Schmidt hat Respekt vor Sicajas Arbeit und umgekehrt auch

Hessenliga: Seligenstadt empfängt Stadtallendorf

23. März 2017, 16:01 Uhr

Die Regionalliga im Blickwinkel: Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja. Foto: Mithat Gürser.

Die Sportfreunde Seligenstadt haben am Samstag in der Hessenliga ein echtes Spitzenteam zu Gast. Mit Eintracht Stadtallendorf stellt sich der Tabellendritte an der Aschaffenburger Straße vor. Nach dem Aufstiegsverzicht von Tabellenführer SC Hessen Dreieich steht für die Gäste aus Mittelhessen die Tür zur Regionalliga weit offen. Allerdings brauchen auch die Einhardstädter noch einige Punkte, um den Ligaverbleib zu sichern.

Sportfreunde Seligenstadt - Eintracht Stadtallendorf (Samstag, 15.00 Uhr)

Dass sich durch den unter der Woche hessenweit viel diskutierten Aufstiegsverzicht des souveränen Tabellenführers für den kommenden Gegner eine neue Situation ergibt, das ist Seligenstadts Trainer Lars Schmidt völlig klar: "So eine Nachricht führt natürlich dazu, dass eine Mannschaft einen nicht ungehörigen Motivationsschub bekommt. Das ist jetzt die Gelegenheit für Stadtallendorf, um direkt aufzusteigen oder die Aufstiegsrunde zu spielen. So etwas kann befreiende Wirkung haben". Ohnehin kommen für seine Sportfreunde jetzt nur noch "schöne Aufgaben", zumindest in den folgenden Wochen, denn nach den Mittelhessen geht es zu Rot-Weiss Frankfurt und danach kommen eben jene nicht mehr aufstiegswilligen Dreieicher in die Einhardstadt. "Wir freuen uns darauf, diese Mannschaften bespielen zu können", sagt der ehemalige KSC-Spieler und erklärt: "Es ist ja so, dass wir auch selber noch Punkte brauchen. Aber grundsätzlich ist das so, dass bei solchen Gegnern keiner meckern kann, wenn Du gut spielst und nur einen Punkt holst. Insofern ist das schon einfacher, als gegen Urberach oder Kelsterbach, wo jeder einen Sieg erwartet".

Mit den Siegen gegen Kelsterbach (2:1) und Ederbergland (4:0) haben die Schmidt-Jünger ein gutes Fundament für den Ligaverbleib gelegt, zuletzt kam beim SV Steinbach ein 1:1-Unentschieden hinzu. "Da war die Möglichkeit gegeben drei Punkte zu holen. Wir haben da ganz wenig zugelassen, insofern waren wir da mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden", lässt der Übungsleiter die Partie im Burghauner Ortsteil Revue passieren. Im Hinspiel verloren die Seligenstädter im Herrenwaldstadion durch ein Eigentor und einen Elfmeter mit 0:2.

Sicaja vom Fall Dreieich überrascht

"Das war eines unserer schwächsten Spiele und mit diesem Resultat waren wir noch gut bedient", erinnert sich der frühere Profi. Bezüglich der Arbeit seines Trainerkollegen Dragan Sicaja hat Lars Schmidt eine hohe Meinung: "Dragan leistet dort über Jahre hinweg tolle Arbeit. Sein Team spielt mit einer hohen Einsatzbereitschaft und stellt eine erfahrene und gestandene Oberligamannschaft dar". Natürlich hat der Sportfreunde-Trainer auch die Stärken der Gäste erkannt: "Sie spielen mit einer offensiven Ausrichtung und verfügen über schnelle Spieler. Ihre Stärken bei Standards sind natürlich brutal", so der Coach. Sein Kollege Dragan Sicaja zeigte sich von der Entwicklung im Fall Dreieich etwas überrascht. "Das muss man nicht wirklich verstehen. Jeder, der Fußball spielt, will doch weiter kommen und dazu gehört auch ein Aufstieg. Wer weiß, ob das endgültig ist", will der Übungsleiter der Sache noch nicht so recht Glauben schenken.

Unabhängig von dieser Nachricht wolle sein Team probieren, "bis zum letzten Spieltag die Spannung aufrecht zu erhalten". Das gelte auch und vor allem in Seligenstadt, denn "diese Mannschaft hat Qualität und ist geprägt durch eine stabile Defensive. Lars Schmidt ist ein erfahrener Oberligatrainer, den wir schon aus seinen Jügesheimer Zeiten gut kennen", zollt Sicaja auch seinem Kollegen Respekt für seine Arbeit. Dem Stadtallendorfer Trainer ist bewusst, dass in einer solchen Situation auch die Nerven eine Rolle spielen. "Oft entscheiden kleine Situationen. Auch bei Standards ist das eine Konzentrationsfrage. Das kannst Du nicht trainieren, sondern nur versuchen abzustellen oder zu verhindern", spielt der Coach rückblickend auf die beiden Kopfballtore nach Standards gegen Hessen Dreieich an (2:2).

Autor: Pedro Acebes

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