Rohdes Jokertor reicht nicht ganz

Hessenliga: Müller schreibt die Geschichte des Spiels

29. April 2017, 16:45 Uhr

Julian Rohde kam von der Bank und traf kurz später. Foto: Charlie Rolff

Was sollen die Steinbacher mit dem heutigen 2:2 (1:1) im Kellergipfel gegen den FSC Lohfelden anfangen? So richtig wussten sie das nach dem Spiel auch nicht. Und auch vom Spielverlauf her fiel es den Beteiligten schwer, das Spiel einzuordnen.

In Halbzeit eins hatte der SVS streckenweise an die schwache Partie bei Rot-Weiß Darmstadt (1:3-Niederlage) aus der Vorwoche angeknüpft: Ohne das notwendige Engagement, das für den Abstiegskampf unabdingbar ist, kaufte Lohfelden dem Gastgeber einerseits den Schneid ab und andererseits verfügte der FSC dank der besseren individuellen Qualität über die überlegene Spielanlage. Allerdings nutzten sie die Chancen nicht: Tolga Ulusoy per direktem Freistoß (10.), Lukas Iksal vollkommen frei vor Marco Motzkus (25.) und Serdar Bayrak per Flugkopfball (27.) verpassten die klarsten Gelegenheiten. Treffen sollte nur Nasuf Zukorlic, der nach einem Einwurf und Iksals intelligenter Brustablage herrlich per Direktabnahme abschloss (20.).

Und Steinbach? Fehlte lange die Struktur, dazu verharrten die vier Offensiven diesmal recht starr auf ihren Positionen, weshalb das oftmals entscheidende Überraschungsmoment abging. Chancen gab‘s zwei, beide bezeichnenderweise per Fernschuss. Klatschte Florian Münkels Versuch noch an die Latte (11.), hatte Petr Kvaca mehr Glück. Sein Versuch mit dem rechten Außenrist aus bestimmt 25 Metern wurde lang und länger und schlug im rechten Winkel ein (45.+3). Klasse von Schiedsrichter Maximilian Rother (St. Stephan), dass er nach zahlreichen verletzungsbedingten Unterbrechungen vier Minuten nachspielen ließ, noch besser seine Vorteilsauslegung beim Ausgleich, als Florian Münkel einen Schlag von Roy Keßebohm abbekam, der Ball aber bei Kvaca landete und das Leder Sekunden später herrlich einschlagen sollte.

"Wir waren zu verkrampft"

„Wir waren in der ersten Halbzeit zu verkrampft, da hat man gemerkt, um wie viel es geht“, merkte Steinbachs „Sechser“ Michael Wiegand an, der sichtlich gezeichnet von dem Abnutzungskampf dem Interview stellte. Einen Vorwurf konnte er keinem seiner Mitspieler machen, zu sehr habe eben jene Verkrampfung ihren Teil zu der zunächst unbefriedigenden Leistung beigetan. Viel zufriedener war er mit Durchgang zwei, als sich sein Team den Punkt auch ein Stück weit verdienen konnte. Und das Wichtigste: „Mit dem Punkt haben wir den Kontakt zu Lohfelden noch nicht komplett verloren.“

Kvacas Treffer erwies sich als Brustlöser, der SVS steigerte sich nach der Pause gewaltig, ließ sich nicht mehr so sehr einschnüren und hatte deutlich mehr Ballbesitz. Dennoch gehörten die ersten Chancen dem Gast: Ulusoy zielte knapp daneben (60.), Motzkus hielt gegen Zukorlic stark (62.) und Keßebohms Schuss strich ganz knapp am Pfosten vorbei (62.). Apropos Keßebohm: Mit einem ganz dreckigen Foul „begrüßte“ er Julian Rohde am Feld und ging selbst direkt danach runter (67.). Rohde konnte trotz starker Hüftschmerzen weiterspielen und stach sechs Minuten nach seiner Einwechslung: Der „Zehner“ setzte FSC-Keeper André Schreiber unter Druck, der ihm den Ball in die Füße spielte und Rohde mit rechts (!) aus kurzer Distanz traf (70).

Das Spiel schien zu Gunsten der Steinbacher zu laufen, da es immer zerfahrener wurde und dennoch schlug auch bei Lohfelden ein Joker zu. Thomas Müller spielte nach einem Kreuzbandriss in dieser Saison noch keine Minute, kam in der 76. Minute und erzielte nach freundlicher Einladung Tom Wiegands nur drei Minuten später das 2:2 (79.). Und dann war die Zeit für den Lucky Punch gekommen, doch den vereitelte der geschundene Schreiber gleich dreimal stark: Erst bei Daniel Hansliks Schuss (82.), dann lenkte er einen Kracher Petr Paliatkas über die Latte (90.+2), um dann in der allerletzten Sequenz noch einen Kopfball Steffen Traberts noch um den Pfosten zu lenken.

Die Statistik:

Steinbach: Motzkus - T. Wiegand, Schwab, Trabert, Petrasch (83. Bott) - M. Wiegand, Paliatka - Kvaca, Hanslik, Dimitrijevic (64. Rohde) - Münkel.
Lohfelden: Schreiber - Heussner, Blahout, Schneider, Meuser - Weingarten - Bayrak, Ulusoy, Zukorlic, Keßebohm (67. Matys) - Iksal (76. Müller).

Schiedsrichter: Maximilian Rother (SV St. Stephan).
Zuschauer: 340.
Tore: 0:1 Nasuf Zukorlic (20.), 1:1 Petr Kvaca (45.+3), 2:1 Julian Rohde (70.), 2:2 Thomas Müller (79.).

Autor: Johannes Götze

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