Zwei Teams nach Massenschlägerei vorläufig vom Spielbetrieb ausgeschlossen

20. Oktober 2023, 17:41 Uhr

Nach einer Schlägerei bei einem Fußballspiel in der B-Liga Offenbach hagelt es für Spieler und Vereine drastische Strafen. © Archiv Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Das Sportgericht des Fußballkreises Offenbach hat nach einer Massenschlägerei zwischen dem TuS Zeppelinheim und der Spvgg. Neu-Isenburg III harte Strafen verhängt.

Videos, die dem Sportgericht in Besetzung vom Vorsitzenden Jürgen Weil, dem stellvertretenden Vorsitzenden Thomas Gebhardt sowie Kreisschiedsrichterobmann Hubert Doll vorlagen, zeigten das ganze Ausmaß der Schlägerei, die sich am 17. September im Aufeinandertreffen des TuS Zeppelinheim und der dritten Mannschaft der Spvgg. Neu-Isenburg zugetragen haben.

Offenbach: Fußballteams nach Schlägerei mit Spielverbot belegt

Kurz vor der Halbzeitpause gab es infolge eines strittigen Elfmeters für Zeppelinheim eine Rangelei, in deren Folge ein TuS-Akteur am Hals gewürgt worden sein soll und ein Neu-Isenburger mit geballter Faust in eine Gruppe gesprungen sein soll, wie op-online berichtet. Das sahen Weil und seine Kollegen als erwiesen an. „Was da passiert ist, geht auf keine Kuhhaut mehr“, betont Weil. Aus einer Rangelei wurde eine Massenschlägerei, in der auch Zuschauer involviert waren. Die Partie wurde abgebrochen.

Die Strafen, die das Sportgericht des Fußballkreises Offenbach aussprach, sind drastisch. Die angeklagten Spieler - dazu gehören zwei weitere Akteure, die nach Sichtung des Videos getreten haben sollen - wurden für sechs, zwölf, 20 sowie 26 Spiele gesperrt. Da das Gericht beiden Mannschaften die Schuld am Abbruch zuwies, wurde die Partie für beide als verloren gewertet. Zudem belegten Weil und Co. beide Teams mit einem Platzverbot vom 20. Oktober bis zum 1. Dezember. Alle Spiele in diesem Zeitraum werden mit 3:0 für den Gegner gewertet.

Sportgericht-Vorsitzender Jürgen Weil legt Konflikttraining nahe

„Das war so massiv, weshalb diese Strafe nötig gewesen ist“, sagt Weil, der beiden Vereinen ein vom Hessischen Fußball-Verband angebotenes Konflikttraining ans Herz legte. „Mannschaften, die dieses Training empfohlen bekommen, machen da normalerweise auch mit. Und die tauchen danach auch nicht mehr bei solchen Schlägereien auf“, betont Weil. Die für beide Mannschaften verhängte Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro würde sich bei einer Teilnahme am Konflikttraining zudem auf 200 Euro reduzieren.

Wieder also drastische Strafen nach einer Eskalation im Fußballkreis Offenbach. „Ich würde nicht sagen, dass es sich verschlimmert hat. An der Tagesordnung ist das Gott sei Dank nicht. Aber es hat sich auch nicht verbessert, das wäre zu optimistisch ausgedrückt“, erläutert Jürgen Weil, der insbesondere vom nachlassenden Respekt gegenüber den Schiedsrichtern spricht.

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