Nach „Bärendienst“: SGMS nutzt kurze Überzahl für gute Ausgangslage

04. Juni 2024, 21:32 Uhr

Vollen Einsatz und rassige Zweikämpfe gab es im Derby zwischen der SG Mottgers/Schwarzenfels (blau) und der SG Sterbfritz/Sannerz (schwarz). © Oliver Mueller

Die SG Mottgers/Schwarzenfels hat sich in eine gute Ausgangsposition für den Klassenerhalt in der A-Liga Schlüchtern gebracht. Das Relegations-Hinspiel gegen die SG Sterbfritz/Sannerz gewannen die Hausherren mit 1:0 (0:0).

Der Treffer des Tages fiel erst fünf Minuten vor Schluss, als die Hausherren vor toller Kulisse – rund 1000 Zuschauer sahen das Derby – endlich einmal den Weg in die Tiefe fanden. Tristan Zeller war frei durch und ließ sich die Chance nicht entgehen. Bezeichnend war es aber, dass das Tor in einer Überzahlsituation fallen musste. In einem Spiel, in dem es nach harten und teils überharten Zweikämpfen mehr verletzungsbedingte Wechsel als gute Torchancen gab, war Gäste-Torjäger Philip Grammel – Vorsitzender der SG Sterbfritz – nach einem Fernschuss übermotiviert in Torhüter Tobias Burow geprallt (76.). Die Zehn-Minuten-Zeitstrafe ging absolut in Ordnung und die Überzahlsituation wurde kurz vor dem Ablauf der Strafe ausgenutzt.

Nach „Bärendienst“: SGMS nutzt kurze Überzahl für gute Ausgangslage

Als „dämlich“ und einen „Bärendienst“ bezeichnete Sterbfritz/Sannerz-Trainer Markus Hohmann die Aktion seines besten Torjägers. Dabei war es Grammel, der die Partie in der besten Phase der Gäste um die 20. Minute herum in eine ganz andere Richtung hätte lenken können. Nach einem zu kurzen Rückpass blieb Torhüter Burow aber Sieger. Erst nachdem Sterbfritz/Sannerz auf die Verliererstraße geriet, gab es noch einmal eine Druckphase des Gasts, der in der B-Liga die beste Offensive der Liga stellt – doch auch zahlreiche Ecken sollten nicht mehr zum Erfolg führen.

„Das Ergebnis haben wir uns selbst zuzuschreiben, wir hätten es in der ersten Halbzeit in eine andere Richtung lenken müssen. Aufgrund der zweiten Halbzeit ist das 1:0 aber nicht ganz unverdient. Wir haben am Ende ein bisschen darum gebettelt“, befand Hohmann, der nun hoffen muss, dass seine Spieler wieder schnell fit werden – allen voran Zehner Mattia Poole. Zwischenzeitlich war Betreuer Steffen Schwarzer im Dauereinsatz im Behandeln der Gästeakteure. Seinen Job machte der Krankenpfleger aber besser und professioneller als so mancher Physiotherapeut viele Klassen höher.

„Bei so einem Spiel vor dieser Kulisse ist natürlich Anspannung dabei. Und bei einem Derby gibt es eben auch Zweikämpfe, die so ein Spiel hergibt“, befand Mottgers-Schwarzenfels-Trainer Hans-Jürgen Zeller, der die spielerische Überlegenheit des Gegners anerkannte, aber auch feststellte, dass seine Mannschaft nach der Pause die besseren Toraktionen hatte. „Wir wussten, dass wir dagegen halten müssen. Trotzdem ist noch überhaupt nichts entschieden“, sagte Zeller nach dem Hinspiel, das vom Hessischen Fußball-Verband als „Amateurspiel des Monats“ auserwählt wurde und deshalb per Videokamera begleitet wurde.

Die Statistik SG Mottgers/Schwarzenfels: Burow; Koschella, Link, Stanoevski, Grau, Krause, Lotz, D. Ulrich, Stern, Kirchner, Zeller (M. Ulrich, Hölzer). SG Sterbfritz/Sannerz: Seidenthal; Engstler, Krapf, Moritz Müller, Neuland, Marcel Müller, Marius Müller, Schneider, Poole, Grammel, Schwarz (Orth, Barth, Lap). Schiedsrichter: Andreas Böck (FV Bellings). Zuschauer: 1000. Tor: 1:0 Tristan Zeller (85.). Zehn-Minuten-Zeitstrafe: Philip Grammel (Sterbfritz/Sannerz, 76.).

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