doppelschlag. Ein Diagonalschuss von Timo Hache landete zum 1:2 im langen Eck, nur zwei Minuten danach glich Sebastian Reuthal unter gütiger Mithilfe von Hanaus Torhüter Sercan Schlüssler zum 2:2 aus. Das war das Signal für Gästetrainer Blerim Petrovci, um sich selbst in die Partie zu bringen. Hanau erhöhte nun den Druck, aber Marköbel hielt dagegen. Zwei Minuten vor dem Ende schien Vulkan Sungun den Gästen mit seinem verwandelten Foulelfmeter die drohende Verlängerung zu ersparen.

Doch die Gastgeber hatten etwas dagegen und egalisierten mit einem verrückten Billiardtor. Kayalar traf den Pfosten, dann rettete ein Hanauer auf der Linie. Nachdem die Kugel wieder vom Pfosten zurück kam, stocherte Kapitän Andre Naumann zum 3:3 ein und erzwang die Verlängerung. Kurz vor dem Ablauf der ersten 15 Extra-Minuten vollendete Marköbels Can Kayalar einen Konter zur erstmaligen Führung der Gastgeber, die bis zum Ende Bestand hatte. Nach umkämpften 120 Minuten konnten schließlich die Marköbeler den Titelverteidiger aus dem Wetbewerb befördern.

Die Statistik:

SG Marköbel: Sticher - Naumann, Gerken, Karges, Weise, Wagner, (78. Kayalar), Nacci, Rustler (67. Domke), Reuthal, Oppermann (62. Schabet), Hache - Trainer: Wolfram Rohleder.
Türk Gücü Hanau: Schlüssler - Kaya, König, Sungun, Demiral (58. Petrovci), Fröb (81. Kaynak), Müller, Kciku, Korkmaz, Tastan (58. Tastan), Cimen - Trainer: Blerim Petrovci.

Schiedsrichter: Steffen Gasche (Langenselbold).
Zuschauer: 100.
Tore: 0:1 Alessandro Fröb (45.), 0:2 Volkan Sungun (48.), 1:2 Timo Hache (55.), 2:2 Sebastian Reuthal (57.), 2:3 Volkan Sungun (88., Foulelfmeter), 3:3 Andre Naumann (90.), 4:3 Can Kayalar (105.).
Gelb-Rote Karte: Timo Hache (Marköbel, 119.).

Autor: Pedro Acebes