Schmeer mit dem Tor des Tages gegen ideenlose Fliedener
Hessenliga: Fulda schlägt Flieden mit 1:0
1800 Zuschauer hatten sich bei herrlichem Sonnenschein im Königreich versammelt - und somit 350 mehr als beim gestrigen Hessenderby in der Regionalliga Südwest zwischen dem TSV Steinbach und dem KSV Hessen Kassel (2:2). Stichwort Kassel: Der einzige SCB-Winterneuzugang Schmeer, der von jenem Regionalligisten in die Barockstadt wechselte, avancierte in seinem erstem Pflichtspiel gleich zum Derbyhelden. Denn in der 38. Minute erkannte Borussen-Spielmacher Leon Pomnitz die Schnittstelle in der Buchonen-Viererkette, die am Samstag alles andere als sattelfest wirkte, und steckte den Ball herrlich auf Schmeer durch. Frei vor Lukas Hohmann blieb der 29-Jährige ganz cool und schlenzte den Ball ins lange Eck.
"Dafür hat der Verein mich ja geholt", sagte die Leihgabe von Hessen Kassel nach Spielschluss grinsend. Dass es das einzige Tor an diesem Tag bleiben sollte, hatte sich Fulda allerdings selbst zuzuschreiben. "Wir hätten das Spiel schon früher entscheiden müssen, daher haben wir uns zu Schluss auch ein bisschen schwer getan", analysierte Borussen-Trainer Thomas Brendel und spielte auf einige leichtfertig vergebene Konterchancen an. Die beste Möglichkeit vergab Schmeer, der frei vor dem Tor ein zu ungenaues Zuspiel von Pomnitz erhielt und den Ball per Grätsche nicht im leeren Kasten unterbringen konnte (50.).
So wurde es aber noch einmal spannend, auch weil Gäste-Kapitän Mark Jaksch in einem Zweikampf gegen Fabian Schaub viel zu spät kam und folglich die Rote Karte sah (84.). In der Folge versuchte Flieden gegen zehn Fuldaer zwar noch einmal alles, bis auf einen Schuss von Marco Gaul, der in der dritten Minute der Nachspielzeit plötzlich frei vor Tobias Wolf auftauchte, an diesem aber scheiterte, ließ Fulda jedoch nichts zu.
Denn auf dem schwer bespielbaren Rasen im Königreich agierten ideenlose Fliedener fast ausschließlich mit langen Bällen. Doch das Borussen-Innenverteidiger-Duo Nikola Milankovic und Vedran Jerkovic erwischte anders als im Hinspiel einen sehr guten Tag, sodass Flieden-Sturmtank Schaub überhaupt nicht zur Geltung kam. So war es nicht verwunderlich, dass die Hausherren neben dem Schuss von Gaul im gesamten Spiel lediglich einmal gefährlich wurden - und das nach einer Ecke. Doch den Kopfball von Nico Hohmann kratzte Felix Beck in der 45. Minute von der Linie.
"Wir haben heute auf vier, fünf Postionen nicht das abgerufen, was ich mir versprochen habe", sagte Buchonen-Coach Meik Voll, der nach Spielende zugab, "dass Borussia das eine Tor definitiv besser war. Sie haben viel aggressiver gegen den Ball gearbeitet und die besseren Torchancen gehabt." Ähnlich sah es sein Gegenüber Thomas Brendel. "Der Sieg war hochverdient, auch weil wir defensiv fast überhaupt nichts zugelassen haben. Ich bin positiv überrascht, wie wir das Spiel angenommen und wie wir uns an die Gegebenheiten angepasst haben. Das war überragend, gerade für die erste Begegnung", frohlockte der Ex-Profi, der ergänzte: "Es war kein schönes Spiel, aber ein erfolgreiches Spiel."
SV Flieden: L. Hohmann - Hack (46. Kovacevic), Rumpeltes, Drews, N. Hohmann - Heil, Leibold, Müller (60. Jordan) - Gaul, Gies (46. Ankert) - Schaub.
Borussia Fulda: Wolf - Beck, Jerkovic, Milankovic, Fuß - Jaksch, Schersadeh - Merle (81. Poredski), Pomnitz, Trägler (89. Schwab) - Schmeer (90+3. Schirmer).
Schiedsrichter: Timo Wlodarczak (Bebra). Zuschauer: 1800. Tor: 0:1 Sebastian Schmeer (38.)
Rote Karte: Mark Jaksch (Borussia Fulda) nach grobem Foulspiel (84.).

