Seligenstadt will noch einmal Charakterstärke zeigen

Hessenliga: Auch Rot-Weiß Darmstadt verabschiedet sich

18. Mai 2017, 18:00 Uhr

Ein letztes Mal Hessenliga mit Seligenstadt: Torjäger "Raoul" Dalmeida. Foto: Patrick Scheiber.

Für beide Mannschaften wird es voraussichtlich das letzte Spiel in der Hessenliga sein. Rot-Weiß Darmstadt ist sportlich abgestiegen, könnte aber doch noch irgendwie in der Hessenliga bleiben, wenn eine komplizierte Rechnung mit vielen Unbekannten aufgehen sollte. Für die Sportfreunde Seligenstadt wäre es sportlich weiter gegangen, der Verein hat aber mit dem beschlossenen Rückzug die Reißleine gezogen.

Rot-Weiß Darmstadt - Sportfreunde Seligenstadt (15 Uhr)

Seit drei Jahren war Kelvin King nun Trainer bei den Rot-Weißen. Mit dem Heimspiel gegen die Sportfreunde aus Seligenstadt endet vorerst nun seine Trainerlaufbahn in Darmstadt. "Es waren drei intensive und schöne Jahre mit Höhen und Tiefen. Die Arbeit hat sehr viel Spaß gemacht. Nur in dieser Saison haben wir keine Balance gefunden und es war schwierig bis wir im Tritt waren. Deswegen sind wir dann hinterher gelaufen", blickt Trainer King auf die vergangene Zeit zurück und ist sich sicher, dass die Darmstädter "in der Verbandsliga gut aufgehoben sind und viel Freude haben werden." Doch bislang ist noch nicht entschieden, ob die Rot-Weißen tatsächlich absteigen oder doch noch irgendwie gerettet werden können (Text dazu HIER).

"Es ist eine Rechnung mit vielen Unbekannten. Momentan gehen wir davon aus, dass wir absteigen", so King, der noch einmal das Bestmögliche aus seinen Spieler heraus holen möchte, um mit der Mannschaft nach Abpfiff einen Heimsieg feiern zu können. Wie der Gegner allerdings auftreten wird, kann der scheidende Trainer nicht einschätzen, was auch daran liegt, dass Seligenstadt erst am vergangenen Montag der Ligaverzicht erklärte und einen Neuanfang in der Gruppenliga machen möchte. "Es ist ein schwieriges Unterfangen. Entweder haben die Spieler eine jetzt-erst-recht-Haltung oder sie haben eigentlich keine Lust mehr anzutreten. Schließlich haben sie sportlich gesehen ja die Klasse gehalten. Beide Reaktionen wären deshalb nachvollziehbar", äußert sich Kelvin King, der neben den Langzeitverletzten wohl nur auf Christopher Felter verzichten muss. Stefan Scholz, Andreas Klug und Maurice Götz stehen wohl wieder für einen Einsatz zur Verfügung.

Lars Schmidt: "Wir werden uns nicht hängen lassen"

Bei den Seligenstädtern wurde genug über den vollzogenen Rückzug aus der Hessenliga gesprochen. Die Entscheidung des Vereins ist nun gefallen und von Trainer Lars Schmidt und seiner Mannschaft akzeptiert worden. Im letzten Auswärtsspiel bei den Heimstättensiedlern wollen die Einhardstädter sich noch einmal gut präsentieren und den achten Tabellenplatz festigen. "Wir werden uns nicht hängen lassen und wollen noch einmal Charakterstärke auf den Platz bringen. Viele Spieler können sich präsentieren und Werbung in eigener Sache machen", sagt der Seligenstädter Übungsleiter vor dem letzten Ligaspiel. Die letzte Saison beendete Seligenstadt mit 42 Punkten auf Rang neun, mit einem Sieg in Darmstadt könnten die Sportfreunde die aktuelle Spielzeit auf Rang acht mit 44 Punkten beenden.

Ein Highlight steht für Seligenstadt aber auch nach der Beendigung des Hessenliga-Kapitels für mindestens die nächsten zwei Jahre noch an. Am Dienstag treffen die Sportfreunde im Endspiel des Kreispokals Offenbach auf den designierten Hessenliga-Meister SC Hessen Dreieich. Das Finale wird auf neutralem Platz in Heusenstamm ausgespielt. Bei einem Sieg könnte Seligenstadt trotz des Rückzugs in die Gruppenliga Ost auch in der kommenden Saison im Hessenpokal starten, wo die Schmidt-Elf in dieser Saison unter anderem Kickers Offenbach ausschaltete und erst im Halbfinale gegen Ligakonkurrent Rot-Weiß Hadamar unglücklich im Elfmeterschießen ausschied. "Die Jungs haben es verdient, das bestmögliche zu erreichen. Wir wollen noch einmal zeigen, dass unser 4:0 gegen Hessen Dreieich kein Zufall war", kündigt Schmidt an, der den Verein nach dem Rückzug definitiv verlässt.