Lohsse hadert mit dem Schiedsrichter
Verbandsliga: Adler siegen 4:2
Dabei war ein Punkt auf dem Lehnerzer Kunstrasen durchaus drin. Das sah auch Marco Lohsse so. „Das Ergebnis klingt zwar eindeutig. Aber die Niederlage war heute echt unnötig“, erklärte der TSV-Coach. In der Tat: Lehnerz agierte kämpferisch stark und war mit dem Gegner auf Augenhöhe.
Viel Pech hatte Lehnerz bei starkem Wind jedoch bei diversen Schiedsrichterentscheidungen. Etliche 50:50-Situationen pfiff Marcus Rolbetzki für die Gäste ab. Und eine – vielleicht spielentscheidende – Situation sah er dann sogar komplett falsch. David Wollny hatte kurz nach der Pause von rechts mustergültig auf Marek Weber geflankt, der zur vermeintlichen 2:1-Führung einnicken konnte. Rolbetzki gab den Treffer nicht. Wo er hier allerdings Abseits gesehen hatte, blieb sein Geheimnis.
„Der Schiedsrichter hat zwei spielentscheidende Szenen falsch beurteilt“, gab dann auch Lohsse zu Protokoll. Neben dem nicht gegebenen Treffer meinte er den Elfmeter, den Weidenhausen bekam, als Tim Gonnermann in der 44. Minute über das ausgefahrene Bein von Natnael Weldetnsae fiel – eine Situation, die man nicht pfeifen muss, aber pfeifen kann. Weidenhausens Jan Gerbig verwandelte zum 1:1.
Zuvor hatte Lehnerz starke erste 30 Minuten gespielt. Das 1:0 durch Marek Weber (10.) fiel über die starke rechte Seite. Kilian Sandner hatte geflankt, Weber genügend Zeit, sich den Ball zurechtzulegen und aus elf Metern rechts oben abzuschließen. Danach allerdings drängten die Adler den TSV immer mehr in deren Hälfte. Das 1:1 war die logische Folge.
Die zweite Halbzeit verlief hektisch. Nach dem 1:2 durch einen Konter (55.) löste Lohsse die Doppel-Sechs auf und beorderte Wollny in den Sturm neben Weber. Aber wieder ließ sich Lehnerz auskontern und hatte diesmal sogar Glück, dass Julian Pecks nach einer Rettungsaktion auf der Linie mit der Hand nur Gelb statt Rot sah. Den fälligen Elfer verwandelte Gerbig zum 1:3 (69.).
Lehnerz gab aber auch jetzt nicht auf, hatte durch Weber die Kopfball-Chance auf den Anschluss. Aber quasi im Gegenzug fiel dann das entscheidende 1:4 (78.). Dass Weber drei Minuten vor dem Ende nach Fehler von Weidenhausen-Keeper Johannes Klotzsch noch zum 2:4 abstauben konnte, war nur noch Kosmetik. / ths
Lehnerz II: Grösch; Say, Weldetnsae (75. Vilmar), Pecks, Gaul, Wollny, Sandner (63. Sternstein), Jordan, Hohmann, Balzer (54. Tewes), Weber.
Weidenhausen: Klotzsch; Beng, Baumbach (68. Göbel), J. Gonnermann, Orschel, S. Gonnermann, T. Gonnermann, Gerbig, Kim (83. Löffler), Nguyen, Hammer (87. Jäger).
Schiedsrichter: Marcus Rolbetzki (Marburg). Zuschauer: 80. Tore: 1:0 Marek Weber (10.), 1:1 Jan Gerbig (44., FE), 1:2 Benjamin Orschel (55.), 1:3 Jan Gerbig (69., HE), 1:4 Sören Gonnermann (78.), 2:4 Marek Weber (87.). Gelb-Rote Karte: Gaul (Lehnerz II, 88., wdh. Foulspiel).

