Früher Platzverweis

Rehm, Krieger und Ernst die Protagonisten

Hessenliga: Starkes Spiel, keine Punkte

27. April 2019, 14:50 Uhr

Niclas Rehm (in blau) zog ganz zu Beginn Damjan Marceta kurz am Trikot und sah Rot. Foto: Siggi Larbig

Gegen den kommenden Hessenliga-Meister fast ein komplettes Spiel in Unterzahl agieren zu müssen – und dabei auch noch ganz früh zurückzuliegen? Es gibt einfachere Aufgaben, aber Hünfeld stellte sich ihr mit aller Macht, musste letztlich aber eine 0:3 (0:1)-Pleite gegen den FC Gießen hinnehmen, der in der kommenden Woche aus eigener Kraft Meister werden kann.

Die Schlüsselszene des Spiels gab es gleich zu Beginn: Nach einem langen Ball zögerte HSV-Keeper Sebastian Ernst einen Moment, Abwehrchef Niclas Rehm zog Gießens Mittelstürmer Damjan Marceta im Laufduell kurz am Trikot, der daraufhin zu Boden sank. Elfmeter ja, aber ob das Foul rotwürdig war? Für Schiedsrichter Mirko Radl schon, weil er Marceta in besserer Position als Ernst wähnte. Den folgenden Elfmeter verwandelte Timo Cecen trocken (7.). Alle Taktik des HSV war über den Haufen geworfen. Fast ein ganzes Spiel in Unterzahl gegen den Meister in spe und die Tormaschinen der Liga stand an.

Doch Hünfeld, statt Fünfer- nun mit Viererkette unterwegs, merkten die 400 Zuschauer die Unterzahl zu keiner Sekunde an. Vor allem, weil Weber die Ausrichtung extrem offensiv ließ, neben den Stürmern Florian Münkel und Kevin Krieger in Kapitän Julian Rohde auch noch einen klaren Spielmacher auf dem Platz ließ. Zwar blieben ganz klare Abschlüsse lange Mangelware, doch die Nadelstiche hatten es immer wieder in sich. Die größte Gelegenheit, um in Richtung Punktgewinn schielen zu können, vergab Kevin Krieger nach 66 Minuten, weil er frei durch an FCG-Keeper Frederic Löhe scheiterte. Hätte er den parallel laufenden Münkel gesehen, hätte der den Ball nur noch ins leere Tor schieben müssen.

Gießen war selbstredend die etwas bessere Mannschaft, hatte aber nicht so klare Ballbesitzvorteile, wie nach Minute sieben zu erwarten gewesen wäre. Dazu war gerade Steffen Witzel, der diesmal innen verteidigte, und Keeper Ernst oftmals Retter in den brenzligen Situationen. Doch Ernst musste sich die Entscheidung ankreiden lassen, als er unbedrängt mit ganz Gefühl auf Franz Faulstich spielen wollte, allerdings Erdinc Solak anspielte, der für den anderen Joker Noah Michel auflegte (79.). Markus Müllers Treffer zum Endstand hatte nur noch statistischen Wert. Und so blieb Hünfeld nicht mehr als jede Menge Schulterklopfer und auch etwas Applaus von der Tribüne.

Die Statistik:

Hünfelder SV: Ernst – Wenzel, Faulstich, Rehm, Witzel, Vogt – Dücker (80. Fröhlich), Alles – Rohde (67. Neidhardt) – Krieger, Münkel.
FC Gießen: Löhe – Antonaci, Spang, Nennhuber, Lekaj – Fink, Hofmann – Mukasa, Cecen (79. Müller), C. Kara (67. Solak) – Marceta (57. Michel).
Schiedsrichter: Mirko Radl (SV Biebesheim).
Zuschauer: 400.
Tore: 0:1 Timo Cecen (7., Foulelfmeter), 0:2 Noah Michel (78.), 0:3 Markus Müller (90.).
Rote Karte: Niclas Rehm (Hünfeld) wegen Notbremse (6.)

Autor: Johannes Götze

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