Soden-Spiel war Gift für Kopf und Beine

Verbandsliga: Steinbach verliert das zweite Mal

10. April 2016, 17:00 Uhr

Der Führungstreffer von Florian Münkel reichte dem SVS nicht.

Den Sieg im Gipfeltreffen gegen Bad Soden hatte der SVSteinbach nicht nur noch in den Beinen, sondern auch im Kopf. Die Folge:Gegen die Regionalliga-Reserve Hessen Kassels setzte es die zweite Saisonniederlage für den Spitzenreiter – wieder zuhause. Die Junglöwen setzten sich am Mühlengrund mit 4:2 (1:2) durch.

Was den Primus in dieser Saison so stark macht, ließ er – ausgenommen die ersten 30 Minuten – fast in Gänze vermissen:Das Pressingspiel, sonst angeführt von Rohde und Münkel, funktionierte nicht. Dennoch stand Steinbach sehr hoch und ermöglichte so Kassels zentralem Mittelfeld um Mobarak, Wörner und Ochs viel zu viel Platz, damit diese durch einfache Steckpässe sechs, sieben beste Kontermöglichkeiten ermöglichen konnten. Drei davon waren zielführend, dazu schenkte Heiko Petrasch den Ball beim Ausgleich zum 1:1 auf der Außenbahn viel zu leicht her.

Und so durfte Kassels Viktor Knopf in seinem ersten Verbandsliga-Spiel gleich zwei Tore erzielen. Gäste-Trainer Thorsten Hirdes befand, dass sein Team eine geschlossene Leistung auf den Platz gebracht habe, war allerdings auch überrascht, dass seinem Team so viel Platz gewährt wurde. Hirdes stellte gleichzeitig klar, dass es seitens des Vereins keine Bremse in Richtung Hessenliga geben wird:„Allerdings ist es bis Platz zwei noch ein weiter Weg. Wir haben aber zumindest die Scharte ausgewetzt, die wir durch die Niederlage gegen Bad Soden hinterlassen hatten.“ Erstaunlich war, dass das Fehlen von Top-Torjäger Rolf Sattorov überhaupt nicht ins Gewicht fiel und die Mannschaft fast ohne Unterstützung von „oben“ auskam.

Steinbachs Coach „Kalle“ Müller missfiel die Art und Weise, wie seine Mannschaft mit der zweimaligen Führung umging. Da habe sich das Team in Gänze cleverer anstellen müssen, vielleicht nicht ganz so hoch stehen dürfen, um den Kräfteverschleiß vom Mittwoch besser kompensieren zu können. Ins Gewicht fiel freilich auch der Ausfall von Alex Terentew, der beim Aufwärmen den Daumen senkte. Das Knie wollte nicht, allerdings ist mit einer zeitnahen Rückkehr zu rechnen. Normalform hatten bei Steinbach nur Steffen Trabert und Petr Kvaca. Müller hebt nun natürlich den warnenden Zeigerfinger und hat längst Schwalmstadt als ärgsten Konkurrenten ausgemacht. Sechs Punkte beträgt der Vorsprung, allerdings haben die Schwälmer auch schon zwei Spiele mehr bestritten. „Wir müssen aber auch erst einmal unsere Nachholspiele gewinnen. Gelingt das nicht, haben wir in vier Wochen ein Fifty-fifty-Spiel gegen Schwalmstadt hier zuhause.“ Schon am Mittwoch könnte der Vorsprung allerdings auf neun Punkte geschraubt werden, dann geht es nach Rothwesten.

Steinbach:Motzkus – Petrasch, Bott, Trabert, Fladung (56. F. Wiegand) – Paliatka, M. Wiegand – van Leeuwen (72. Brehl), Rohde, Kvaca – Münkel (63. Schleinig).
Hessen Kassel II: Gorczyca – Najjer, Feldmann, Schumann, Scherer – Mobarak, Wörner – Ecevit (79. Bredow), Ochs, Knopf (87. Heussner) – Lee (81. Üstün).
Schiedsrichter:Timo Ide (SV Welcherod). Zuschauer: 220. Tore: 1:0 Florian Münkel (26., Foulelfmeter), 1:1 René Ochs (38.), 2:1 Petr Kvaca (45.), 2:2 Viktor Knopf (51.), 2:3 Viktor Knopf (63.), 2:4 Taekhyun Lee (83.).

Autor: Johannes Götze

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