Lemm imponiert VfB-Mentalität

Hessenliga: Ginsheim voll im Soll

27. August 2018, 17:14 Uhr

Ihm gefällt die Mentalität seiner Fußballer: Ginsheims Trainer Artur Lemm. Foto: Thomas Zöller

Drei Siege, drei Niederlagen, 12:12 Tore. Mit neun Punkten ist der VfB Ginsheim im zweiten Hessenliga-Jahr nach sechs Spieltagen voll im Soll. Zudem hat der aktuelle Tabellenachte im Hessen-Pokal das Achtelfinale erreicht, wo die Altrhein-Kicker Ende September Regionalliga-Aufsteiger SC Hessen Dreieich erwarten.

Der 4:3-Sieg beim Tabellenletzten SC Viktoria Griesheim war nicht ganz nach dem Geschmack des ehrgeizigen Ginsheimer Trainers Artur Lemm. "Das war ein Spiel, wie es sich der Trainer nicht wünscht", sagte der Übungsleiter nach dem Abpfiff der turbulenten Partie. Der 43-jährige, der in seiner aktiven Karriere genau 100 Oberliga Hessen-Spiele absolvierte und mit den Saarländern vom FC Kutzhof 2005/06 in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals gegen Borussia Mönchengladbach spielte (0:3), fand auch lobende Worte für Schlusslicht Griesheim.

"Sie haben gezeigt, dass sie Qualität haben. Ich bin mir sicher, dass sie relativ schnell Punkte holen werden. Pascal Storks Qualitäten haben wir heute gesehen. Mirko Dimter spielt sehr gut, obwohl er früh mit Gelb-Rot runter musste. Das war in dem Moment für uns nicht gut, weil sie dann jetzt erst recht wollten. Sie haben viele gute Jungs und werden ihre Punkte holen. Mir war klar, dass es sehr schwierig wird hier zu gewinnen. Die Viktoria wollte unbedingt die ersten Punkte holen. Das hat es unglaublich schwer gemacht", schickte der Chefcoach hinterher.

"Wir haben nicht gut gespielt und viele Fehler gemacht. In der Vorwärtsbewegung können wir es viel besser ausspielen. Wir hätten sieben oder acht Tore machen können. Das war Wahnsinn, was wir da verschludert haben. Von drei Gegentoren haben wir zwei hergeschenkt. Beim zweiten gab es ein Abstimmungsproblem zwischen Tormann Langenstein und Abwehrspieler Dawit. Beim dritten Tor machen wir das xte Foul am Strafraumrand und irgendwann haut Stork einen rein. Das haben wir ganz klar besprochen, dass wir das nicht so wollten", analysierte Lemm. "Wir haben nun viele Ansatzpunkte für die Woche, aber das beste ist, dass wir die drei Punkte haben", unterstrich der Trainer.

"Hochgerechnet wären das 48 Punkte"

Nach den beiden Heimniederlagen gegen den KSV Baunatal (1:2) und den FV Bad Vilbel (0:1) sei es wichtig gewesen, diese Rückschläge wegzustecken, so Lemm. "Wir sind eine sehr junge Mannschaft und müssen immer wieder aufstehen. In Griesheim haben wir in 90 Minuten immer wieder Rückschläge bekommen, sind aber jedes Mal zurückgekommen und haben uns wieder aufgebaut. Das ist eine Mentalität, die mir imponiert hat und das nehmen wir positiv aus diesem Spiel mit", erklärte der VfB-Coach.

Insgesamt zeigt sich Lemm mit der Punkteausbeute von neun Zählern zufrieden: "Ich bin ein kleiner Statistiker und wir haben nun 1,5 Punkte im Schnitt. Hochgerechnet auf 32 Spieltage wären das 48 Punkte - zwei mehr als letzte Saison, die ja als Aufsteiger überragend gut war. Diese neun Punkte waren wichtig, weil wir nach dem Heimspiel gegen Hadamar bei Barockstadt Fulda und in Gießen spielen. Da können wir nicht unbedingt mit Punkten planen. Ich bin aber zufrieden, weil wir vermutlich die jüngste Mannschaft der Liga sind. Gegen Bad Vilbel hatten wir einen Startelf-Alterschnitt von 21,1 Jahren. Sechs Spieler waren Jahrgang 1998 oder 1999."

Die U23 in der Gruppenliga Darmstadt war mit vier Siegen toll gestartet, erlitt am Sonntag aber mit der 1:5-Niederlage beim VfL Michelstadt den ersten Dämpfer. "Ich nehme das ganze Paket mit. Das ist ein brutal guter August, auch weil wir im Hessenpokal im Achtelfinale stehen", freut sich Lemm. Dort kommt am 25. September der SC Hessen Dreieich. "Das war nicht unser Wunschgegner, weil wir eher auf Kickers Offenbach gehofft hatten. Bei Dreieich wird die Hütte nicht so voll werden, aber wir haben ja in der Hessenliga im Rückspiel 3:1 gewonnen. Trotzdem sind wir der Underdog, wollen aber eine Runde weiter kommen", blickt der Coach voraus.

Autor: Pedro Acebes

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