Vogt hält Stadtallendorf auf Aufstiegskurs

Hessenliga: Seligenstadt kämpferisch auf der Höhe

25. März 2017, 18:04 Uhr

Seligenstadts Torhüter Daniel Duschner (blaues Trikot) prüft beim Einlaufen den Ball vor Stadtallendorfs Kapitän Kevin Vidakovics. Foto: Pedro Acebes.

Die Sportfreunde Seligenstadt mussten am Samstagnachmittag in der Hessenliga eine knappe Heimniederlage hinnehmen. Gegen den neuen Tabellenzweiten Eintracht Stadtallendorf unterlag die Mannschaft von Trainer Lars Schmidt mit 0:1 (0:1). Dabei war gerade zu Beginn des Spiels auch eine Führung der Hausherren möglich gewesen, den effizienten Gästen reichte das Tor durch Laurin Vogt nach einer halben Stunde, um auf Aufstiegskurs zu bleiben.

Sportfreunde Seligenstadt - Eintracht Stadtallendorf 0:1 (0:1)

In der Anfangsphase hätten die Gastgeber schnell in Führung gehen können. Bei bestem Fußballwetter begannen die Einhardstädter mit einer engagierten Vorstellung und schon nach 47 Sekunden lag bei einer Hereingabe von der linken Seite durch Patrich Hilser Torgefahr im Strafraum der Mittelhessen vor. Ceyhun Dinler musste für die Eintracht in höchster Not retten. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde dann die zweite große Chance für die Mannschaft von Trainer Lars Schmidt. Kevin Hillmann kam nach einer Flanke zum Kopfball. Stadtallendorfs Torhüter Manuel Bachmeier, der weiter den gesperrten Hrvoje Vincek vertritt, irrte im Strafraum umher, Dominik Völk musste für ihn auf der Linie klären. "Wir waren sehr gut im Spiel und aggressiv in den Zweikämpfen. Damit haben wir das Spiel offen gestaltet. Stadtallendorf hatte in der ersten Hälfte keine zwingende Torchance. Sie haben aber ihre Qualität gezeigt, als sie mit der ersten Torchance ihr Tor gemacht haben. Bei uns hat der letzte entscheidende Pass in die Schnittstelle gefehlt. Wir haben vorne zu wenig zwingend gespielt. Wir standen defensiv gut, aber nach vorne hat der letzte Wille und das Quäntchen Glück gefehlt", analysierte Seligenstadts Abwehrspieler Sven Kunisch nach den umkämpften 90 Minuten.

In der Tat übernahmen die Gäste nach 20 Minuten etwas mehr die Spielkontrolle, konnten aber auf dem schwer zu bespielenden Platz auch keine Glanzlichter nach vorne setzen. Um so mehr zeugte es von Klasse, dass die Eintracht nach einer halben Stunde ihre erste Torchance eiskalt ausnutzte. Del Angelo Williams hatte von der rechten Seite geflankt, Laurin Vogt hielt den Fuß hin und es stand 0:1 aus Sicht der Seligenstädter (30.). "Wenn du solche Chancen hast gegen einen ambitionierten Verein, der eventuell in die Regionalliga will, dann musst du die Chancen nutzen. Mit einem 1:0 im Rücken hätten wir Konter fahren können. Wir sind defensiv sehr stabil, laufen und stehen sehr gut. So hätten wir mehr Rückenwind gehabt", bedauerte Kunisch das Auslassen der frühen Torchancen. Mit Wiederanpfiff verursachte ein schlampiger Rückpass von Stadtallendorfs Kevin Gaudermann eine weitere Großchance der Platzherren.

Sicaja: "Schade, dass die Platzverhältnisse nicht mehr zuließen"

Der junge Torwart der Gäste wurde so in die Bredouille gebracht. Seligenstadts Torjäger Kouami Edem Dalmeida konnte dies aber nicht ausnutzen und drosch den Ball über den Kasten von Bachmeier. "Das war ein ganz wichtiger Sieg, vor allem bei diesen Platzverhältnissen. Hier war nur arbeiten und malochen angesagt. Hier konntest du keine zwei Pässe spielen. Schade, dass die Platzverhältnisse nicht mehr zuließen. Entscheidend war, wer das erste Tor schießt. Wir mussten die Zweikämpfe gewinnen. Seligenstadt weiß, wie man zu Hause einen Gegner beackert. Wir standen hinten sicher und die hohen Bälle haben wir alle gepflückt", zeigte sich Gästetrainer Dragan Sicaja hinterher ganz zufrieden. Denn Seligenstadt war zwar kämpferisch auf der Höhe und probierte bis zum Ende alles, aber es kam nichts zwingendes bei diesen Bemühungen heraus. Vielmehr hätte Williams bei einem Konter nachlegen müssen, hatte Duschner schon überwunden, aber der Ball hoppelte langsam am Tor vorbei. Kurz darauf spielte Williams quer zu Solak, dessen Abschluss zu schwach war.

"Schönheit war heute nicht entscheidend", versicherte Sicaja und legte nach: "Jede Mannschaft hätte sich hier heute schwer getan. Seligenstadt hat diese Portion Qualität und Erfahrung. Wir haben dagegen gehalten. Es war wenig Fußball und mehr Krampf und Kampf. In Seligenstadt ist es nicht einfach zu gewinnen, vor allem nicht auf diesen Platzverhältnissen. Nach dem 2:0 wäre das Thema gegessen gewesen. Unser junger Torhüter hat gut gespielt, kann aber noch keine Souveränität haben. Jetzt sind wir wieder da", sagte Sicaja nach dem Sprung auf Rang zwei. Seligenstadts Sven Kunisch mahnt dazu trotz des vermeintlich gesicherten Mittelfeldplatzes, die Saison noch nicht abzuhaken: "Ich bin da sehr vorsichtig, weil nach hinten kann noch viel passieren. Man weiß nicht, ob Watzenborn oder eventuell Offenbach runter kommt. Deswegen bin ich ein Freund davon, so viele Punkte wie möglich zu machen. Wir wollen jedes Spiel so angehen, dass wir gewinnen wollen. Letztendlich müssen wir erst den Klassenerhalt sichern und dann können wir die Saison gemütlich zu Ende spielen".

Stenogramm:

Sportfreunde Seligenstadt: Duschner; Leis (70. Böttler), Hilser, Hertrich, Löbig, Dalmeida, Hofmann, Piarulli, Mladenovic, Hillmann (82. Salii), Kunisch - Trainer: Lars Schmidt.

Eintracht Stadtallendorf: Bachmeier; Vier, Döringer (65. Yildirim), Vidakovics, Völk, Dinler, Vogt (89. Schudy), Solak (82. Bartheld), Gaudermann, Williams, Arifi - Trainer: Dragan Sicaja.

Schiedsrichter: Maximilian Rother (Heppenheim). Zuschauer: 245.

Tor: 0:1 Laurin Vogt (30.).

Autor: Pedro Acebes