Spieler im Blickpunkt
Unioner durch und durch
Nicolai Fröhlig (vorne) ist beim FC Union Niederkalbach längst ein Leistungsträger – wenngleich der auf den ersten Blick nicht im Mittelpunkt steht. Foto: Charlie Rolff
Fröhlig gehört zu der Sorte Spieler, die dem neutralen Beobachter beim Zuschauen durchaus mal durch die Lappen gehen können: Grund ist seine Spielweise. „Er spielt völlig unauffällig, gehört aber gleichzeitig in die Kategorie unverzichtbar. Mit seiner Laufstärke, den technischen Fähigkeiten, der Tatsache, dass er flexibel einsetzbar ist und vor allem dank seiner Zuverlässigkeit, ist Nicolai längst eine feste Größe in unserem Verein“, sagt sein Spielertrainer Timo Hasenauer.
Dem Software-Entwickler ist es bewusst, dass er durchaus unauffällig spielt. „Aber darin sehe ich keinen Nachteil. Jeder, der an den Sportplatz geht und wirklich auf das Spiel achtet, dem fällt schon auf, was wer kann. Eine unauffällige Spielweise muss nicht schädlich sein, wenn man etwas erreichen will.“ Dass unauffällig nicht gleichbedeutend mit zu ruhig ist, das unterstreicht Fröhlig. „Ich bin keiner, der seine Mitspieler auf dem Platz zusammenstaucht. Aber ich spreche schon an, wenn wir zu viele Fehler machen – beispielsweise im taktischen Bereich.“
Fröhlig selbst ist ein echter Niederkalbacher. Er wohnt dort und hat beim FC Union von kleinauf sämtliche Jugendmannschaften durchlaufen. Deshalb wäre ein Vereinswechsel für ihn nur sehr schwer vorstellbar. „Ich bin eher der Typ, der dabei helfen will, dass wir hier längerfristig wieder etwas aufbauen und vielleicht sogar wieder irgendwann die A-Liga erreichen. Wir haben noch ein sehr junges Team, aber nach und nach können wir in Zukunft vielleicht mal wieder einen Angriff starten.“
Vor dem Tor fehlt's an Ruhe
Derzeit sei aber schon mal mit Rang fünf zufriedenstellend. „Das ist für uns schon ganz ordentlich. Wir hatten zwei, drei wichtige Abgänge, was für uns in Niederkalbach nicht so einfach ist. Aber es wäre schon schön und ich glaube daran, dass wir wieder einen Schritt nach vorne machen können.“
2018 war Fröhlig mit Niederkalbach hinter dem TSV Heubach in die A-Liga aufgestiegen. Allerdings ging es für den Traditionsverein, der 1907 als einer der ersten Fußballclubs des Landkreises gegründet worden ist, direkt wieder nach unten. Vielleicht reicht es ja in ein paar Jahren mal wieder zum Titelgewinn. Denn die letzte Meisterschaft in Niederkalbach ist lange her. 1995 holten Spieler wie Markus Hackenberg, Hans Faust und Arnold Faust den letzten Titel.
Dafür muss der FC Niederkalbach aber noch am Feinschliff arbeiten. „Wir haben noch zu oft Phasen von vielleicht fünf Minuten, in denen wir urplötzlich total von der Rolle sind. Da geraten wir als junge Truppe oft noch zu schnell in Hektik. Ein bisschen mehr Ruhe täte uns gut“, so Fröhlig, der aber vor allem zwei Dinge hervorhebt: „Der Zusammenhalt und die taktischen Grundlagen passen absolut bei uns. Jeder weiß im Spiel genau, was er zu tun hat und so gewinnen wir viele Spiele als Mannschaft“, sagt der zentrale Mittelfeldspieler, der sich selbst ganz genau einzuschätzen weiß: „Mit dem Ball kann ich umgehen, im direkten Duell setzte ich mich gut durch. Ich kann gute Pässe spielen und taktisch passt das schon. Aber es gibt noch einiges zu schrauben. Ich denke da an mein Kopfballspiel oder an den Abschluss. Vor dem Tor bin ich oft zu hektisch. Da fehlt es an Ruhe.“ Vielleicht deshalb hört so mancher Fan erst jetzt erstmals von Nicolai Fröhlig.
Steckbrief
Name: Nicolai Fröhlig
Spitzname: Nico
Geburtsdatum: 28. November 1995
Im Verein seit: Juli 2000
Position: Zentrales Mittelfeld
Rückennummer: 10

