Türker: "Wollen gegen Dreieich die Punkte zum Klassenerhalt holen"
Hessenliga: Auch Seligenstadt will Klarheit auf sportlicher Seite
OSC Vellmar - Sportfreunde Seligenstadt (Samstag, 15 Uhr)
Sportlich gesehen haben die Seligenstädter nach dem 3:1-Sieg gegen Borussia Fulda den Klassenerhalt fast schon realisiert. Bei acht Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone müsste es schon mit dem Teufel zu gehen, wenn die 40 Punkte nicht reichen sollten. Auch aus dem Umfeld gibt es Anzeichen, dass sich die Seligenstädter für einen Verbleib in der Hessenliga entscheiden könnten und von einem Rückzug absehen. Jedenfalls hat Trainer Lars Schmidt dem Klub von der Aschaffenburger Straße seine Zusage für die Hessenliga gegeben: "Wir waren gegen Fulda extrem dominant und sehr stark", freute sich der Coach über den guten Auftritt gegen die Osthessen. Vor der Reise nach Vellmar ist dem Ex-Profi nicht bange, trotzdem erwartet Schmidt einen engagierten Gegner in Nordhessen: "Vellmar braucht die Punkte dringend. Wir treffen auf eine körperlich robuste Mannschaft. Es wird ein unangenehmes Spiel".
Der OSC ist seit fünf Spielen ohne Sieg, überraschte aber vor zwei Wochen mit einer kämpferisch guten Einstellung beim 1:1 gegen Rot-Weiss Frankfurt. Beim Gastspiel in Dreieich verlor Vellmar in der Höhe verdient mit 0:5. "Durch die anderen Ergebnisse hat sich an unserer Situation nichts verändert. Wir haben weiterhin alles selbst in der Hand. Jetzt haben wir diese zwei Spiele gegen Seligenstadt und in Baunatal. Das sind für uns zwei entscheidende Spiele. Da müssen wir einen Dreier holen und dann haben wir unser Saisonziel Klassenerhalt erreicht", sagte Vellmars Trainer Mario Deppe auf der Pressekonferenz nach dem Dreieich-Spiel. Bei den Einhardstädtern fällt Patrick Hoffmann mit einer Bänderdehnung aus, ansonsten steht Lars Schmidt der Kader aus dem Fulda-Spiel zur Verfügung. "Wir müssen sehen, wie wir taktisch auftreten. Wir werden aber nicht so defensiv wie in Baunatal spielen", kündigt Lars Schmidt an.
SC Viktoria Griesheim - SC Hessen Dreieich (Samstag, 15 Uhr)
Für Griesheim lief es in den letzten Wochen nicht besonders berauschend. Gegen den FC Ederbergland konnte noch ein 1:1-Unentschieden erzielt werden, das ist aber mittlerweile auch schon wieder fast vier Wochen her. Seitdem setzte es für die Türker-Elf gleich drei Niederlagen in Folge. Ausgerechnet jetzt ist der SC Hessen Dreieich zu Gast, der nach der gestrigen 2:4- Heimniederlage gegen Rot-Weiss Frankfurt einiges gutzumachen hat: "Die sind bestimmt sehr enttäuscht und der Trainer ist verärgert. Ich glaube aber auch, dass sie Kräfte gelassen haben und wir läuferisch dagegenhalten müssen", sagt Griesheims Trainer. Mit 37 Punkten bei noch drei ausstehenden Spielen beträgt der Abstand zum ersten Abstiegsplatz gerade einmal fünf Punkte - komfortabel ist das nicht gerade: "Die Stimmung ist natürlich entsprechend, aber es war zu erwarten, gegen die vorne in der Tabelle stehenden Gegner Stadtallendorf und Rot-Weiss Frankfurt nicht großartig was zu holen. Gegen Dreieich wird das nicht leichter, aber wir wollen am Samstag die noch drei fehlenden Punkte holen, um die Klasse zu sichern", gibt sich Türker optimistisch.
Die Gäste haben in Griesheim die Möglichkeit, sich gerade für die verschlafene erste Halbzeit gegen Rot-Weiss Frankfurt zu rehabilitieren, denn da lagen sie schon mit 0:4 hinten. Kurios dabei: Bis gestern gelang es keiner Mannschaft, den Bommer-Schützlingen in diesem Kalenderjahr auf heimischen Platz ein Gegentor einzuschenken. Kurios auch, dass sich der SCHD mit dem Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit nicht nur "gefangen" hatte, sondern auch das Kommando übernahm, obwohl der Tabellenführer ab der 40. Minute nur noch mit neun Feldspielern auf dem Platz stand. Dreieichs Chefcoach Rudi Bommer hatte dafür aber eine Erklärung: "Es gab zu viele krasse Patzer wie beim 0:1. Erst die Umstellung auf zwei Viererketten machte das Zentrum viel mehr zu und hat uns geholfen." Mit diesen Erkenntnissen reisen die "Hessen" nun am Samstag zur Viktoria und hoffen, ihren Fans gegenüber Wiedergutmachung betreiben zu können.
Autoren: Pedro Acebes/Christoph Wess

