Rot-Weiss befördert Hicham Tahrioui

Hessenliga: Trainerlösung aus den eigenen Reihen

05. Januar 2018, 12:37 Uhr

Hicham Tahrioui übernimmt das Hessenliga-Team bei Rot-Weiss Frankfurt. Foto: Mithat Gürser

Hicham Tahrioui ist neuer Cheftrainer beim Hessenligisten SG Rot-Weiss Frankfurt. Der bisherige Coach der kürzlich vom Spielbetrieb zurückgezogenen zweiten Mannschaft übernimmt gemeinsam mit seinem Co-Trainer Mirko Kelava die Leitung des stark abstiegsgefährdeten Hessenliga-Teams. Trainingsstart für die Vorbereitung auf die letzten elf Punktspiele der Saison ist der 13. Januar.

"Ich danke dem Verein für das Vertrauen und nehme die Aufgabe dankend an. Wir wissen, dass es sich um eine große Herausforderung handelt, aber das macht den Fußball aus", freut sich Tahrioui auf seine neue Aufgabe im Verein, dem er seit 2013 angehört. Auch von Seiten der Sportlichen Leitung um Yüksel Ekiz stand der Entschluss, für den Saisonendspurt auf die interne Lösung zu setzen, seit Weihnachten fest. "Wir haben uns relativ früh in den zuständigen Gremien für die Einsetzung von Hicham Tahrioui als Cheftrainer entschieden. Das war für uns auch nach der Abmeldung der U23 die logische Konsequenz. Noch einen externen Trainer in dieser Situation zu holen, hätte doch gar keinen Sinn gemacht", unterstreicht Ekiz. Für den neuen Cheftrainer ist es jetzt erstmal wichtig "Ordnung und Disziplin reinzubringen. Wir ziehen unsere Linie mit Konzentration durch. Der Trainingsbetrieb soll wieder regelmäßig und geregelt stattfinden", so die oberste Prämisse des neuen Trainers, der einen umstrukturierten Kader vorfindet.

Denn mit Michel Gschwender, Ali Zaeteri, Keisuke Iida, Tetsu Horiuchi, Ilias Becker und David Vetterlein haben sich insgesamt sechs Akteure abgemeldet. Übrigens handelt es sich dabei durchweg um Fußballer, die während der laufenden Spielrunde hinzukamen. Ihre Kaderplätze werden werden von Spielern aus der kürzlich abgemeldeten Verbandsliga-Mannschaft eingenommen. Kapitän Patrick Gürser hatte ja schon beim 5:2-Sieg im Nachholspiel gegen den SV Steinbach sein Hessenliga-Comeback gegeben und wird genauso wie der im gleichen Spiel eingewechselte Georgios Nasios und Bela Wendnagel in das Hessenliga-Team übernommen.

"Haben den Klassenerhalt nicht in der eigenen Hand"

"Mit weiteren Spielern aus der U23 bin ich noch in Gesprächen", betont Tahrioui, der wie Ekiz auch externe Neuzugänge nicht ausschließen wollte. "Wir sind momentan an drei Kandidaten dran, da ist aber noch nichts spruchreif", so Ekiz zum aktuellen Stand der Dinge. In Sachen Klassenerhalt ist am Rödelheimer Parkweg Realismus angesagt. Zwar sind es jetzt "nur noch" sechs Punkte zum ersten sicheren Nichtabstiegsplatz, direkte Konkurrenten wie die Spvgg. 03 Neu-Isenburg, der FC Ederbergland und der SV Steinbach haben aber jeweils noch drei Nachholspiele in der Hinterhand. "Wir wissen, dass wir es nicht in unserer eigenen Hand haben", weiß der neue Trainer, für den deswegen auch andere Tugenden Vorrang haben: "Es soll schon in der Vorbereitung ein positiver Schwung durch die eigenen Reihen gehen. Die Spieler sollen sich mit dem Verein identifizieren und mental in der Lage sein, diese Aufgabe anzugehen. Jeder soll das Vertrauen spüren, welches ihm geschenkt wird. Wir wollen bodenständig arbeiten", gibt Tahrioui vor.

Angefangen hatte der Coach im Sommer 2013 als Assistenztrainer von Bayram Mechmet in der U23. Nach dessen Abgang zwei Jahre später führte er die Reserve mit zwei Aufstiegen in Folge von der Kreisoberliga Frankfurt in die Verbandsliga Süd und nimmt im Verein auch außersportliche Aufgaben wahr. Nach dem Trainingsauftakt am 13. Januar gibt es in der ersten Vorbereitungswoche gleich zwei Testspiele gegen Regionalligisten. Erst gibt die U23 des FSV Mainz 05 ihre Visitenkarte am Brentanobad ab, dann gastiert der FSV Frankfurt zum Traditionsderby bei Rot-Weiss. / pac