Simons "Familienplanung" entscheidet
Hessenpokal: Jetzt kann Kassel kommen
Tarek Belaarbi (links) behauptet sich hier im Kopfballduell und sich letztlich auch mit seinem Team. Foto: Siggi Larbig
Robert Simon brachte seine Hünfelder erst zwölf Minuten vor Schluss auf den Weg. Er traf dabei mit dem Körperteil, das grundsätzlich für die Familienplanung zuständig ist – Niklas Wahl und Sebastian Alles hießen die Wegbereiter. „Gut, dass er da nicht mehr nachdenken konnte“, beobachtete sein Coach Dominik Weber, denn überlegt hatten seine Mannen zuvor schon viel zu oft und viel zu viel. Das Viertelfinalticket buchte endgültig Niclas Rehm, der Kapitän traf nach einer klasse Einzelleistung Kevin Kriegers aus sechs, sieben Metern trocken ins Eck (83.).
„Der Sieg geht aufgrund der zweiten Halbzeit in Ordnung, da haben wir das Tempo höher gehalten. Vor der Pause war es für Korbach relativ einfach, dass 0:0 zu halten“, resümierte Weber, dessen Schachzug nach gut einer Stunde griff, als er Alles vom rechten Verteidiger in die Zentrale beorderte. Der Ex-Jenaer riss das Spiel an sich und war folgerichtig auch für den Führungstreffer hauptverantwortlich. Davor hätten Rehm (53.), Witzel (54.) oder Alles (68.) durchaus schon das Tor machen können. Gerade wenn Hünfeld auf dem ungeliebten Kunstrasen das Spielfeld auseinanderzog, wurde es gefährlich. Richtig zwingend wurde Korbach nach dem Wechsel erst, als das Spiel schon gelaufen war, da allerdings ließ auch Krieger auch noch das 3:0 liegen, das definitiv zu hoch gewesen wäre (86.).
Die erste Halbzeit war hingegen derart ereignislos, dass auf der recht spärlich besetzten Tribüne noch am meisten über die einzige Gelbe Karte diskutiert wurde. Die sah in Simon Grosch ein Hünfelder Ersatzspieler. Vielleicht war er mit der einzigen brenzligen Situation des Schiedsrichter-Gespanns nicht einverstanden: Nach tollem Anspiel Rehms traf Budenz, allerdings wähnte ihn Assistent Marc-Philipp Auerswald im Abseits (13.). Ansonsten war nur Kevin Krieger ganz nah am Führungstor, allerdings hielt Schmeer klasse (31.). Keine drei Minuten zuvor musste auch „Pokal-Keeper“ Sebastian Ernst auf der anderen Seite entscheidend eingreifen. Er hielt Moors Schuss so stark, dass Ferhat Yildiz noch in letzter Instanz Bangert stören konnte. Ansonsten fehlte den optisch überlegenen Hünfeldern schlichtweg Tempo, egal ob in der Passschärfe oder im Spiel ohne Ball. Auch ins Pressing ging die Offensive um den von einer Grippe kurierten Robert Simon viel zu selten.
Für Hünfeld heißt es jetzt ein Stück weit Daumendrücken:Am 30. September empfängt Süd-Verbandsligist Bad Vilbel den Regionalligisten Hessen Kassel. In jenem Spiel entscheidet sich, gegen wen es im Viertelfinale geht. Weber hat dabei gar keine Lust auf eine Überraschung: „Ein Spiel gegen Hessen Kassel ist ein absolutes Highlight. Das habe ich den Jungs auch vor dem Spiel gesagt.“ Zumindest in der zweiten Halbzeit wurde es ihnen dann auch endgültig ins Bewusstsein gerufen.
Hünfeld: Ernst – Alles, Belaarbi, Witzel, Yildiz – Trabert (59. Wahl), Budenz – Neidhardt (55. Schilling), Krieger, Rehm – Simon (81. Gensler).
Korbach: Schmelter – J. Osterhold (46. Jalilyan), Benndorf, Müller, Fabisch (55. Hardt) – Emde, Will – Rausch, Vogel, Bangert – Moor.
Schiedsrichter: Martin Kliebe (SG Hopffelde/Hollstein). Zuschauer: 170. Tore: 1:0 Robert Simon (78.), 2:0 Niclas Rehm (83.).


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