SGE in Ekstase
Rhöner Wille schlägt Sodener Spielkunst
Verbandsliga: Last-Minute-Sieg für starke SG Ehrenberg
Symbolisch für die 90 Minuten: Ehrenberg Marius Bublitz (rechts) ist einen Schritt schneller als Bad Sodens Tim Paulowitsch. Foto: Kevin Kremer
Der ultimative Glücksmoment ereignete sich in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Ecke Felix Beck, Kopfball Mark Jaksch, Ehrenberg jubelt. „Ich hab es doch gesagt“, meinte ein hochzufriedener SGE-Coach Robert Schorstein unmittelbar nach dem Schlusspfiff. Schließlich sagte der verletzt fehlende Mittelfeldmotor voraus, dass ein Standard das Tor bringen muss. Sein Gegenüber Anton Römmich hingegen konnte nicht fassen, „wie frei wir Jaksch bei einem letzten Eckball stehen lassen.“ In der Tat hatte der ehemalige Borusse viel Platz, schraubte sich jedoch auch prima hoch und hatte das nötige Glück, dass der ansonsten glänzend aufgelegte Abdul Samed Ersöz im Sodener Tor den Ball durch die Hände gleiten ließ.
Die vorigen 90 Minuten waren teilweise richtig starker Verbandsligafußball, was vor allem an den Hausherren lag. Temporeich, bissig, leidenschaftlich. Die SG Ehrenberg hatte ihre Lehren aus der Niederlage gegen Vellmar gezogen und mit einer kämpferischen Leistung den favorisierten Sprudelkickern ein ums andere Mal aufgezeigt, welche Mentalität die Schorstein-Mannen besitzen. „Geil was wir hier abgeliefert haben“, fasste sich Schorstein in der Analyse kurz und schob nach, „dass uns das Ding hoffentlich ganz viel Selbstvertrauen gibt.“ Grund dazu hat sein Team allemal, denn bockstark präsentierte sich die SGE, stand sehr kompakt und ließ daher die Sodener Spielkunst gar nicht erst aufkommen, um aber selbst immer wieder gefällig zu werden.
Nachdem Jakob Müglich den Ball über das leere Tor setzte (22.), brachte selbst der Rückstand, als die Römmich-Elf einen von wenigen Geistesblitzen hatte und Daniele Fiorentino am Ehrenberger Keeper Simon Voll vorbeiging und einschob (30.), keinen Bruch ins Spiel der Hausherren. Im Gegenteil: Durchgang zwei ging nur in eine Richtung, sodass Marius Bublitz eine der zahlreichen Chancen nutzte und herrlich in den Knick schlenzte (59.). Auf der Gegenseite war nur einmal kurz Durchatmen angesagt, als Kevin Paulowitsch mit seinem abgefälschten Schuss den Pfosten traf (63.). Entsprechend teilte Römmich nach dem Spiel auch aus: „Ein solch schlechten und passiven Auftritt habe ich lange nicht gesehen. Das war die reinste Frechheit, zu viel Hacke und Spitze. So etwas will ich nicht sehen. Es hat an vielem gefehlt. Aber auch ein Lob an Ehrenberg, die das super gemacht haben.“
Die Statistik:
SG Ehrenberg: Voll – Ma. Schäfer (61. Bambey), Dinkel, Mo. Schäfer, Beck – Jaksch, Bau – Bleuel (69. Brehl), Müglich (42. Scheffler) – Geier, Bublitz.
SG Bad Soden: Ersöz – Demuth, Vlk, T. Paulowitsch (66. Saletnik), Kymlicka – K. Paulowitsch, C. Neiter, Pospischil, Krapf – Amani (66. Moaremoglu), Fiorentino.
Schiedsrichter: Joshua Herbert (DJK FSV Schwarzbach).
Zuschauer: 240.
Tore: 0:1 Daniele Fiorentino (30.), 1:1 Marius Bublitz (59.), 2:1 Mark Jaksch (90.+2).


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