Rodler: "Nach dem Elfmeter kam Hektik auf"

Verbandsliga Mitte: Erste Niederlage für Kelsterbach

20. August 2017, 20:30 Uhr

Niklas Rottenau war einer von drei Akteuren des FC Eddersheim, die vorzeitig zum Duschen geschickt wurden. Foto: Marcel Lorenz

Mit durchwachsenen Resultaten haben die heimischen Teams am Sonntag den dritten Spieltag in der Verbandsliga Mitte beendet. Einen gebrauchten Tag erwischte vor allem der FC Eddersheim, der beim TuS Dietkirchen nicht nur mit 0:2 unterlag, sondern am Ende auch noch drei Platzverweise zu verkraften hatte. Weiterhin rund läuft es für den SV Zeislheim, der den SSV Langenaubach mit 3:1 bezwang, das Spitzenspiel gegen SF/BG Marburg verlor hingegen Absteiger Viktoria Kelsterbach.

SV Zeilsheim – SSV Langenaubach 3:1 (1:1)

Langenaubach hat uns lange das Leben schwer gemacht, sie haben sehr gut gegen den Ball gearbeitet. Am Ende hat es aber dann doch noch mit den beiden Toren geklappt“, freute sich SVZ-Trainer Sascha Amstätter nach dem Sieg.
Dabei waren es die Gäste, die zunächst durch Sandro Noriega in Führung gehen konnten (9.) und grundsätzlich den besseren Start erwischten. Erst ab der 25. Minute erarbeitete sich Zeilsheim wirklichen Zugriff auf das Spiel, der Ausgleich (43.) durch Nicklas Pitas, nach Zuspiel von Leonardo Bianco, erfolgte nicht unverdient.
Nach dem Seitenwechsel intensivierte die Amstätter-Elf ihre Offensivbemühungen gegen tiefstehenden Gäste, der Erfolg stellte sich allerdings erst spät ein. In der 88. Minute besorgte Bianco via Foulelfmeter die Zeilsheimer Führung, 120 Sekunden später war Kokolo Baku, der ebenfalls von Leonardo Bianco bedient wurde, zur Stelle. Neben Langenaubachs Marvin Hartmann, der in der 91. Minute Gelb-Rot wegen Meckerns sag, wurde auch noch SSV-Mann Temel Uzun, nach einer verbalen Auseinandersetzung mit dem Unparteiischen, unmittelbar nach dem Spiel mit Rot bedacht.

Schiedsrichter: Andreas Böck (Steinau).
Zuschauer: 120.
Tore: 0:1 Sandro Noriega (9.), 1:1 Nicklas Pitas (43.), 2:1 Leonardo Bianco (88.), 3:1 Kokolo Baku (90.).
Rote Karte: Temel Uzun (Nach Spielende, Langenaubach).
Gelb-Rote Karte: Marvin Hartmann (90.+1, Langenaubach).

Germania Schwanheim – FC Waldbrunn 4:1 (0:0)

Nach der bitteren Niederlage gegen Langenaubach, meldet sich die Germania wieder in der Erfolgsspur zurück. „Super, der Heimsieg war wieder wichtig. Das haben wir uns auch vorgenommen, hier konstant aufzutreten“, freute sich Schwanheims Trainer Tomas Pelayo.

Nach einer ausgeglichenen und zum Teil etwas ruppigen ersten Hälfte, boten die Hausherren nach dem Kabinengang hervorragenden Offensiv-Fußball. Yassine Maingad brachte Schwanheim in der 67. Minute in Führung, allerdings sollte Steffen Moritz zunächst noch der Waldbrunner Ausgleich gelingen (74.). Die Germania ließ sich das Zepter jedoch nicht aus der Hand nehmen: Zwei sehenswerte Volley-Treffer von Fabian Pfeifer (76., 86.) und ein von den Zuschauern emotional gefeiertes Tor (83.) von Rückkehrer Frederik Eisbrenner bedeuteten den verdienten Schwanheimer Sieg.

Schiedsrichter: Paul-Ioan Barbu (Böckingen).
Zuschauer: 100.
Tore: 1:0 Yassine Maingad (67.), 1:1 Steffen Moritz (74.), 2:1 Fabian Pfeifer (76.), 3:1 Frederik Eisbrenner (83.), 4:1 Fabian Pfeifer (86.).

TuS Dietkirchen – FC Eddersheim 2:0 (0:0)

„Das war ein schlimmes Spiel, wir hatten drei Platzverweise. Das ging heiß her“, meinte Erich Rodler, Sportlicher Leiter des FCE, nachträglich. In Halbzeit eins kamen die Gäste zunächst zu drei „Hundertprozentigen“, Alexander Scholz, Ivan Rebic sowie Turgay Akbulut vergaben jedoch.

Zum kuriosen Dietkirchener Führungstreffer kam es in der 55. Minute, als das Spielgerät nach einem Stopp-Fehler an die Hand von FCE-Mann Umut Polat springt. In der Folge entschied der Unparteiische auf den Punkt, den fälligen Strafstoß verwandelte Marvin Rademacher. „Das war natürlich mehr als ärgerlich und für mich auch nicht nachvollziehbar. Das war keine Absicht und aus einem Meter. Für mich war das absolut unberechtigt“, so Rodler.
Im Anschluss wurde das Spiel etwas hektischer, zum auch hitziger. In der 65. Minute sah zunächst der Eddersheimer Niklas Rottenau Gelb-Rot nach einer verbalen Auseinandersetzung mit dem Schiedsrichter, nur zehn Minuten später folgte Teamkollege Nicolai König. Doch auch mit nur noch neun Spielern suchte der FCE sein Glück in der Offensive, wurde jedoch nicht mehr nennenswert gefährlich. In der 85. Minute setzte es dann auch noch für Ivan Rebic nach einem Wortgefecht den roten Karton, das 2:0 für Dietkirchen erzielte Robin Dankof nach einem Konter in der Nachspielzeit.

„Ich will das gar nicht entschuldigen, nach dem Elfmeter kam die Hektik auf. An den Karten sind die Spieler auch selbst schuld, wir müssen uns alle im Griff behalten. Auch wenn der Elfer sicherlich unberechtigt war. Aber das rechtfertigt nicht unser Verhalten“, sagte Erich Rodler nach Spielende. „Das Spiel müssen wir erst einmal verdauen. Der Sonntag war mit Sicherheit nicht sehr erfolgreich.“

Schiedsrichter: Ismail Koc (Schlüchtern).
Zuschauer: 150.
Tore: 1:0 Marvin Rademacher (Handelfmeter, 55.), 2:0 Robin Dankof (92.).
Rote Karte: Ivan Rebic (85., Eddersheim)
Gelb-Rote Karte: Niklas Rottenau (65.), Nicolai König (75., beide Eddersheim).

SG Kinzenbach – FV Biebrich 2:2 (0:0)

Der Aufsteiger aus Kinzenbach stand zunächst sehr tief und bereitete der FVB-Offensive einige Probleme. In Halbzeit eins kam es beidseitig zu keinen ernsthaften Chancen.

Nach dem Pausentee agierte Biebrich in der Vorwärtsbewegung leidenschaftlicher und aggressiver, weshalb das 1:0 für die SG, erzielt durch Marvin Helm (67.), eher überraschend daherkam. Orkun Zer hatte für die Gäste aber prompt die passende Antwort (73.) parat, in der 89. Minute gelang dem Goalgetter sogar der Biebricher Führungstreffer. Zu einem umstrittenen Handelfmeter für die Mittelhessen, samt Gelb-Rot für FV-Spieler Nico Hernandez, kam es in der dritten Minute der Nachspielzeit. Den Ausgleich vom Punkt aus besorgte Ufuk Ersentürk. „Wenn man in der 93. einen Elfer gegen sich bekommt, dann kann man schon von seiner sehr unglücklichen Niederlage sprechen“, so Biebrichs Trainer Nazir Saridogan.

Schiedsrichter: Daniel Losinski (Hofgeismar).
Zuschauer: 100
Tore: 1:0 Marvin Helm (67.), 1:1 und 1:2 Orkun Zer (67., 73.), 2:2 Ufuk Ersentürk (95.).
Gelb-Rote Karte: Nico Hernandez (93., Biebrich).

SF/BG Marburg – Viktoria Kelsterbach 2:1 (0:1)

Erste Saisonniederlage für Viktoria Kelsterbach gegen den nach wie vor makellosen Tabellenführer aus Marburg. „Es war nicht ganz unverdient, dass wir verloren haben. Es wäre aber auch mehr drin gewesen“, meinte Viktoria-Trainer Ralf Horst nach dem Abpfiff.
Dabei waren es die Gäste, die dank eines verwandeleten Foulelfmeters von Leo Hasenstab zunächst in Führung gehen konnten (15.). Nachfolgend ergaben sich wenig Chancen auf beiden Seiten, sodass es mit einem Kelsterbacher Vorteil in die Pause ging.
In der zweiten Hälfte wurde Marburg immer stärker und präsentierte sich insbesondere bei Standardsituationen als brandgefährlich. So entstand das 1:1 durch Anton Jencik (58.) beispielsweise nach einem Marburger Freistoß. „Wir haben mitunter einfach zu viele Freistöße für die produziert“, bemängelte Horst.
Der Marburger Siegtreffer sollte allerdings nach einem Konter fallen: In der 73. Minute war Tomi Pilinger zur Stelle. „In Marburg muss man mit einem 1:1 zur 70. Minute zufrieden sein. Das haben wir nicht gemacht, das darf uns nicht passieren“, ärgerte sich Ralf Horst über das vermeidbare Gegentor.
Schiedsrichter: Daniel Heist (Hertingshausen).
Zuschauer: 150.
Tore: 0:1 Leo Hasenstab (Foulelfmeter, 15.), 1:1 Anton Jencik (58.), 2:1 Tomi Pilinger (73.).

(cn)

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