Prümm: "Ein Derby hat seine eigenen Gesetze"
Gruppenliga Frankfurt Ost: Türk Gücü Hanau bekommt Punktabzug
Sportfreunde Seligenstadt II – Viktoria Nidda (Mittwoch, 19 Uhr)
Für die Sportfreunde ist der Klassenerhalt nach dem Sieg am Wochenende nahezu in trockenen Tüchern, in der Tabelle bewegt man sich in ruhigen Fahrwasser. Nidda kann dagegen noch zum lachenden Dritten werden, die Viktoria befindet sich in Lauerstellung hinter Tabellenführer Hanau 93 und einen Punkt hinter Verfolger JSK Rodgau. Der Platz zur Aufstiegsrelegation ist also nach wie vor erreichbar. "Nidda ist ein Topteam und das wollen wir ärgern. Das sind wir der restlichen Konkurrenz auch schuldig", stellt Thomas Marton, Übungsleiter der Hessenliga-Reserve aus Seligenstadt, klar. Ein eigenes Ziel hat er mit seiner Mannschaft auch noch: "Unseren einstelligen Tabellenplatz wollen wir halten und den neunten Platz aus der Vorsaison verbessern." Gegen Nidda gilt es nun, deren Offensive einzudämmen: "So viele Tore wie die muss man erstmal schießen." Das Team aus dem Wetteraukreis stellt mit 91 Treffern den mit Abstand besten Angriff der Liga.
Hanauer FC 93 – FC Hochstadt (Donnerstag, 18.45 Uhr)
Volle Kraft voraus! In den noch ausstehenden fünf Partien haben es die Hanauer als Spitzenreiter mit zwei Punkten Vorsprung vor Rodgau selbst in der Hand, die Meisterschaft perfekt zu machen. „Diese Ausgangsposition haben wir und so lange liegt der Fokus nur auf uns und unseren Stärken“, erklärt Hanaus Spielertrainer Christoph Prümm und ergänzt: „Das heißt natürlich nach wie vor, dass wir Sonntag für Sonntag unsere Spiele gewinnen wollen und müssen. Oder diesmal am Donnerstag.“ Dafür wurden im Abschusstraining am Dienstag noch einmal die Kräfte gesammelt, denn es kommt schließlich nicht irgendwer an die Sportanlage an der Kastanienallee. Der FC Hochstadt ist Fünfter und spielte auch schon um die absoluten Top-Platzierungen mit. Mit 47 Punkten ist der Anschluss mittlerweile zwar verloren, Prümm ist dennoch gewarnt: „Es ist ein Derby und das hat wie immer seine eigenen Gesetze.“
SV Somborn – VfR Kesselstadt (Donnerstag, 19 Uhr)
Somborn gelang am Wochenende gegen Pfaffenhausen ein wichtiger Dreier (2:0) gegen einen Konkurrenten im Abstiegskampf. Gemeinsam mit Türk Gücü Hanau (1:0 gegen Obertshausen) brachte sich der Tabellenzehnte damit in eine gute Ausgangsposition. Beide haben nun 31 Punkte auf dem Konto, während die Konkurrenz aus Dietzenbach und Marköbel verlor oder spielfrei war. Nun steht gegen Kesselstadt eine Partie an, nach der Somborn einen weiteren Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht haben sollte. „Es wird eine Herausforderung, genug Spieler aufzutreiben. Viele müssen arbeiten und die Frage nach der Motivation kann ich keinem unserer jungen Spieler verübeln“, erklärt Kesselstadts Vorsitzender Thorsten Wolter, dessen Team sich trotz der hohen Pleiten Woche für Woche fair aus der Liga verabschieden möchte.
FSV Bischofsheim – Türk Gücü Hanau (Donnerstag, 19 Uhr)
Schaut man auf die Tabelle, wird klar: Der Tabellensechste empfängt den Elften, Hanau benötigt unbedingt Punkte im Abstiegskampf. Und die Form spricht für die Türken. Während Bischofsheim aus den vergangenen fünf Spielen einen Sieg holte (5:0 gegen Schlusslicht Kesselstadt), konnte Hanau viel Selbstvertrauen tanken. Zuletzt besiegte TGH die Kickers aus Obertshausen (1:0) und im Pokal wurde Liga-Spitzenreiter und Stadtrivale Hanau 93 im Elfmeterschießen geschlagen. „Diese Siege haben uns beflügelt und gegen Bischofsheim ist es ja auch eine Art Derby“, ist Pressesprecher Mehmet Bayram guter Dinge, weiß aber um die Wichtigkeit der kommenden Wochen: „Das wird entscheidend für uns gegen Dietzenbach, Pfaffenhausen und Somborn.“ Sollten die die Duelle gegen die direkten Konkurrenten erfolgreich bestritten werden, ist der Klassenerhalt bald in trockenen Tüchern. Doch zunächst geht es nach Bischofsheim, und mit Derbys haben die Hanauer schließlich gute Erfahrung. Einziger Wermutstropfen. Aufgrund der Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls wird den Hanauern ein Punkt am Ende der Runde ein Punkt abgezogen. „Sollte es am Ende nicht reichen, darf niemand sagen, der eine Punkt wäre Schuld. Unsere gute Form und eine Serie soll das ausgleichen“, stellt Alim Katlimis, zweiter Pressesprecher der Türken, klar.
SG Marköbel – Germania Klein-Krotzenburg (Donnerstag, 19 Uhr)
Während Marköbel am Wochenende spielfrei hatte, zog die Konkurrenz Tabellenkeller vorerst davon. „Daher müssen wir jetzt endlich punkten“, wird es für SG-Pressesprecher Luca Topitsch Zeit für den ersten Liga-Sieg im Jahr 2017. Im Rahmen des Donnerstagsspiels hofft er dabei auf den besonderen Charme des Flutlichtspiels: „Wenn die Jungs darüber hinaus dann abrufen, was sie eigentlich können, sollte es mal klappen.“ Hoffnung, dass gegen die bereits gesicherte Germania etwas zu holen ist? „Wir haben im Hinspiel Unentschieden gespielt, warum sollten wir also zuhause nicht gewinnen? Die Bude muss nur mal getroffen werden.“ 28 Punkte hat die SG auf dem Konto und belegt damit den ersten Abstiegsplatz. „Am Ende wird Marköbel nicht absteigen, denn abschreiben sollte man uns nie“, gibt sich Topitsch uneingeschränkt selbstbewusst.
Kickers Obertshausen – SV Pfaffenhausen (Donnerstag 19.30 Uhr)
Sollte in Pfaffenhausen noch Hoffnungen auf den Ligaerhalt keimen, wird es Zeit zu punkten. Mit 24 Zählern bleibt dem SVP eher die Außenseiterrolle, fünf Punkte sind es bis zum rettenden Ufer. Bei den Kickers sieht es anders aus: War das Ziel ursprünglich ebenfalls der Klassenerhalt, kletterte man seit der Winterpause unaufhörlich nach oben, aktuell auf Rang vier. „Wir können die nächsten Spiele locker angehen. Trotz allem bleibt das Ziel natürlich, die Partien auch zu gewinnen“, erklärt Kickers-Sprecher Siggi Herth. In Obertshausen müssen sie mindestens zwei Spiele auf Stammtorwart Lucas Bohn verzichten, der im Spiel gegen Türk Gücü Hanau (0:1) vom Platz flog. „Mit Patrick Schlaud haben wir da aber einen guten Ersatz. Auch sonst füllt sich der Kader nach einigen Ausfällen wieder“, so Herth. Bei aktuell 48 Punkten wünscht er sich, die 50 Punkte-Marke zu knacken. Sechs Spiele stehen für die Kickers noch aus, da sollten zwei weitere Zähler drin sein.
JSK Rodgau – VFR Wenings (Donnerstag, 19.30 Uhr)
Gegen den so gut wie abgestiegenen VFR sollte für die Rodgauer ein Sieg Pflicht sein. Auch wenn JSK-Trainer Andreas Humbert grundsätzlich nicht von hohen Erwartungen an die Tabelle oder gar Druck sprechen will, so lieferte seine Mannschaft in seiner Abwesenheit vergangenes Wochenende gegen Hochstadt doch nicht zum ersten Mal den Beweis der Stärke auch in schwierigen Partien. Bei drei Punkten gegen Wenings, das gegen die bereits abgestiegenen Mühlheimer noch einmal Selbstvertrauen tankte (5:0), würde man auch den gefährlichen Verfolger aus Nidda auf Distanz halten.
KV Mühlheim – FC Dietzenbach (Donnerstag, 19.30 Uhr)
Kreisderby in Offenbach, Mühlheim auf der einen und Dietzenbach auf der ganz anderen Seite. Der FCD musste am Wochenende nach langer Zeit die erste Niederlage einstecken (0:5 gegen Nidda) und steckt nach wie vor im Abstiegskampf. Bei 29 Punkten ist es nur einer, der den Vizemeister der Vorsaison über dem Strich hält. Mühlheim erwies sich zuletzt immer öfter als Wundertüte, Guten Leistungen wie gegen Obertshausen (2:2) und Somborn (1:1) folgte eine Niederlagen-Serie von vier Pleiten.
Autor: Valentin Schwing


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