Vernichtende Kritik im Stadionheft: Es brodelt bei Barockstadt-Gegner

19. November 2024, 06:34 Uhr

Homburg-Trainer Danny Schwarz trottet den Ambitionen mit seiner Mannschaft weit hinterher. © Charlie Rolff

Jörg Kühn kannte das Ergebnis des FC Homburg gegen die SG Barockstadt noch gar nicht. Und trotzdem holte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende im Stadionheft des Fußball-Regionalligisten zum vernichtenden Rundumschlag gegen die eigene Mannschaft aus.

Der FC Homburg startete mit hohen Ambitionen in die Regionalliga-Saison, wollte um den Aufstieg mitspielen und wurde bei einer Trainer-Umfrage vor der Saison von vielen als vielversprechender Kandidat gesehen. Nicht nur nach dem 1:1 gegen die SG Barockstadt zum Hinrundenabschluss ist die Realität eine andere: graues Mittelmaß statt glanzvoll auf Platz eins. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Jörg Kühn nahm das zum Anlass, im Stadionmagazin zum Spiel gegen die SGB ohne Rücksicht auf Verluste auszuteilen.

Regionalliga: Aufsichtsratsmitglied zerlegt eigene Mannschaft

„Und täglich grüßt das Murmeltier. Die meisten von euch werden sicherlich diesen amüsanten und unterhaltsamen Film kennen: der Hauptdarsteller erlebt jeden Tag das absolut Gleiche. Er lebt in einer Zeitschleife. Mir geht es mit unserem Verein so ähnlich, ich habe das Gefühl, in einer Zeitschleife zu leben – mit dem Unterschied, dass sich alles nicht täglich, dafür jedoch jährlich wiederholt und zudem weder lustig noch übermäßig unterhaltsam für mich ist“, leitet Kühn im Magazin an der Stelle ein, an der normalerweise Grußworte vor jedem Spiel an die Fans zu lesen sind.

Kühn weiter: „Jedes Jahr im August habe ich die Hoffnung, dass es in dieser Saison mit dem Aufstieg klappt und wir nicht wieder gegen so übermächtige Gegner spielen müssen wie Freiberg, Barockstadt, Kassel oder Bahlingen. Nach einigen Spielen beschleicht mich das Gefühl, dass es in der entsprechenden Saison wieder nichts mit dem Aufstieg wird. Gegen Ende der Hinrunde habe ich dann die Gewissheit, dass es nichts wird. Ich hoffe dann jährlich auf den nächsten August.“ Dann holt er zum Rundumschlag gegen die Mannschaft aus: „In fast jedem Spiel stehen einige Spieler auf dem Platz, die es an 100 %-igem Einsatz und Entschlossenheit fehlen lassen. Die Folge hiervon kann man der Tabelle entnehmen.“

Damit noch nicht genug, denn genau diesen Spielern legt Kühn sogar einen Vereinswechsel nahe, unterstreicht das mit drastischen Worten: „Die Spieler erwarten von unserem Verein, dass sie ihre Gehälter und Prämien vollständig und pünktlich erhalten. Umgekehrt bleiben sie aber dem FCH vieles schuldig. Im Interesse unseres Vereins wünsche ich diesen Spielern, dass jeder von ihnen in der Winterpause einen neuen Verein findet, bei dem er für noch weniger Leistung noch mehr Geld verdient. Ansonsten werden sie sicherlich nicht wechseln und ihren Vertrag bei uns im wahrsten Sinne des Wortes aussitzen/ausstehen.“

Kommentieren