Nüchter setzt spät das Adrenalin frei
Verbandsliga: Gajic nach 2:1-Sieg „fix und alle“ - Fotostrecke
Nicht ohne Schmerzen setzten sich Alexander Kilian (links) und der RSV Petersberg gegen Fabian Korell und Hessen Kassel II durch. Foto: Charlie Rolff
„Ich bin fix und alle. Eigentlich muss ich aufhören“, war RSV-Coach Goran Gajic nach Abpfiff aufgewühlt. Rund fünf Minuten zuvor hatte Daniel Nüchter den viel umjubelten Siegtreffer für seine Schützlinge erzielt, nachdem Boris Aschenbrücker den Ball aufgrund eines Stockfehlers zunächst verloren zu haben schien, letztlich aber so die perfekte Vorlage für den Ex-Hattenhöfer lieferte (88.).
„Gerade nach diesen vielen Negativerlebnissen in den ersten Wochen der Saison tut uns das so gut. Die Mannschaft hat heute den unbedingten Willen gezeigt und verdient gewonnen“, freute sich Gajic, der nicht mehr hören kann, „dass es egal sei, wenn wir wieder absteigen. Das Team hat das Potenzial für die Verbandsliga. Punkt. Aus. Ende.“
Im Nachhinein muss man sagen, dass Petersberg dieses Spiel gegen Hessen Kassel II im Hinblick auf den Ligaerhalt auch gewinnen musste, war die Regionalliga-Reserve doch alles andere als ein übermächtiger Gegner. Die beste und im Endeffekt einzig gute Phase hatten die Gäste zwischen der 20. und 35. Minute, in der Kassel auch sein Tor erzielte: Nach einer Flanke von Incheol Choi war Rolf Sattorov per Kopf den Tick eher am Ball als RSV-Keeper Stefan Labendsch (22.). Labendsch ist im Übrigen der einzige fitte Schlussmann, den Petersberg noch hat: Bei David Schwarz hat sich der Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall bestätigt, und Daniel Freidhof zerrte sich im Vorspiel der zweiten Mannschaft gegen Haimbach II (1:3).
Das Spiel kippte jedoch zwischen der 56. und 59.Minute zugunsten der Heimelf: Erst sah Sebastian Busch auf Kasseler Seite Gelb-Rot, nachdem dem Ex-Vellmarer im Zweikampf gegen Nüchter keine andere Wahl blieb, als acht Minuten nach seiner ersten Gelben Karte das taktische Foul zu ziehen. Ohne den wie immer wacker kämpfenden Mittelfeldmotor verloren die Junglöwen die Ordnung: Nach einem Freistoß von Patrick Wingenfeld legte RSV-Kapitän Andreas Brzoza per Kopf überlegt am kurzen Pfosten Boris Aschenbrücker auf, der nur noch zum Ausgleich einschieben musste. In der letzten halben Stunde drängte Petersberg dann auf den Sieg, hatte zunächst unter anderem Pech bei einem Lattentreffer von Aschenbrücker (80.), ehe Nüchter für die pure Erleichterung sorgte.
Entsprechend gefrustet war der einstige Fuldaer Germane und Borusse Thorsten Hirdes auf der Kasseler Trainerbank. „Schon gegen Sand in der Vorwoche haben wir das Ding in der Schlussphase vergeigt. Uns fehlt einfach die Konstanz, um ein Spiel mal 90 Minuten runterzuspielen“, so Hirdes, der sein Team als reines Ausbildungsteam für die Regionalligamannschaft sieht.
Petersberg: Labendsch; Kilian, Brzoza, Vogt, Stupp (86.Tranchina) – Wingenfeld, Wehner – Kücükler (76. Reinhard), Nüchter, von Pazatka (84. Zehner) – Aschenbrücker.
Hessen Kassel II: Gorczyca; Choi, Feldmann, Osmanoglu, Bredow – Busch, Uceda Cerdan – Richter (80.Schütze), Sosa Perez, Korell – Sattorov.
Schiedsrichter: Sven Werner (Zierenberg). Zuschauer: 120.Tore: 0:1 Rolf Sattorov (22.), 1:1 Boris Aschenbrücker (59.), 2:1 Daniel Nüchter (88.).Gelb-Rote Karte: Sebastian Busch (56., Hessen Kassel II). / hall


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