"Keine großen Unterschiede" - bis auf fünf Tore

Hessenliga: Müller und Steinbach stehen vor Problemen, die eigentlich schon gelöst waren

28. März 2017, 12:00 Uhr

Allerlei Grund zum Hadern hatte Karl-Josef Müller mit der Defensivleistung seines Teams. Foto: Charlie Rolff

Drei Spiele, ein Punkt - das war vor dem vergangenen Wochenende die Hessenliga-Bilanz im Jahr 2017, sowohl vom KSV Baunatal als auch beim SV Steinbach. Ergebnismäßig waren die Unterschiede im Baunataler Parkstadion am Samstagnachmittag aber gewaltig. Bei der Steinbacher 1:6-Pleite war die Elf von Karl-Josef Müller mit Problemen konfrontiert worden, die eigentlich schon gelöst waren.

Defensiv leistete sich der SVS fatale individuelle Patzer und lud den KSV Baunatal, gerade in der zweiten Halbzeit, quasi zum Toreschießen ein. "Das sind katastrophale Fehler, die man nicht abtrainieren kann", meint Müller, für den die Situation ja nicht gerade neu ist. Schon in der Hinrunde leistete sich Steinbach in einigen Spielen große Böcke in der Defensive und kam so einige Male unter die Räder. In den letzten Spielen vor der Winterpause schien man die Problematik in den Griff bekommen zu haben, nicht umsonst wurden vier Siege in Folge eingefahren.

Nun steht die Mannschaft nach vier Spielen im Jahr 2017 aber gerade einmal bei einem Zähler. "Wir bringen uns selbst um unseren Lohn", ärgert sich Müller. "Ich bin durchaus der Meinung, dass wir einen Punkt hätten mitnehmen können. Ich habe keine großen Unterschiede zwischen beiden Mannschaften gesehen." Der größte und wichtigste zeigte sich aber auf der Anzeigetafel: Baunatal erzielte fünf Treffer mehr und schickte Steinbach somit mit einer Packung gen Heimat.

Gerade KSV-Akteur Ingmar Merle fand Gefallen am Toreschießen. Gegen den SVS erzielte der Ex-Borusse seine Saisontore 12, 13 und 14. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison bei Borussia Fulda erzielte der 27-Jährige insgesamt nur sechs Tore. "Ich will da gar keine Vergleiche ziehen, das ist eine völlig andere Situation", so Merle, der wie seine Kollegen sichtlich erleichtert war, dass sich der KSV mit dem ersten Sieg in der Restrunde aus dem gröbsten Abstiegskampf verabschieden konnte.

Ganz im Gegensatz zu Steinbach. Die Mannen vom Mühlengrund sind weiterhin Viertletzter, nächste Woche kommt es ausgerechnet zum Derby gegen Borussia Fulda. "Da will ich noch gar nicht drüber nachdenken", entgegnete Trainer Müller unmittelbar nach der Baunatal-Partie, "aber wenn wir Borussia Fulda solche Geschenke machen, werden sie ganz sicher Danke sagen." Gerade aber auch deshalb, weil der SVS daheim spielt, soll diesmal eine ähnliche Packung wie in Baunatal oder beim 1:5 im Hinspiel vermieden werden.

Autor: Steffen Kollmann