Vollgas mit Hand und Fuß
Sven Wiegel glänzt beim Handball und beim Fußball
Acht Treffer steuerte Wiegel am Samstag zum 28:24-Auftakterfolg der Hersfelder Handballer in Flieden bei. Wenige Stunden später stand er für Mecklar/Meckbach/Reilos im A-Liga-Topspiel beim SV Unterhaun auf dem Platz (1:3) und erzielte in der 72. Minute vor rund 400 Zuschauern den zwischenzeitlichen Ausgleich. „Vor so einer Kulisse läuft man natürlich extra viel, da merkt man auch nicht, wenn die Beine schwerer werden“, sagt der 22-Jährige, der sich auch Tage nach dem Spiel noch über die Niederlage ärgert: „Spielerisch waren wir eigentlich die klar bessere Mannschaft und das Ergebnis ist auch etwas zu hoch ausgefallen. Aber wir müssen jetzt weitermachen“, will der Friedloser sofort wieder positiv denken.
Es verwundert nicht, dass der 22-Jährige in Kassel ein Sportstudium absolviert und auch in seiner Freizeit diverse Sportarten ausprobiert. Kaum ein Tag vergeht ohne eine Aktivität. „Ich mache neben dem Handball und Fußball auch viel für mich selbst, zum Beispiel Krafttraining. Davon profitiere ich jetzt natürlich.“ Nur für die Liebe bleibt bei all den sportlichen Aktivitäten wenig Zeit: „Ich habe im Moment keine Freundin. Und die zukünftige müsste da auch viel Verständnis mitbringen“, weiß auch Wiegel.
Bis vor zwei Jahren hatte für ihn im Mannschaftssport nur der Handball eine Rolle gespielt. Zwar hatte Wiegel schon in jüngeren Jahren auch gegen den Ball getreten, sich ab der A-Jugend allerdings vom Fußball abgewandt. „Ich war aber immer großer Fußballfan und bin durch meinen Schwager dann zur FSG Werratal gekommen. Nach einem Jahr in der Kreisoberliga kam dann auch schnell der Kontakt nach Mecklar zustande, weil es für mich auch einfach näher an meinem Heimatort war“, berichtet Wiegel, wie es zu einem Comeback auf dem Sportplatz kam.
Handball bleibt die Nummer eins
Auch wenn er heute weiterhin den Handball als seine Sportart Nummer eins bezeichnet, so versucht der Rechtsaußen möglichst oft, beide Hobbys unter einen Hut zu bekommen. „Wir spielen mit dem TV Hersfeld zum Glück nur selten sonntags. Wenn sich das Training überschneidet, dann geht Handball vor. Und wenn ich dann beim Fußball nur auf der Bank sitze, dann ist das auch in Ordnung, denn andere trainieren einfach häufiger“, betont Wiegel, der mit beiden Teams in der Tabelle oben angreifen möchte und der die jeweils andere Sportart für sich nutzen kann: „Vom Handball profitiere ich, wenn es beim Fußball in die Zweikämpfe geht. Beim Handball geht es da einfach etwas ruppiger zu, sodass ich beim Fußball körperlich besser dagegenhalten kann. Außerdem bin ich das schnelle Umschaltspiel von Abwehr auf Angriff vom Handball gewohnt.“ Umgekehrt benötige er beim Fußball eine Menge Kondition, die ihm dann wiederum beim Handball zu Gute komme.
Für Zündstoff innerhalb des TVH ist aufgrund des zweiten großen Hobbys dennoch gesorgt, schließlich hat der Club bereits negative Erfahrungen mit Spielern, die nebenbei noch auf dem Fußballplatz stehen, gemacht: Neuzugang Michael Krause hatte sich dabei einen Kreuzbandriss zugezogen. „Es ist deswegen bei uns ein kleines Reizthema, aber insgesamt kommt es schon ganz gut an, dass ich auch noch Fußball spiele. Die Jungs fragen dann schon jede Woche, wie es gelaufen ist“, so Wiegel.

