„War nicht immer bei 100 Prozent“: Eintracht-Star gibt Einblick

09. August 2024, 16:22 Uhr

© IMAGO/Oliver Vogler

Ellyes Skhiri kam mit großer Erwartungshaltung vom 1. FC Köln zu Eintracht Frankfurt. Er blickt selbstkritisch auf seine erste Saison zurück.

Frankfurt - „Like a boss“. So titelte das YouTube-Format FUSSBALL2000 am Oktober 2023. Eintracht Frankfurt hat bei Werder Bremen einen 0:2-Rückstand noch aufgeholt und es war Ellyes Skhiri, der mit einer starken Leistung und einem tollen Tor aus der Distanz voranging. Die Hessen und der Tunesier, es schien - wie zuvor erhofft - zusammenzupassen. „Mein erstes halbes Jahr war gut. Ich habe viele Spiele bestritten, hatte eine hohe Intensität und gute Dynamik in meinem Spiel“, blickte er auf Nachfrage von fussball.news zurück.“

Skhiri musste vier Rückschläge verdauen

Doch dann gab es innerhalb kürzester Zeit vier Rückschläge. Am 30. November vergangenen Jahres zog er sich bei der Niederlage gegen PAOK (1:2) in der Conference League eine Oberschenkelverletzung zu und kam dadurch aus dem Tritt. Kaum war er wieder einigermaßen fit, musste Skhiri zum Afrika Cup reisen. Dort war mit Tunesien nach der Vorrunde mit einem einzigen Zähler schon wieder Schluss.

Danach folgte - drittens - sein schwerwiegender Patzer in der Zwischenrunde der Conference League bei Union Saint-Gilles. Die Hessen hatten alles im Griff und dann wurde dem 29-Jährigen im eigenen Strafraum der Ball abgenommen. Die Folge: Anschlusstor und der Beginn einer Aufholjagd, die mit dem Weiterkommen der Belgier endete. Hinzu kamen im Anschluss zunächst Rücken- und später noch Wadenprobleme. Es waren viele Hürden, die Skhiri zu überspringen hatte.

„Das war nicht einfach für mich“

Der defensive Mittelfeldspieler gab daher offen zu : „Ich war nicht bei jeder Partie bei 100 Prozent. Das war nicht einfach für mich. Ich habe zwar immer alles gegeben, aber es lief nicht alles perfekt.“ Skhiri sprach zwar insgesamt „von einem guten Jahr“. Er schob aber sofort nach, „viele Ambitionen zu haben“. Skhiri wolle es „sehr gut machen“ und der Mannschaft helfen: „Ich kann das besser als vergangene Saison.“

Ein mental und physisch starker Skhiri wäre für Trainer Dino Toppmöller ein enorm wichtiger Baustein. Als er und Hugo Larsson im Herbst in Topform agierten, hatte die Eintracht ihre beste Phase. Skhiri und der hochveranlagte Schwede ergänzten sich prima mit ihren verschiedenen Eigenschaften, sie hielten sich gegenseitig den Rücken frei und konnten so auch ihre Stärke in der Offensive entfalten.

Knüpft Skhiri an seine Köln-Zeit an?

Vor allem wäre der bei guten Leistungen des Duos wohl auch der Ruf nach einem weiteren Sechser zügig verstummt . Denn Skhiri bringt viel mit: Laufstärke, eine gute Mentalität, Teamfähigkeit, ein gutes Gespür für Aktionen im gegnerischen Sechzehner. Er kam mit dem Empfehlungsschreiben von 20 Toren und acht Vorlagen in 133 Pflichtspielen aus Köln nach Frankfurt. Selbst in einer schwachen Saison standen final fünf Treffer und drei Assists auf dem Konto.

Obwohl man sich auch intern mehr erhofft hat, erhält Skhiri weiterhin das Vertrauen der Verantwortlichen. Auch wei l das Gesamtpaket aus Handgeld und Gehalt beinahe 20 Millionen Euro schwer und die Erwartungshaltung dementsprechend hoch war, setzen die Frankfurter noch auf ihn . Skhiri weiß um die große Konkurrenz im Kader. Nun gilt es für ihn, sich deutlich zu steigern und eine noch stärkere Führungsrolle einzunehmen.

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